Auftakt des 9. All-Beat Festivals in Worpswede Kreismusikschule als Talentschmiede

Worpswede. Fünf Gruppen hat die Kreismusikschule aufgeboten am ersten Abend des diesjährigen All-Beat Festival. Seit neun Jahren veranstalten die Osterholzer die Veranstaltung, seit dem Vorjahr an zwei Abenden, weil das Programm für einen Tag zu umfangreich geworden ist.
01.03.2010, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lars Fischer

Worpswede. Fünf Gruppen hat die Kreismusikschule aufgeboten am ersten Abend des diesjährigen All-Beat Festival. Seit neun Jahren veranstalten die Osterholzer die Veranstaltung, seit dem Vorjahr an zwei aufeinander folgenden Abenden, weil das Programm für einen Tag zu umfangreich geworden ist. Neben dem Sommer Open Air auf dem Gut Sandbeck sind die beiden Bandabende - jeweils einer in der Worpsweder Scheune und im Osterholz-Scharmbecker KUZ - eine willkommene Gelegenheit für Nachwuchsmusiker, sich zu präsentieren.

Dabei geht es nicht darum, perfekt ausgereifte 'fertige' Bands zu sehen, viel mehr ist der Abend ein Schaufenster in der alltäglichen Arbeit der Musikschule. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen nur Blockflöte und Klavier angeboten wurden, Unterricht auf Rockinstrumenten und Training für Bands zählen zum Angebot und das Präsentierte gibt dem engagierten Team um Gitarrenlehrer Andreas Bäuml Recht.

Das junge Bandprojekt von der Worpsweder Mittelpunktschule - die drei Mädchen und zwei Jungen sind alle zwischen 13 und 16 Jahre alt - spielt erst seit einem Jahr zusammen. In dieser Zeit haben sie sich ein beachtliches Repertoire aus deutsch- und englischsprachigen Rocksongs erarbeitet, mit denen sie souverän den Einstieg in den Konzertabend gestalten.

Drei Songs mitgebracht

Auch die Osterholzer, die als Probandjekt als nächste die Bühne betreten, verstehen sich als eine Art 'work in progress'. Drei Songs haben sie mitgebracht und deuten darin durchaus Potential für mehr an. Schon jetzt sind die Vorliebe für verschachtelte Strukturen und anspruchsvollere Arrangements zu erkennen.

Das Teppich Trio, das dank eines zusätzlichen Schüttel-Ei-Spielers zum Quartett angewachsen ist, fällt stilistisch aus dem Rahmen der ansonsten deutlich rockorientierten Formationen. Die ambitionierten Musiker stehen auf Jazz von klassischem Zuschnitt. Sie haben einen umarrangierten Titel von Erik Satie ebenso aufzubieten, wie einen waschechten Ragtime. Das Scheune-Publikum, sonst eher dem Pogo zugeneigt, hört nicht nur aufmerksam zu, es schnippt und swingt begeistert mit und zollt dem spieltechnisch guten Niveau der Band Respekt.

Wirklich gefeiert von den Besuchern, bei denen es sich wohl beinahe ausschließlich um Freunde und Verwandte der Musiker und einige Stammgäste handeln dürfte, werden allerdings Sure Instinct. Das Septett nimmt die Herzen der Fans im Sturm und zeigt bei ihrer Songauswahl Geschmack. Obwohl nur aus Coverversionen bestehend hat das Programm eine eigene Note, was besonders an der eindrucksvollen Stimme von Melina Schinkel liegt. Die 18-Jährige, die schon jetzt klingt wie Helen Schneider zu ihren rockigsten Zeiten, spielt außerdem ein spannendes Geigen-Arrangements zu Metallicas 'Nothing else matters'. Wild getanzt wird aber vor allem zu den Red Hot Chili Peppers Songs 'Give it away' und 'Dani California', letzteres wird als Zugabe gar ein zweites Mal gefordert und gespielt.

Deutlich ruppiger geht es abschließend bei Brazen Faced zu. Das Trio aus Grasberg, Worphausen und Worpswede war erst vor drei Monaten beim Schallwellen Sit-In in der Scheune zu Gast, hat sich seitdem aber weiter verbessert. Besonders die Harmonie-Gesänge sitzen besser und die effektvollen Gitarrensounds von Marius Wolpmann setzen Akzente.

Die Wurzeln der Band liegen eindeutig im Punk, Coverversionen von den Toten Hosen oder Ärzten unterstreiche das, aber auch ein Rock'n'Roll-Klassiker wie 'Hang on Sloopy' wird in einer entsprechend kraftvoll-rotzigen Version dargeboten. Ein starker Abschluss eines zukunftsweisenden Konzertabends, der den Zuhörern sichtlich gefalle hat.

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