Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik will stärkere Zusammenarbeit in der Metropolregion „Kooperation statt Konflikt“

Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) beschwört das Zusammenrücken. Dazu gaben Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen und der Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2013 in Niedersachsen, Stephan Weil, im Ritterhuder Hamme Forum den Takt vor.
04.10.2012, 05:00
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Von Christian Valek

Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) beschwört das Zusammenrücken. Dazu gaben Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen und der Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2013 in Niedersachsen, Stephan Weil, im Ritterhuder Hamme Forum den Takt vor.

Ritterhude. Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen und der SPD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl in Niedersachsen, Stephan Weil, sehen die Metropolregion Bremen-Oldenburg auf dem richtigen Weg. Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) hatte sie und weitere Gäste zu einem Gedankenaustausch ins Hamme Forum geladen. Der Bundestagsabgeordnete und Sprecher der SGK, Dr. Carsten Sieling, moderierte die Veranstaltung. Landräte und Bürgermeister aus der Region Nordwest sowie Bürger folgten der SPD-Einladung. Unter anderem waren die Landräte aus den Kreisen Friesland und Verden nach Ritterhude gekommen.

Für den Fraktionsvorsitzenden der SPD in Ritterhude und das Mitglied der Sprechergruppe der SGK, Jürgen Kuck, ist das ein Beleg für die steigende Bedeutung der Initiative. Viele Vertreter in den Kommunen hätten mittlerweile begriffen, dass es Zeit sei, das Kirchturmdecken aufzubrechen, sagte Kuck unserer Zeitung. Dennoch habe er festgestellt, dass Räte in den Gemeinden Schwierigkeiten hätten, die Kompetenzen aus der Hand zu geben. Damit gebe es noch einige Arbeit für eine wachsende Zusammenarbeit über die Kreisgrenzen hinweg. Die Kooperation sei auch eine Frage der Verteilung von finanziellen Mitteln in der Region, merkte Kuck kritisch auf Nachfrage unserer Zeitung an.

Der Abend im Hamme Forum jedoch wurde vom Bremer Bürgermeister und dem SPD-Herausforderer des amtierenden Ministerpräsidenten Niedersachsens dominiert. Jens Böhrnsen und Stephan Weil brachen in ihren Reden gleich mehrere Lanzen für die Region Nordwest. Sie erinnerten an die Umsetzung wichtiger Projekte wie den Weser-Jade-Port, die Förderung der Windenergieproduktion, die Ansiedlung von Forschungs- und Wissenseinrichtungen, die Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrtbranche und den gemeinsamen Auftritt in Berlin und Brüssel. Böhrnsen gab unter anderem die Parole "Kooperation statt Konflikt" aus. "Der Kampf um Gewerbeflächen ist von gestern und auch der Kampf um Bildungseinrichtungen", sagte Böhrnsen. Und der Bremer Bürgermeister setzte einen drauf: "Wenn eine Region der Mindestlöhne entsteht, das wäre was."

Kichern und lobende Worte

Das Bremer Stadtoberhaupt erinnerte an den offiziellen Beginn der Metropolregion Bremen-Oldenburg im Jahr 2006. Das Projekt wurde "in der Jacobs University gegründet mit einem Ministerpräsideten, dessen Name ich vergessen habe". Böhrnsen spielte offensichtlich auf den ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff an. Einige Zuhörer quittierten die Bemerkung mit Kichern.

Lobende Worte richtete er an den anwesenden Osterholzer Landrat Dr. Jörg Mielke. "Ich freue mich über Herrn Mielke. Ich freue mich, dass wir unter seiner Führung in der Metropolregion zusammenarbeiten." Mielke ist seit November 2011 Vorsitzender der Vereinigung Metropolregion Bremen-Oldenburg.

Redner Stephan Weil bezeichnete sich als "Überzeugungstäter" in Sachen Metropolregion. In seinem Vortrag forderte der SPD-Spitzenkandidat für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag eine wachsende Bereitschaft zu mehr Kooperation in der Region. Weil erinnerte an die Signalwirkung eines gemeinsamen Auftritts als Wirtschaftsregion. "Grenzen spielen für Investitionen immer weniger eine Rolle. Das gilt vor allem dann, wenn sie weltweit unterwegs sind." Der Wettbewerb der Wirtschafträume spiele sich nicht zwischen Bremen oder Oldenburg ab. Vielmehr konkurriere die Metropolregion mit Standorten in ganz Europa.

Große Arbeitgeber wie der Automobilhersteller Mercedes-Benz in Bremen hätten diesen gemeinschaftlichen Einsatz für die Sache bemerkt, betonte Böhrnsen bei einem Pressegespräch vorab. "Ein gemeinsamer Auftritt und die Aussage ,Ihr seid willkommen’ machen Eindruck." Dabei bezog er sich auf ein kürzliches Gespräch mit dem Leiter des Bremer Mercedes-Werks anlässlich des Schaffermahls.

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