Murx und Schurx

500 Bücher für den guten Zweck

Die Idee für ein Buch hatte seine Frau Ursula Eisermann-Kuhn bereits vor 20 Jahren. Nun hat Hans Eisermann noch 500 Exemplare. Ein Teil der Erlöse sollen dem Kinderheim Kleine Strolche zugutekommen.
15.06.2020, 12:15
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Von Dagmar Voss
500 Bücher für den guten Zweck

Machen gemeinsame Sache: Hans Eisermann verkauft die letzten 500 Exemplare des Kinderbuches "Murx und Schurx" und das Kinderheim Kleine Strolche profitiert davon. Sprecherin Sonja Risse (links) und Renate Munder freut's.

Michael Braunschädel

Landkreis Diepholz. Nicht erst seit Harry Potter wissen Eltern, dass Zaubereien, geheimnisvolle Entdeckungen und mystische Wesen bei Kindern beliebt sind. So ein Kinderbuch ist auch „Murx und Schnurx“. Darin geht es um eine Hexensgeschichte, genauer um den Zauberraben Negro und die Zauberkatze Sulima, um die alte Hexe Lali, die junge Hexe Logabira und natürlich auch ums Fliegen mit einem Hexenbesen.

Wie das genau gehen kann und dass dazu die Zaubersprüche „Murx“ und „Schnurx“ irgendwie notwendig sind, wird in dem Buch anschaulich geschildert. Es geht los mit der bösen alten Lali, zu der sich Logabira gesellt, die nach 100 Jahren endlich die Erde betritt. Damit das alles etwas für kleine Menschenkinder ist, kommt noch Nele dazu, die in das Hexenhaus am Ende der Welt kommt und dort arbeiten muss. Wenn Logabira eine richtige Hexe werden will, muss sie sechs schwere Rätsel lösen. Nele, die viele praktische Dinge weiß und vor allem gut kochen kann, hilft ihr dabei. Und schon ist das mit dem Bösesein nicht mehr so leicht, denn Freundschaft ist eines der wichtigen Dinge, die dabei im Weg sind.

Die Idee zu diesem Buch hatte Autorin Ursula Eisermann-Kuhn (verstorben 2008) schon vor 20 Jahren. Also schrieb sie alles auf, was sie zuvor ihren Kindern und Enkeln erzählt hatte. Die Illustrationen machte ihr Mann Hans Eisermann. Wunderbar anzuschauen seine Hexen und Tiere und was sonst noch auf den 113 Seiten vorkommt. Dieses Kinderbuch hatte der Künstler Eisermann im Jahr 2000 im Selbstverlag aufgelegt. Er erinnert sich: „Das hat uns sehr viel Spaß gemacht und dann haben wir alle verfügbaren Groschen dafür zusammengekratzt.“ Dann hat er sich um die Form gekümmert, um Schrift – schön groß – und Satz, damit es insgesamt zum Lesen einlädt.

„Wichtig war mir, dass dieses Mitmach-Buch aus gutem Material besteht, also festem Einband, dickes Papier und haltbare Bindung, so kann es oft betrachtet und gelesen werden“, sagt der gelernte Grafiker. Von dieser Auflage hat der 80-jährige Wahl-Bassumer die letzten 500 Exemplare als Unterstützung vorgesehen. Beziehungsweise einen Erlös aus dem Verkauf. Empfänger ist das Kinderheim Kleine Strolche mit Sitz in Asendorf. Während es dort das Kinderheim gibt, außerdem in Bücken eine Therapieeinrichtung, soll insbesondere die neue Inobhutnahme in Bassum davon profitieren. Die dortige „Strolchenvilla“ bietet seit Anfang Juni acht Kindern zwischen einem und sechs Jahren akuten Schutz vor Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung und ist dabei speziell auf die Aufnahme von Geschwistern ausgerichtet.

Das Kinderheim Kleine Strolche wurde von Anja und Bernhard Schubert Anfang 2008 gegründet. „Wir sind ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe und keiner Dachorganisation angeschlossen – die Größe des Haupthauses erlaubt es uns, bis zu sechs Kinder im Alter von null bis zehn Jahren in unserer Kinderschutzeinrichtung aufzunehmen. Schon seit Mitte 2008 sind alle verfügbaren Plätze durch eine größere Geschwistergruppe dauerhaft belegt.“

Das Haus in Bassum eigne sich nach ihrer Meinung perfekt als Kinderhaus. Als ehemaliges Hotel verfüge es über eine gute Infrastruktur, alle Zimmer seien hell, geräumig und verfügen jeweils über eigene Baderäume. Insgesamt stehen den Kindern 560 Quadratmeter Wohnfläche und ein 3500 Quadratmeter großes Grundstück mit großem Garten zum Spielen und Toben zur Verfügung.

Wie auch bei den anderen Standorten des Kinderheims wurden die Räume der Strolchenvilla zusammen mit pädagogischen Fachkräften entwickelt: „Denn Details wie Geometrie oder Farbwahl haben wichtige Auswirkungen auf die Psyche der Kinder.“ Diesem Schutz in akuten Krisensituationen haben sich die Schuberts also verschrieben mit den mittlerweile insgesamt 43 Plätzen an verschiedenen Orten.


Das Buch „Murx und Schnurx“ ist für Kinder ab fünf Jahren gedacht. Es ist ab sofort in den Geschäftsstellen des WESER-KURIER – in Syke an der Hauptstraße 10, in Brinkum an der Bassumer Straße 6a – für zwölf Euro erhältlich, wovon fünf Euro als Spende das Kinderheim Kleine Strolche gehen.

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