Bezirksoberliga-Fußballerinnen der SG Bassen/Posthausen erneut in Abstiegsgefahr geraten Konstant nur in der Unbeständigkeit

Bassen. Bei der SG Bassen/Posthausen wächst die Furcht vor einem ziemlich unerfreulichen Déjà-Vu-Erlebnis. 2007 stiegen die von einer verheerenden Verletzungsserie heimgesuchten Fußballerinnen aus der Bezirksoberliga ab, und zwei Jahre später droht die Geschichte sich für die prompt zurückgekehrten Neulinge des Vorjahres zu wiederholen. Personelle Probleme in Permanenz, und erneut stehen sie auf einem Abstiegsplatz.
21.04.2010, 21:51
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Schön

Bassen. Bei der SG Bassen/Posthausen wächst die Furcht vor einem ziemlich unerfreulichen Déjà-Vu-Erlebnis. 2007 stiegen die von einer verheerenden Verletzungsserie heimgesuchten Fußballerinnen aus der Bezirksoberliga ab, und zwei Jahre später droht die Geschichte sich für die prompt zurückgekehrten Neulinge des Vorjahres zu wiederholen. Personelle Probleme in Permanenz, und erneut stehen sie auf einem Abstiegsplatz.

Noch sind die Spielgemeinschaftler weit davon entfernt, in Panik oder gar Resignation zu verfallen. Doch ein wenig beunruhigt ist man schon. 'Ich glaube fest daran, dass wir es packen. Doch dazu müssten wir allmählich anfangen zu punkten', warnt Uwe Norden, in Bassen Koordinator für den Frauenfußball.

Natürlich bietet die Tabelle ein ziemlich schiefes Bild. Bassen hat als Drittletzter in seinen letzten sieben Spielen sechs Mal Heimvorteil. Die Lage kann sich noch erheblich verändern - freilich in beide Richtungen. 'Von unseren bis 15 Punkten haben wir zwölf auswärts geholt', gibt Uwe Norden zu.

Dabei kann keine Rede sein von einem Heimkomplex. Bassen/Posthausen hat ja erst fünf Heimspiele hinter sich und es dabei mit Spitzenmannschaften wie TSV Wallhöfen und ATSV Scharmbeckstotel II zu tun bekommen. Wo der Aufsteiger am Ende landet, entscheidet sich mithin in den Heimspielen gegen Teams, die sich auf Augenhöhe mit den Kreisverdenerinnen befinden. Schon die Begegnung mit dem einen Platz und zwei Punkte besseren VfL Stade am kommenden Sonntag hat für Norden 'Endspielcharakter'.

Neun Ausfälle beim 0:4

Nun hoffen sie inständig, dass die personelle Lage sich bis dahin erheblich bessert. Bei der SG werden die Namen grundsätzlich erst am Tag des Spiels auf dem Spielberichtsbogen eingetragen. Hiobsbotschaften erreichen die Verantwortlichen oft noch in letzter Minute. Bei der 0:4-Niederlage in Ahlerstedt fehlten gleich neun Spielerinnen, und nach einer weiteren Verletzung in der 54. Minute musste die Partie sogar in Unterzahl zu Ende gebracht werden. Norden: 'Wir hätten noch höher verlieren können.'

Die Gründe für die Ausfälle, die dazu führen, dass Bassen nur in der Unbeständigkeit konstant ist, sind vielfältig. So zählen neben vier Schülerinnen, von denen zwei vor dem Abitur stehen, auch fünf Polizistinnen zum Stammpersonal, dies aber an etlichen Wochenenden eben nur auf dem Papier. Mit Libera Nina Hilbers (Studium in Osnabrück), Mittelfeldspielerin Barbara Peters (Knieverletzung) sowie den Defensivallroundern Kerstin Tödter und Meike Müller-Wöhrmann (jeweils Babypause) musste der Vorjahresfünfte ohnehin vier gestandene Spielerinnen von der Besetzungsliste streichen. Dazu kamen Verletzungen wie die von Juliane Lindhorst, die als sehr gut eingeschlagene Nachfolgerin von Libera Nina Hilbers einen Kreuzbandriss erlitt und nach über einem Jahr Pause erst mit Beginn der Rückrunde ihr Comeback geben durfte. Zwischenzeitlich musste Ann Hägermann als Abwehrchefin aushelfen.

Dass es mitten in der Saison auch noch einen Trainerwechsel gab, war der Bassener Sache auch nicht dienlich. 'Die Spielerinnen mussten sich umstellen und umgewöhnen', gibt Norden zu, der aber ebenso Verständnis für die aus beruflichen und privaten Gründen getroffene Entscheidung Jens Wellbrocks hat, wie er von den Qualitäten des Nachfolgers Michael Wojack überzeugt ist. 'Er macht ein prima Training und findet immer die richtige Ansprache. Ich würde ihn unbedingt halten wollen.' Wojack, der unter anderem für den TSV Thedinghausen aktiv war, ist ein sehr erfahrener Frauenfußball-Trainer. Unter anderem ist er mit dem TSV Martfeld zwei Mal aufgestiegen.

Es ist zweifellos auch sein Verdienst, dass in einer teilweise völlig neuformierten Mannschaft verschiedene Spielerinnen durchaus positive Akzente setzen konnten. Norden führt als Beispiele Nina Kobelt und Lena Wilkens an, 'die eine sehr starke Rückrunde gespielt haben'. Antje Stein bescheinigt er ebenfalls beständig gute Leistungen. Sie ist für ihn die beste Linksverteidigerin der Liga. Neben Lena Wilkens haben mit der erst 15 Jahre alten Nadine Beglau und Sara Becker (16) zwei weitere Schülerinnen ihr Potenzial angedeutet.

'Wir sind eine sehr junge Truppe. Uns fehlt es noch an Erfahrung', relativiert Norden den bedenklichen Tabellenstand. Die spielerische Substanz hätte eigentlich ausreichen müssen, um wie in der vorigen Serie unter die ersten Fünf zu kommen. Doch die Hoffnungen, die das 6:1 gegen die TS Wienhausen weckte, konnten nicht mehr eingelöst werden. Nahziel ist also der Klassenerhalt. 'Von unseren sechs Heimspielen müssen wir drei gewinnen!'

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