Samtgemeinde Harpstedt befürwortet ein kreisweites Konzept/Landrat Eger fordert Eigenverantwortung Klimaschutz rückt weiter in den Fokus

"Wir haben schon sehr viel getan, können aber noch mehr", sagt Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes mit Blick auf den Klimaschutz. So wird bekanntlich ab der kommenden Freibad-Saison das Rosenfreibad durch Biogaswärme geheizt werden, genauso soll das Schulzentrum mit der Abwärme aus der Biogasanlage Am Dreiangel versorgt werden. Obwohl es laut Cordes schon viel Energie- und damit auch Kosteneinsparungen in der Samtgemeinde gibt, soll der Klimaschutz noch weiter vorangetrieben werden. Im besten Fall kreisweit.
07.03.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Klimaschutz rückt weiter in den Fokus
Von Florian Cordes

"Wir haben schon sehr viel getan, können aber noch mehr", sagt Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes mit Blick auf den Klimaschutz. So wird bekanntlich ab der kommenden Freibad-Saison das Rosenfreibad durch Biogaswärme geheizt werden, genauso soll das Schulzentrum mit der Abwärme aus der Biogasanlage Am Dreiangel versorgt werden. Obwohl es laut Cordes schon viel Energie- und damit auch Kosteneinsparungen in der Samtgemeinde gibt, soll der Klimaschutz noch weiter vorangetrieben werden. Im besten Fall kreisweit.

Harpstedt. Klimaschutz ist eines der wichtigsten Themen der Gegenwart und vor allem der Zukunft. Die Samtgemeinde Harpstedt will nun darauf hinwirken, dass der Landkreis Oldenburg ein kreisübergreifendes integriertes Klimaschutzkonzept erstellen soll. Um dies zu erreichen, soll die Samtgemeinde-Verwaltung Gespräche mit dem Landkreis und den anderen kreisangehörigen Kommunen führen. Diesen Beschluss hat der Umweltausschuss der Samtgemeinde vor Kurzem auf den Weg gebracht. "Wir werden mit den anderen Gemeinden Gespräche suchen", bestätigt jetzt Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes. Wann man das Thema in Harpstedt aber weiter behandelt, steht nach Aussage von Cordes nicht fest. "Wir wollen daran weiterarbeiten, wenn wir wissen, wie es auf Landkreisebene weitergeht."

Landrat Frank Eger erklärte auf Nachfrage, dass sich der Landkreis Oldenburg ein Klimaschutzkonzept vorstellen könne. Das Thema wurde am Montag im Kreisausschuss beraten "Wir möchten aber, dass sich die Gemeinden bei der Erarbeitung einbringen", sagt der Landrat. "Sie müssen es selbst vorantreiben, und zwar eigenverantwortlich." Eger fordert die Eigenverantwortung, weil seiner Ansicht nach nicht jede Klimaschutz-Maßnahme, die in Gemeinde A passt, auch in Gemeinde B funktioniert. "Der Kreis soll eher die Rolle eines Moderators einnehmen. Außerdem bräuchte jede Gemeinde einen Kümmerer und der Landkreis auch", meint Eger. Der Landrat erklärte, dass er sich zurzeit eine Person sucht, die sich bei der Konzepterstellung beteiligen soll. Laut Eger soll diese Person über Sponsoren finanziert werden.

Wenn ein Konzept steht, könne ein Förderantrag - etwa beim Bundesumweltministerium - gestellt werden. In diesem Jahr endet die Antragsfrist beim Ministerium am 31. März. Bis dahin ein Konzept fertig zu haben, halten sowohl Eger als auch Cordes für illusorisch. Eger meint, dass eine Antragsstellung bis 31. März 2013 wahrscheinlicher wäre. "Wir dürfen das Thema nicht schleifen lassen, sollten aber auch mit der gebotenen Ruhe rangehen."

Uwe Cordes ist ein wenig skeptisch, ob ein kreisweites Klimaschutzkonzept umsetzbar ist. "Das wird eine schwierige Aufgabe", meint der Samtgemeindebürgermeister. Er hebt aber auch hervor, dass in seiner Kommune bereits einiges für den Klimaschutz getan worden sei. So wurde 2009 ein energetisches Teilkonzept aufgestellt. Zwei Inhalte des Konzepts wurden im vergangenen Jahr intensiv diskutiert und nun umgesetzt. So ist mittlerweile am Rosenfreibad ein Blockheizkraftwerk entstanden, mit dem das Bad durch Biogasabwärme beheizt werden soll. Gleiches ist für das Schulzentrum in Harpstedt geplant. "Dadurch werden wir 50 Prozent des Wärmebedarfs abdecken", erklärt der Samtgemeindebürgermeister. "Außerdem sollen auf Sicht für den Amtshof energetische Maßnahmen getroffen werden." Darüber hinaus sei bei den Sanierungen an der Grundschul-Pausenhalle oder aktuell beim Delmebad darauf geachtet worden, dass die Sanierungen energetisch sinnvoll sind. "Oft ist es für die Menschen gar nicht sofort

erkennbar, was wir für den Klimaschutz machen."

Genauso spielt die Stromerzeugung in Zukunft eine gewichtige Rolle, wenn es um den Klimaschutz geht. Und laut Uwe Cordes liegt die Samtgemeinde auch in diesem Bereich weit vorne. "Wir produzieren durch Windenergie schon jetzt mehr Strom, als wir in der Samtgemeinde verbrauchen."

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