Probleme mit Straßen in Farge Kritik an Entwässerungsanlagen in Rekumer Straßen

Die Johannes-Trüper-Straße und die Rekumer Bucht stehen bei Starkregen unter Wasser. Und die Heinrich-Steffens-Straße wird als Schleichweg genutzt. Die CDU möchte die Situation in den Straßen jetzt ändern.
08.08.2019, 16:18
Lesedauer: 4 Min
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Von Iris Messerschmidt

Vollgelaufene Keller, Straßen unter Wasser und Grundstücke, die sich in eine Seen-, Matsch- und Gerölllandschaft verwandeln. Die Anwohner an der Johannes-Trüper-Straße sowie der Rekumer Bucht traf es im Juni gleich doppelt. Das zumindest schildert ein CDU-Antrag an den Beirat Blumenthal. Demnach ist es am 10. Juni in der Region mit circa 50 Litern Wasser pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde zum ersten Starkregen und zehn Tage später durch ein Gewitter mit circa 35 Litern pro Quadratmeter schon zum zweiten Starkregen gekommen. Ärgerlich für die Anwohner, arbeitsintensiv für die örtliche Feuerwehr und für die CDU ein Ergebnis „miserabler Straßenentwässerung“.

Deshalb fordern die Christdemokraten einen Einbau von zusätzlichen Entwässerungsrinnen in der Johannes-Trüper-Straße und Rekumer Bucht. So lautet der CDU-Antrag für den 19. August: „Der Beirat Blumenthal fordert den Senator/die Senatorin für Bau, Umwelt und Verkehr auf, das Amt für Straßen und Verkehr entsprechende Maßnahmen ergreifen zu lassen, um die Problematik bei Starkregenereignissen in der Johann-Trüper-Straße und in der Rekumer Bucht zu minimieren, damit eine Überflutung der Grundstücke nicht weiter vorkommt.“

Wasserabläufe fehlen

Darüber hinaus macht Ralf Schwarz in dem CDU-Antrag deutlich, es müsse geklärt werden, ob im Bereich der Privatstraße, die von der Straße Rekumer Mühlenberg beziehungsweise über den Wirtschaftsweg der Entkopplungsgesellschaft zu erreichen sei, alle baulichen Vorschriften eingehalten wurden, um das Oberflächenwasser ordnungsgemäß abzuleiten. „Bei einer Begehung vor Ort sah es bei den meisten Grundstücken nicht so aus“, heißt es.

Bei den beiden Starkregen-Ereignissen im Juni sei das gesamte Wasser vom Privatweg, dem Wirtschaftsweg, dem anschließenden Feldweg und den Einmündungen der Rekumer Bucht und der Johannes-Trüper-Straße in Richtung Rekumer Straße geflossen. „Im Bereich vor der Rekumer Straße gibt es lediglich einen Entwässerungsablauf“, macht Ralf Schwarz deutlich.

So seien aus dem Bereich des unbefestigten Wirtschaftsweges massiv Geröll und aus dem weiterführenden Ackerweg zusätzlich Erdmassen in die Johannes-Trüper-Straße gespült worden. Da der kleine Straßengully diese Wassermassen nicht habe aufnehmen können, seien die Grundstücke in der Johannes-Trüper-Straße in eine Seen-, Matsch- und teilweise Gerölllandschaft verwandelt worden, einige Keller liefen voll. Laut Ralf Schwarz verwandelte sich die Johannes-Trüper-Straße darüber hinaus am 10. Juni in einen reißenden Wasserstrom (circa 15 Zentimeter hoch), das Wasser sei sogar über die Hochpflasterung zur Rekumer Straße hinweggeschossen, direkt in ein Wohngebäude, das die Feuerwehr auspumpen musste. Im unteren Bereich der Rekumer Bucht am ehemaligen Bahndamm sei es ebenfalls zu Überflutungen der Grundstücke gekommen, da es dort keinen einzigen Ablauf für Wasser gebe.

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„Da es immer häufiger zu Starkregenereignissen kommen wird, ist die miserable Straßenentwässerung umgehend nachzurüsten, durch beispielsweise große Querrinnen im Bereich Johannes-Trüper-Straße – im oberen und unteren Bereich – sowie im Problembereich der unteren Rekumer Bucht. In beiden Straßen gibt es einen Kanal für Regenwasser, sodass ein Anschluss problemlos erfolgen könnte“, begründet Schwarz im Antrag.

Darüber hinaus regen die Christdemokraten an, dass sich das Amt für Straßen und Verkehr auch den Sandkuhlenweg unter diesen Gesichtspunkten anschaut. „Es gab keine offizielle Meldung dazu, aber die Straßensituation ist dort eine ähnliche“, heißt es. Die CDU beantragt, dass dem Beirat in den genannten Fällen kurzfristig ein Lösungsvorschlag unterbreitet werde. Schwarz verdeutlicht: „Es geht hier nicht um eine Sanierung der Straßenanlage, sondern um eine Problemlösung der desolaten Entwässerungslage im vorhandenen Straßennetz und um eine Klärung der Oberflächenentwässerung der neuen Grundstücke in dem besagten Privatweg.“

Schleichweg in Farge

Um den Zustand und die Nutzung der Heinrich-Steffens-Straße in Farge geht es in einem weiteren Antrag der CDU an den Beirat Blumenthal, in diesem Fall schriftlich formuliert von Holger Jahn aus Farge. Darin heißt es, dass Anwohner beklagen, die Heinrich-Steffens-Straße werde als Durchfahrtsstraße und Schleichweg von und zur B 74 genutzt. Eigentlich verbietet dies die Beschilderung der Straße. „Danach regelt Vorschriftzeichen Nummer 260 der Straßenverkehrsordnung, dass das Befahren für Kraftfahrzeuge aller Art verboten ist.“

Es gebe zwar ein Zusatzzeichen, doch das erlaube lediglich die Zufahrt für Anlieger bis jeweils zum letzten Haus der Straße, das maximale Gewicht von 7,5 Tonnen dürfe zudem nicht überschritten werden. „Daraus ergibt sich faktisch die Unzulässigkeit, die Straße zu durchfahren“, so Jahn im CDU-Antrag. Die CDU schlägt deshalb entsprechende Polizeikontrollen vor, insbesondere während des Berufsverkehrs. In einem zweiten Teil des Antrags wird der bauliche Zustand der Straße beklagt: eine zersplitterte Asphaltdecke sowie ein nicht vorhandener Fußweg. Beidseitig gebe es lediglich einen unbefestigten Sand- beziehungsweise Grasstreifen. Fußgänger und Autoverkehr müssen sich die Straße teilten, mit entsprechenden Unfallrisiken.

„Die Anwohner wünschen sich keine Neubaumaßnahmen ihrer Straße, sondern lediglich die Herstellung der Verkehrssicherheit“, macht Jahn in dem Antrag deutlich. So soll das Amt für Straßen und Verkehr durch den Beirat aufgefordert werden, die beschriebenen Mängel in der Straße zu beheben und sie durch eine neue Asphaltdecke wieder in einen sicheren Zustand zu versetzen.

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