Franz Bairlein referierte in Hagen Konsequenzen für die Vogelwelt

Hagen. Das Klima verändert sich. Das hat Konsequenzen für die Vogelwelt.Zugvögel kehren früher zurück, neue Vogelarten wandern ein, andere verlieren ihren Lebensraum. Zusammenhänge und Konsequenzen machte Franz Bairlein, Direktor des Instituts für Vogelforschung Wilhelmshaven und in einem Vortrag in der Hagener Burg deutlich.
29.03.2011, 05:00
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Von Luise Bär

Hagen. Das Klima verändert sich. Das hat Konsequenzen für die Vogelwelt.Zugvögel kehren früher zurück, neue Vogelarten wandern ein, andere verlieren ihren Lebensraum. Zusammenhänge und Konsequenzen machte Franz Bairlein, Direktor des Instituts für Vogelforschung Wilhelmshaven und in einem Vortrag in der Hagener Burg deutlich.

"Wir haben einen großen Umbruch vor uns", gab der Referent, der ebenfalls Präsident der Deutschen Ornithologischen-Gesellschaft Einblick in die funktionalen Zusammenhänge zwischen passenden Lebensraum, Menge und Qualität des Nahrungsangebotes in der zukünftigen Vogelwelt. Viele Arten könnten sich an verändernde Bedingungen anpassen, wenn dafür Raum und Zeit gegeben seien. Das Problem sei die rasante Geschwindigkeit des Klimawandels und Lebensraumzerstörung.

Der farbenprächtige Bienenfresser aus dem Mittelmeerraum sei beispielsweise seit den 1990er Jahren vermehrt nördlich der Alpen anzutreffen. Mittlerweile werden mehr als 500 Brutpaare in Deutschland gezählt. Beim Trauerschnäpper, der als Zugvogel den Winter in Afrika verbringt, scheine die seit Jahren beobachtete verfrühte Frühlingsankunft, Brut und Aufzucht Vorteile zu bringen. Untersuchungen über Anzahl der Eier und flügge gewordener Jungtiere hätten zu genommen. Das treffe nicht für alle Vogelarten zu.

Zu den Verlierern gehören die Langstreckenfliegen, die bis ins südliche Afrika ziehen. Der Rückgang der sogenannten Trans-Sahara-Zieher sei dramatisch. Seit Mitte der 1980er Jahre gebe es einen Rückgang der Individuenzahlen um 40 Prozent.

Professor Bairlein stellte die Zusammenhänge zwischen Klima und Vogelzug dar. Winter- und Frühjahrklima in Westeuropa werde aus der Tiefdrucksituation über Island und dem Hochdruck über den Azoren bestimmt. Mit den wärmeren und damit verbesserten Bedingungen in Nord- und Mitteleuropa verschlechterten sich die Bedingungen in Südwesteuropa und Nordafrika, dort werden die Frühjahre heißer und trockener. Das verringert das Nahrungsangebot für die Zugvögel.

Das Zusammenspiel zwischen guten Lebensbedingungen in Brut- und Rastgebieten und dem Winterquartier gerate aus den Fugen. Für die Wildgansbestände sah der Ornithologe große Verluste in der Zukunft. Denn auch die Qualität der Pflanzen verändere sich bei zunehmenden Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre, der ursächlich für den Temperaturanstieg gemacht werde. Arktische Vogelbewohner wie Schneeeule, Schneefink oder Schneehuhn hätten kaum eine Chance zu überleben, wenn die kalten Regionen sich aufwärmen bleibe für sie kein alternatives Rückzugsgebiet.

Angepasste Schutzstrategien seien für die Vogelwelt notwendig, damit sich diese den Klimaveränderungen anpassen können. Es müsse Kontinent übergreifend gedacht und gearbeitet werden. Effizienter Naturschutz sei dafür unverzichtbar.

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