Hannoveraner Körkommission lässt weitere Junghengste für die Zucht zu / Auch Pferd aus Walle erhält Prädikat

Königliche Gene überzeugen

Verden. Zum zweiten Mal in diesem Jahr hatte der Hannoveraner Verband seinen Züchtern die Chance gegeben, ihre Hengste der sechsköpfigen Körkommission um Zuchtleiter Werner Schade vorzustellen. Neun zweieinhalbjährige Pferde sowie sechs Althengste erhielten das Prädikat „gekört“ und sind nun offiziell für die Hannoveraner-Zucht zugelassen.
11.12.2013, 00:00
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Von Julia Basic

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hatte der Hannoveraner Verband seinen Züchtern die Chance gegeben, ihre Hengste der sechsköpfigen Körkommission um Zuchtleiter Werner Schade vorzustellen. Neun zweieinhalbjährige Pferde sowie sechs Althengste erhielten das Prädikat „gekört“ und sind nun offiziell für die Hannoveraner-Zucht zugelassen.

Bereits bei der Hengstkörung Ende Oktober wurden 53 Pferde in der Niedersachsenhalle ausgewählt. Nun präsentierten sich Jungpferde, die im Oktober noch nicht bereit für eine Vorstellung oder kurzfristig ausgefallen waren, sowie Althengste fremden Blutes, aus dem Rheinland, Holstein, Westfalen oder aus den Niederlanden. „Das Ziel der Züchter ist es, ihre Hengste bei der Hauptkörung vorzustellen, aber wenn ein Pferd etwa krankheitsbedingt ausfällt, bekommt es im Dezember eine zweite Chance“, erklärte Ulrich Hahne, Leiter des Hannoverschen Stutbuchs.

Auch Züchter aus dem Landkreis Verden waren gestern dabei – Heinrich Behrmann aus Stedebergen präsentierte zwei Hengste aus den Linien Bellissimo M - Lauries Crusador und Fürst Romancier - Don Frederico. Vom Gestüt Eichenhain in Blender traten ebenfalls zwei Pferde an (Contender - Corofino und Numero Uno - Balou du Rouet). Axel Windeler aus Verden-Walle stellte einen zweieinhalbjährigen Rappen von Royal Highness vor. „Wir haben ihn nicht zur Hauptkörung gebracht, weil wir ihn vorerst nicht verkaufen, sondern bei uns ausbilden wollen“, erklärte Windeler.

Seit Mitte der 1990er Jahre züchtet der 61-Jährige Hannoveraner in Walle. Im vergangenen Jahr verkaufte er seinen Spitzenhengst Bennetton Dream, der 2007 Bundeschampion der dreijährigen Hengste unter seiner Reiterin Anna Fiebelkorn wurde. Inzwischen wurde der Hengst nach Schweden weiterverkauft, in den Stall der zweimaligen Olympiateilnehmerin Tinne Vilhelmson Silfvén. Windeler ist sicher, dass seinem Royal Highness-Sohn, wenn er gesund bleibt, eine ähnlich erfolgreiche sportliche Karriere bevorsteht. Die Abstammung ist vielversprechend: Auch sein Bruder Royal Classic, ebenfalls aus dem Waller Gestüt, qualifizierte sich bereits mehrfach für das Bundeschampionat. Schwester Royal Lady, eine Staatsprämienstute, gewann 2010 zum dritten Mal in Folge den Gesamtsieg bei der hannoverschen Stutenschau in Tarmstedt. Ihre Mutter „First Lady“ und Großmutter „Lady Larissa“ überzeugten zudem im Familienwettbewerb.

Doch der Rappe begeisterte die Körkommission gestern allein mit seinem Bewegungspotenzial und seinem äußeren Erscheinungsbild. „Er hat das sehr ruhig und souverän gemacht, ich bin begeistert“, freute sich Windeler nach der Vorstellung des Pferdes im Freilaufen- und Springen. Zwar war der Züchter bereits vor der Verkündung des Körergebnisses optimistisch, geringe Zweifel blieben jedoch. „Ein ehemaliger Körkommissar hat immer gesagt: Vor Gericht, auf See und vor der Hannoveraner Körkommission, kann man nie sicher sein, was passiert“, sagte Windeler mit einem Augenzwinkern. Doch die Sorge war letztlich unbegründet.

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