Bildschirm-Chat mit Haus-am-Hang-Jubilarin

Skypen am 107. Geburtstag

Adele Lankenau nahm die Glückwünsche zu ihrem 107. Geburtstag jetzt im Bildschirm-Chat mit Sohn Horst entgegen.
30.03.2020, 18:16
Lesedauer: 1 Min
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Von Michael Schön

An ihrem 107. Geburtstag hat Adele Lankenau eine neue Erfahrung gemacht: Chatten per Skype. Die Bildschirmtelefonie via Internet machte es möglich, dass die hochbetagte Dame gestern im Altenpflegeheim Haus am Hang in Osterholz-Scharmbeck die Glückwünsche des Sohnes Horst und der Schwiegertochter Irmgard von Angesicht zu Angesicht entgegennehmen konnte. „Letztes Jahr haben wir dort noch mit 70 Leuten gefeiert. Das war diesmal leider nicht möglich“, bedauerte Horst Lankenau.

Er betonte aber, volles Verständnis für die geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens zu haben; er halte es für eine „tolle Sache“, dass die Einrichtung die Voraussetzungen geschaffen hat, damit Bewohner und ihre Angehörige sich beim telefonischen Kontakt auch sehen können. Das sei in diesen schwierigen Zeiten wichtig, erklärte Ergotherapeutin Katharina Rußmeier.

Adele Lankenau, geborene Lütjen, wurde 1913 in Friedensheim (Gemeinde Vollersode) geboren, hat also den Ersten Weltkrieg erlebt und auch die Spanische Grippe, die je nach Schätzung zwischen 17 und 50 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Gemessen an ihrem hohen Alter befindet sie sich in einer sehr guten gesundheitlichen Verfassung. Sie war schon über 100, als sie sich einer schweren Operation unterziehen musste, von der sie sich gut erholt hat.

Wie Katharina Rußmeier berichtet, liest Adele Lankenau die Tageszeitung und „nimmt im Wohnbereich an allen Aktivitäten teil“. Seit 2014 lebt die Seniorin im Haus am Hang. „Bis dahin hat sie ihren Haushalt selbstständig geführt“, erzählt der jüngste Sohn. Noch mit 95 Jahren sei die Mutter mit dem Rad unterwegs gewesen und bei Wind und Wetter spazieren gegangen. Gern habe sie auch den Garten auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück bestellt. 1938 hatte sie Hinrich Lankenau geheiratet, der 1971 verstarb. Die Seniorin hat drei Kinder, drei Enkel und drei Urenkel. Sohn Horst war über den zehnminütigen Geburtstagskontakt ausgesprochen froh: „Das Heim hat dafür einen riesigen Bildschirm besorgt und auch die entsprechende Lautstärke vorgehalten.“ Das Hörvermögen sei bei seiner Mutter tagesformabhängig – „ihr einziger Schwachpunkt“.

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