Samtgemeinde Hambergen

Kock will Bürgermeister werden

Am 23. Februar müssen sich die Hamberger entscheiden. Dann wählen sie ihren künftigen Samtgemeindebürgermeister. Eine Option ist Reinhard Kock. Bei einem Hausbesuch sprach der 59-jährige Sozialdemokrat über seine Kandidatur.
09.01.2014, 04:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Kock will Bürgermeister werden
Von Brigitte Lange

Am 23. Februar müssen sich die Hamberger entscheiden. Dann wählen sie ihren künftigen Samtgemeindebürgermeister. Eine Option ist Reinhard Kock. Bei einem Hausbesuch sprach der 59-jährige Sozialdemokrat über seine Kandidatur.

Reinhard Kock sitzt in seinem Lesesessel vor dem Kamin im Wohnzimmer seines Hauses. Eine Tasse Kaffee in der Hand, zu Füßen Hund Krümel, der sich noch nicht sicher ist, ob er den Besuch aus der Redaktion mag. Seine Frau Karin ist zur Arbeit, die erwachsene Tochter in Hamburg. „Erholung finde ich hier zu Hause“, erzählt der 59-Jährige zwischen zwei Schluck Kaffee. „Und im Urlaub an der Ostsee.“ Er lese viel, höre gern Musik. „Zunehmend auch Klassik – was ich vor 20 Jahren nie gedacht hätte.“ Viel Zeit dafür bleibt dem ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Hambergen neben seiner Arbeit als Krankenkassenfachwirt und Teamleiter bei der AOK in Osterholz-Scharmbeck nicht. Im Augenblick hat er davon noch weniger – denn Reinhard Kock kandidiert für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters von Hambergen.

Vorgänger Bernd Lütjen hatte mit seiner erfolgreichen Kandidatur für das Amt des Osterholzer Landrats die Weichen für Hambergen auf Neuanfang gestellt. „Ich wurde daraufhin zunehmend von Bekannten und Bürgern angesprochen, für das Samtgemeindebürgermeisteramt zu kandidieren“, erzählt Kock. Für ihn sei das auch eine Bestätigung seiner bisherigen politischen Arbeit gewesen. Mit seiner Frau habe er frühzeitig über die Option gesprochen und von ihr signalisiert bekommen, dass sie ihn unterstützen werde. „Wenn es den Rückhalt in der Familie nicht gibt, sollte man so etwas tunlichst nicht versuchen“, sagt Reinhard Kock.

Seit 1978 in der Partei

Dass sich ihr Mann ehrenamtlich engagiert, daran hat sich Karin Kock in mehr als 30 Jahren Ehe gewöhnen können. „Vielleicht bin ich da durch meinen Vater geprägt. Er war ein Vereinsmensch“, überlegt er. Für seinen Vater war es der Männergesangverein Ströhe-Spreddig, für ihn die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Sportverein FC Hambergen. „Als unsere Tochter in den Kindergarten und in die Schule kam, rutschte ich außerdem in die Elternarbeit rein“, erzählt Reinhard Kock. Viele Kontakte entstanden. Probleme wurden thematisiert. Zu dem Zeitpunkt war er bereits Mitglied der SPD. „1978 trat ich bei“, sagt er. 17 Jahre sei er aber nur „Sympathisant“ gewesen. Mit der politischen Arbeit startete er erst 1995 auf Anregung von Hambergens damaligem Bürgermeister Uwe Brauns. Auch ohne diesen Anstoß wäre er über kurz oder lang politisch aktiv geworden. Kock schmunzelt: „Uwe Brauns ist mir nur zuvorgekommen.“

Auf Anhieb wählten die Bürger Reinhard Kock in den Rat der Gemeinde und in den Rat der Samtgemeinde Hambergen. Zehn Jahre später ernannte ihn der Rat der Gemeinde Hambergen außerdem zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Mitgliedsgemeinde Hambergen. Vorgänger Uwe Brauns war überraschend gestorben. „Das war für mich ein Sprung ins kalte Wasser; ich habe bei Null angefangen und musste Lehrgeld zahlen“, sagt Kock. In den vergangenen Jahren habe er unheimlich viel dazu gelernt. Vor allem, was die Arbeit im Rathaus betreffe. Als reines Ratsmitglied würde man davon weniger mitbekommen.

Nun also die Kandidatur für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters. Hauptamtlich. Der Verwaltungschef, so betont Kock, „kann nur Lösungsmöglichkeiten aufweisen“. Die Aufgaben, die es zu meistern gelte, „kann man nur gruppen- und fraktionsübergreifend besprechen“. In der Vergangenheit sei das in Hambergen auch gute Sitte gewesen. Kock: „Ich bin der Auffassung, wenn es gute Ideen gibt, gilt es ihnen nachzugehen und das, was gut für uns ist, umzusetzen – unabhängig davon, welche Partei den Vorschlag gemacht hat.“

Für Reinhard Kock steht fest, dass die Gemeinden in vielen Bereichen künftig enger zusammenarbeiten müssen. An dem Konstrukt Samtgemeinde rüttelt er nicht. „Es hat sich in den vergangenen 40 Jahren bewährt“, sagt er. Allerdings hätten sich die Gegebenheiten über die Jahre so verändert, dass „wir stärker zusammenarbeiten müssen“. Beispiel Kindergärten. „Als die Samtgemeinde gegründet wurde, gab es nur Spielkreise“, erinnert Kock. Heute würden die Kinder in Krippen und Kindergärten, in altersexklusiven und in altersgemischten Gruppen betreut. Bei dem einen sei die Samtgemeinde, beim anderen die Mitgliedsgemeinden zuständig. „Hier würde es Sinn machen, alles in eine Hand zu geben“, findet Kock. Nicht nur, weil er es mehr als unbefriedigend finde, bei Bürgerfragestunden sagen zu müssen, dafür sei die Gemeinde nicht zuständig. „Das Thema ist inzwischen einfach zu komplex, auch was rechtliche Aspekte betrifft.“

Um diese Kinderbetreuung und andere Angebote wie etwa die Jugendarbeit, das Hallenbad oder auch die Uwe-Brauns- Halle vorhalten zu können, sodass die Samtgemeinde attraktiv für die Bürger bleibe, brauche es jedoch stabile Finanzen. „Und das in zunehmenden Maß“, sagt Kock. „Deshalb sind sie ein weiteres ganz wichtiges Thema für mich.“ Gemeinsam müssten sie Wege finden, um die Angebote in den Gemeinden und der Samtgemeinde zu erhalten und gleichzeitig noch handlungsfähig zu bleiben.

Ob Reinhard Kock diese Aufgaben künftig als SPD-Ratsmitglied oder als Samtgemeindebürgermeister begleiten wird, entscheiden die Bürger am 23. Februar – bei der Wahl des Verwaltungschefs.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+