Niedersachsenpokal Kurze Ecke krönt langen Anlauf

Ottersberg. Die Fußballer des TSV Ottersberg sind am Mittwochabend in eine neue Dimension vorgestoßen. Durch ein von Mittelfeldspieler Sebastian Koltonowski in der 58. Minute erzieltes Kopfballtor schlugen sie ihren neuen Oberliga-Mitstreiter SV Teutonia Uelzen mit 1:0 und durften erstmals ins Viertelfinale des Niedersachsenpokal-Wettbewerbs einziehen.
12.08.2010, 21:51
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Von Ehrhard Müller

Ottersberg. Die Fußballer des TSV Ottersberg sind am Mittwochabend in eine neue Dimension vorgestoßen. Durch ein von Mittelfeldspieler Sebastian Koltonowski in der 58. Minute erzieltes Kopfballtor schlugen sie ihren neuen Oberliga-Mitstreiter SV Teutonia Uelzen mit 1:0 und durften erstmals ins Viertelfinale des Niedersachsenpokal-Wettbewerbs einziehen. Allerdings bleibt festzuhalten, dass die Teutonen auf dem Trainingsplatz des Ottersberger Wümme-Sportgeländes keine Bäume ausgerissen haben. 'So einen limitierten muss man sowohl im Pokal als auch im Punktspiel schlagen', stellte Trainer Axel Sammrey fest.

Der TSV Ottersberg ist dabei, sich im Pokalwettbewerb des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) den Ruf eines Minimalisten zu erwerben. Am Mittwoch vor einer Woche hatte er die SV Drochtersen/Assel vor eigenem Publikum ebenfalls mit 1:0 bezwungen. Im Achtelfinale gegen den Lüneburger Landesliga-Meister Teutonia Uelzen traf das nicht nur auf das Endergebnis, sondern auch auf die Leistung der Sammrey-Schützlinge zu. Der TSV Ottersberg präsentierte sich zwar als die deutlich aktivere Mannschaft, die sich folgerichtig ein deutliches Chancenplus erarbeiten konnte, doch das Kombinationsspiel lief über weite Strecken im Leerlauf. Auffällig: Die Heimmannschaft operierte häufig mit 'langen' Bällen, oftmals wurde das Leder sogar unkontrolliert aus der Gefahrenzone geschlagen.

'Auf diesem Platz sind keine Kurzpässe möglich', schuldete Sammrey die Vorgehensweise dem stark verbesserungswürdigen Zustand des Ottersberger B-Platzes, 'es bleibt einem nichts anderes übrig, als so zu spielen. Das ist wahrscheinlich der schlechteste Rasen, auf dem jemals ein Niedersachsenpokalspiel ausgetragen wurde.' Bemerkenswert: Noch am Abend zuvor hatte die Ottersberger Dritte auf dem holprigen Geläuf ein Testspiel ausgetragen und ihm dadurch weiter zugesetzt.

Uelzens Torjäger in guten Händen

Auch Uelzener Spieler haderten häufig mit versprungenen Bällen. Allerdings hatten die Teutonen in spielerischer Hinsicht noch weniger zu bieten. Im 4-2-3-1-System angetreten, bemühten sie sich, die Ottersberger Vierer-Abwehrkette mit hohen Diagonalpässen auseinanderzureißen. Der Adressat hieß in der Regel Danny-Torben Kühn, bis zur 73. Minute der einzige nominelle Stürmer des Oberliga-Neulings, der in den ersten beiden Pflichtspielen der neuen Saison bereits fünf der insgesamt sechs Tore erzielen konnte.

Kapitän Kühn bemühte sich redlich, die Bälle für seine Mitstreiter prallen zu lassen. Doch letztendlich rückten sie nicht entschlossen genug nach, um den Einzelkämpfer zu unterstützen. Letztendlich ließ das Ottersberger Innenverteidiger-Pärchen Mateusz Peek/Thomas Nowotny den Teutonia-Knipser nicht entscheidend zur Entfaltung kommen. In der Schlussphase schickte Trainer Achim Otte noch Markus Börngen zusätzlich in die Spitze (73.) und ließ von der 82. Minute an mit einer Dreier-Abwehrkette weiterspielen (Norman Arndt rückte auf die Zehner-Position vor), doch mehr als zwei Distanzschüsse brachte Uelzen nicht mehr zustande.

Dem TSV Ottersberg dagegen boten sich zum Schluss noch Torchancen in Hülle und Fülle, er hätte sich die abschließende Zitterpartie ersparen können. Vor allem Alexander Neumann blieb vor dem Tor ohne Fortune. Der junge Ottersberger Stürmer war in der 89. Minute mit einem Schrägschuss am Außenpfosten gescheitert, und Augenblicke später konnte er ein Solo nicht mit dem erhofften Erfolg abschließen. '?Alex? tut mir etwas leid', bemerkte Sammrey. Der frühere Jugendnationalspieler bot ein bemerkenswert hohes Laufpensum und störte das Uelzener Aufbauspiel immer wieder energisch, doch mit einem Treffer wurde er für seinen hohen Aufwand nicht belohnt. Die vergebenen Tormöglichkeiten in der Schlussphase waren nicht die einzigen Aktionen, die Neumann am Mittwochabend misslangen. Allerdings darf sich der Youngster auch zukünftig der Unterstützung in vorderster Reihe gewiss sein. Entgegen den bisherigen Pflichtspiel-Taktiken wich Sammrey vom 4-2-3-1-System ab und ließ gegen Uelzen mit Lars

Behrens eine zweite Spitze auflaufen. So will der Trainer auch am Sonntag beim Oberliga-Heimdebüt gegen Arminia Hannover (Anstoß: 15 Uhr) verfahren. Die Begründung: 'Allein ist ?Alex? vorne verloren.'

Das Tor des Abends resultierte aus einer von den Peters-Zwillingen vorgetragenen Eckballvariante. Mirko spielte den Ball kurz, bekam ihn von Patrick zurück und schickte die Kugel mit Effet in den Strafraum, von wo aus Koltonowski sie per Kopf ins 'lange' Eck wuchtete. Bis dahin war Ottersberg immer wieder angelaufen, durch Mirko Peter (7.), Denker (9.), Behrens (26.) und Becker (38./44.) aber nicht zwingend zum Abschluss gekommen.

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