Ausschuss empfiehlt Ausbau an vier Standorten / Verzögerungen in Weyhe-Mitte aus baurechtlichen Gründen Krippengruppe Lahausen wird vorgezogen

Weyhe. Der grobe Fahrplan steht. Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kindertagesstätten und Jugend der Gemeinde Weyhe empfahlen die Mitglieder einstimmig, weitere Krippengruppen in den Kindertagesstätten Melchiorshausen, Lahausen, Weyhe-Mitte und Rabenweg einzurichten. Nur: Die Reihenfolge ist neu. Denn der Anbau in Lahausen wird dem Anbau in Weyhe-Mitte vorgezogen.
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Von Nils Hartung

Weyhe. Der grobe Fahrplan steht. Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kindertagesstätten und Jugend der Gemeinde Weyhe empfahlen die Mitglieder einstimmig, weitere Krippengruppen in den Kindertagesstätten Melchiorshausen, Lahausen, Weyhe-Mitte und Rabenweg einzurichten. Nur: Die Reihenfolge ist neu. Denn der Anbau in Lahausen wird dem Anbau in Weyhe-Mitte vorgezogen.

Die Ursache für die Änderung erklärte Beate Pilath von der Verwaltung. 'Ursprünglich sollten die Arbeiten in Lahausen und Weyhe-Mitte gleichzeitig starten, doch dann wurde festgestellt, dass der geplante Anbau in Weyhe-Mitte direkt an die Grundstücksgrenze stößt', so Pilath. Und das bedeute notwendigerweise ein überarbeitetes Planfeststellungsverfahren, Extragenehmigungen und Extraverfahren. Auf Deutsch: In Lahausen ist der Anbau etwa ein halbes Jahr früher zu realisieren.

Im Kindergarten Weyhe-Mitte ist man natürlich nicht begeistert von dieser Entwicklung, doch man trägt es mit Fassung. Elternvertreterin Leonore Illg sagt: 'Uns Eltern ist sehr an dieser Krippe gelegen. Wir können die Begründung der Verzögerung zwar verstehen, möchten aber darauf drängen, dass wir nicht unbedingt als Allerletztes an die Reihe kommen.' Denn gerade der Kindergarten Weyhe-Mitte sei bei Berufstätigen sehr beliebt.

'Das hier ist nur die grobe Richtung, die endgültige Haushaltsplanung ist Sache des Rates', betonte Andreas Bovenschulte, Weyhes Erster Gemeinderat ergänzend. Und der genaue Zeitplan sei eben von der Haushaltsplanung abhängig. Zurzeit ist folgender Zeitrahmen geplant: Melchiorshausen im Jahr 2011, Lahausen 2011 (spätestens 2012), Weyhe-Mitte 2012 (spätestens 2013) und Rabenweg im Jahr 2013.

Das hehre Ziel in Weyhe ist es, bis zum Jahr 2013 genau für 35 Prozent aller Kinder im Alter von ein bis drei Jahren ein Betreuungsangebot vorzuhalten. 'In Weyhe soll dieses Angebot durch die Betreuung der Kinder in Tagespflege (fünf Prozent) und in Krippengruppen (30 Prozent) bereitgestellt werden', heißt es im Sachverhalt der Beschlussvorlage. Laut Bevölkerungsstatistik liegt der Bedarf in der Gemeinde bei 575 Plätzen. Um diesen Bedarf zu decken, sind nach Angaben der Verwaltung zwölf Krippengruppen nötig. Zurzeit gibt es in Weyhe allerdings nur sieben.

Deshalb wird jetzt angebaut. In Melchiorshausen soll ein sogenannter Mobilbau entstehen (Kosten: 270000 Euro), in Lahausen ein Anbau (330000 Euro), in Weyhe-Mitte ebenfalls ein Anbau (430000 Euro) und am Rabenweg die Umwandlung des Kindergartens in eine Krippengruppe (15000 Euro). Es gibt zwar finanzielle Unterstützung vom Landkreis Diepholz (insgesamt ein Restkontingent von 457000 Euro) - doch der Eigenanteil der Gemeinde Weyhe liegt bei insgesamt genau 676011,22 Euro. Die Gesamtkosten der vier Ausbauprojekte liegen bei 1,133 Millionen Euro.

Das sind Zahlen, die erwartungsgemäß nicht gerade für Begeisterungsstürme im Ausschuss sorgen. 'Die Bestürzung wächst, man fühlt sich noch mehr im Stich gelassen', erklärte zum Beispiel Frank Seidel von der SPD. Adressat des Unmuts: die Landesregierung in Hannover. 'Das ist ein richtig dicker Brocken', erklärte Bovenschulte, 'wir können nur auf das Prinzip hoffen, dass in Nordrhein-Westfalen praktiziert wird.' Dort muss das Land für den Ausbau in die Tasche greifen.

Trotz aller Bestürzung, die Grundidee bewerteten die Ausschussmitglieder einvernehmlich positiv - weiterhin. 'Das ist sehr schön - und vorausschauend geplant', äußerte etwa Hannelore Roitsch-Schröder (Die Grünen). Eine einstimmige Empfehlung folgte.

Ebenfalls einstimmig das Ergebnis der anderen beiden Punkte auf der Tagesordnung: In beiden Fällen zeigte die Praxis im Ganztagsschulangebot offenbar Missstände auf - einmal beim Abrechnungsmodus und einmal beim Anmeldeverfahren. Der neue Stand ist folgender: Ab 1. Februar 2011 wird auf die alte, umständliche Abrechnungsmethode verzichtet. Der Grund: 'Das ist vielleicht für 100 Kinder realisierbar, aber nicht mehr für 500', so Beate Pilath. Außerdem wird die Anmeldefrist für die Eltern von Juli auf Ende September verlängert. Auch diese Änderung soll ab Februar 2011 gelten.

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