Nach Verurteilung von Niels Högel

Krankenhausmorde: Oldenburger CDU fordert Rücktritt von Klinikchef

Weil er Informationen im Fall Niels Högel zurückgehalten haben soll, hat die Oldenburger CDU den Rücktritt vom Klinikchef Dirk Tenzer gefordert. Tenzer war zuvor wegen der Informationspolitik in die Kritik geraten.
08.06.2019, 11:47
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Krankenhausmorde: Oldenburger CDU fordert Rücktritt von Klinikchef

Auch das Klinikum Oldenburg war eine der Stationen von Niels Högel.

Hauke-Christian Dittrich / dpa

Nach der Verurteilung des Serienmörders Niels Högel hat die Oldenburger CDU den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Dirk Tenzer am Klinikum Oldenburg gefordert. Dieser habe bewusst Informationen zurückgehalten und sei deshalb für das Klinikum nicht länger tragbar, sagte CDU-Chef Christoph Baak der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" (Samstag). Tenzer war während des Mordprozesses gegen den früheren Krankenpfleger am Oldenburger Landgericht wegen der Informationspolitik des Klinikums in die Kritik geraten.

Der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann hatte während der Urteilsverkündung am Donnerstag den Aufklärungswillen von Tenzer angezweifelt. Wichtige Protokolle und Strichlisten mit Todesfällen seien erst spät an die Ermittler weitergegeben worden. Außerdem sei offenbar durch von der Klinik bezahlte Zeugenbeistände versucht worden, Mitarbeiter in ihren Aussagen zu beeinflussen.

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Das Klinikum hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und von einer vorbehaltlosen Offenheit bei der Aufklärung gesprochen. Die anwaltliche Unterstützung der Mitarbeiter sei Teil der Fürsorge als Arbeitgeber gewesen, hatte das Klinikum erklärt.

Das Landgericht Oldenburg hatte den Ex-Krankenpfleger Högel wegen 85 Morden zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte seine Opfer in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst zwischen 2000 und 2005 mit Medikamenten zu Tode gespritzt. (dpa)

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