Kindergarten "Rasselbande" unterstützt Wildblumenprojekt in Tarmstedt Kneten für den Königsberg

Tarmstedt. "Eine Babykugel", wispert Marie und hält ihrer Erzieherin Karin Imm eine winzige Lehmkugel entgegen. Ein wenig größer wird das zweite Exemplar, das die beiden anschließend gemeinsam kneten.
09.05.2011, 05:00
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Kneten für den Königsberg
Von Undine Zeidler

Tarmstedt. "Eine Babykugel", wispert Marie und hält ihrer Erzieherin Karin Imm eine winzige Lehmkugel entgegen. Ein wenig größer wird das zweite Exemplar, das die beiden anschließend gemeinsam kneten.

Rund 50 Kinder des Kindergartens "Rasselbande" und deren Erzieherinnen formen an diesem Morgen Kugeln aus Lehm und Blumenerde. Darein eingebettet die Samen von Wildblumen wie Hasenklee, Natternkopf oder Duftwicke. Diese sollen demnächst dem Königsberg zu mehr Farbe und Insektenfutter verhelfen. Dafür verteilen später die Kinder unter Anleitung von Harry Fredrich und Erich Söchtig ihre Lehmkugeln auf der Wiese, die sich noch ganz Grün in Grün präsentiert.

Ideengeber für das Projekt Wildblumen für Tarmstedter Wegränder war im Herbst Gerhard Schwenzfeier. Im Gedenken an den inzwischen verstorbenen Gefährten wollen sie die Aktion fortführen, sagt Fredrich. Erste Lehmkugeln mit Wildblumensamen hatten sie im April schon am Böschenweg verteilt. Stolz zeigt Fredrich Bilder von Pflänzchen, die zu üppig blühenden Wildblumen und Wildkräutern heranwachsen sollen - vorausgesetzt, der Regen lässt die Blumenaktivisten nicht im Stich.

Kinderarbeit gefragt

Als Söchtig und Fredrich vor wenigen Wochen wieder Wildblumensamen in Lehm einkneteten, meinte Söchtig: "Das ist doch etwas für kleine Hände". Im Kindergarten "Rasselbande" mussten sie nicht lange werben für ihre Idee. Fredrich schwärmt: "Da war gleich Begeisterung", und Erzieherin Imm sagt: "Das passte gut in unser Projekt", bei dem es um Pflanzen und Wachsen geht. Kindergartenleiter Stephan Otten lobt, dass hier Jung und Alt etwas zusammen machen. Gleichzeitig werde bei den Kindern das Bewusstsein für ihr Umfeld geweckt, liegt der Königsberg doch an ihrer Wanderstrecke. Dahin stapfen sie dann auch an diesem Morgen mit Bollerwagen und rund 200 Wildblumen-Lehmkugeln. Da, wo nicht gerade der Maulwurf ein wenig Erde freigebuddelt hatte, hilft Fredrich mit dem Spaten nach. Er schiebt die dicke Grasschicht zur Seite, die den Königsberg wie ein verdorrter Panzer überzieht. In diese Erdbetten packen die Kinder ihre Kugeln. Emma und Thea marschieren über den ganzen

Königsberg und verkünden im Singsang: "Wir suchen den schönsten Platz zum Wachsen". Fredrich winkt die Mädchen heran, rät ihnen, die Kugeln in kleine Erdlöcher zu legen. Später wird er zum Himmel aufblicken und sagen: "Wir warten auf Regen". Der soll die Lehmkugeln aufweichen und der Aussaat zum Keimen verhelfen, damit die Bienen am Königsberg Futter finden, wenn Bäume und Sträucher längst verblüht sind. Die Kinder werden jedenfalls demnächst öfter zum Königsberg wandern, kündigt Erzieherin Anke Intemann an. Laut Fredrich wird es wohl drei Monate dauern, bis sie dort ihre Kornblumen, Wiesenklatschmohn, Duftwicken oder Rote Heidenelken blühen sehen.

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