Werkmarkt der Waldorfschule in Osterholz bietet wieder einmal breites Spektrum Kunstfertigkeit beeindruckt die Gäste

Er wird auch „Wow-day“ genannt, der herbstliche Werkmarkt an und in der Waldorfschule an der Graubündener Straße. Das hört sich nach Staunen an, nach Überwältigtsein von tollen Eindrücken. Und das war nicht zu viel versprochen, denn die Fülle an bunten Ständen und Aktivitäten war groß, und noch dazu schien die Sonne prächtig darauf.
26.10.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christiane Tietjen

Er wird auch „Wow-day“ genannt, der herbstliche Werkmarkt an und in der Waldorfschule an der Graubündener Straße. Das hört sich nach Staunen an, nach Überwältigtsein von tollen Eindrücken. Und das war nicht zu viel versprochen, denn die Fülle an bunten Ständen und Aktivitäten war groß, und noch dazu schien die Sonne prächtig darauf.

So nach und nach entfaltet sich das bunte Treiben auf dem Werkmarkt der Waldorfschule. Waren es zunächst einige Handwerker, die aus der Umgebung angereist waren und ihre Stände aufgebaut hatten, gesellen sich Kinder dazu, die Zirkus-Aktivitäten im Gepäck haben oder gesundes Biogemüse anbieten.

Carlo und Noel, beide elf Jahre alt, verkaufen Lose für die Tombola, Henriette, Toyah und Henri gießen aus einem großen Kanister Lauge in Schalen, um dann mit Drahtschlingen Riesenseifenblasen zu zaubern, die besonders schön im Sonnenlicht schillern.

Dazu gibt es Leierkastenmusik und Stelzenläufer in Reifröcken – eine herrliche Sommernachmittags-Szenerie. Etwas ganz Besonderes bieten der 13-jährige Ben mit Lena und Greta, beide acht Jahre alt, an: Recycling-Portemonnaies aus Milch- und Orangensaftpackungen, handlich gefaltet und mit Klettverschluss versehen. „Die Idee stammt von unserer Lehrerin, die in den Sommerferien in Afrika gewesen ist“, erklärt Ben. Die Inspirationsquelle ist unverkennbar: Auf einem Plakat, das hinter den Kindern hängt, sieht man eine Afrikanerin mit kleinen Konservendosen als Lockenwickler im Haar.

An den Verkaufsständen gibt es Warmes, Nützliches, Dekoratives in Hülle und Fülle, Selbstgebasteltes und Genähtes aus Naturmaterialien. Kleidung, Dinge aus Wollfilz, Honigkerzen, Schachteln, Kränze, Pflanzenseife, Schmuck und vieles mehr, das gar nicht alles aufgezählt werden kann. Zwischendurch immer wieder Essbares wie Fingerfood, Cupcakes und Pizza – auch dabei ist das Angebot vielfältig.

Einblicke in die Arbeit

Unwiderstehlich aber zieht es die Besucher zu den Handwerkern, die vor Ort Einblick in ihre Kunst geben. Der Schmied mit der Lederschürze, der das Metall zum Glühen und unter dem rhythmischen Klingen der Hammerschläge in Form bringt, die Töpferin, unter deren Händen auf der Drehscheibe aus einem grauen Tonklumpen ein schönes, symmetrisches Gefäß entsteht.

„Das ist mein Malkasten“, Manuela Urban-Lehmann aus Nienburg hält einen Korb mit pflanzengefärbter Wolle hoch. Unglaublich, welche Bilder sie ohne Pinsel und Farbtöpfe damit gestaltet. Die frühere Maskenbildnerin kam ganz zufällig durch den Waldorfkindergarten ihrer Kinder zu dieser Technik, die sie immer weiter perfektioniert hat. Inzwischen gibt es eine große Nachfrage nach ihren anmutigen Märchen-, Engel-, Blumen- und Landschaftsbildern, und nach den erstaunlich naturgetreuen Tierdarstellungen, die es gerahmt oder auf Karten zu kaufen gibt.

Stephan Fischer schneidet mit dem Seitenschneider Zinnbecher in Streifen. „Meine Frau sammelt die, die werden heute nicht mehr so viel benutzt“, sagt er. Auch dieses Material lässt sich in eine andere Form bringen, bekannt vom Bleigießen an Silvester. Nebenan schmilzt sein Helfer Sean die silbrige Flüssigkeit über dem Feuer und gießt sie in kleine Kautschukformen. Nach dem Erkalten sind es zierliche Tierfiguren geworden, Panther, Seehunde, Elefanten und Schildkröten. Sogar das Muster des Panzers ist ganz fein plastiziert – die Gießformen stammen von einem „Könner aus dem Harz“, erklärt Stephan Fischer.

Etwas weiter von seinem Stand entfernt haben die Pfadfinder neben ihrer Jurte ein Feuerchen gemacht und präparieren die Stockbrote, die darin gebacken werden sollen, und vom Hof klingt flotte Blasmusik vom Jugendorchester der Musikschule Bremen.

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