750 000 Euro für Berner Betrieb Land fördert Fischer & Plath

Niedersachsen fördert das Unternehmen Fischer & Plath mit 750 000 Euro. Damit unterstützt das Land den Bau einer neuen Firmenzentrale samt Logistikzentrum. Gesamtinvestition: 7,5 Millionen Euro.
26.07.2018, 19:25
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Land fördert Fischer & Plath
Von Barbara Wenke

Ganspe. Das Land Niedersachsen fördert eine Betriebserweiterung des Unternehmens Fischer & Plath, Hersteller von Dichtungsringen, mit 750 000 Euro. Auf dem Betriebsgelände an der Industriestraße sollen bis Ende 2019 ein Logistikzentrum sowie die neue Firmenzentrale entstehen. Am Donnerstagvormittag überreichte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Berend Lindner, dem geschäftsführenden Inhaber Ralf Mertens den Zuwendungsbescheid.

Fischer & Plath wird in den kommenden Monaten 7,5 Millionen Euro in sein geplantes Logistikzentrum mit angeschlossenem Bürogebäude investieren. Das sei keine schlechte Summe für ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 20 Millionen Euro, sagte Mertens. "Weihnachten 2019 wollen wir komplett hier sein", blickte der Firmenchef beim Empfang voraus. Derzeit sitzt die Hälfte der rund 130 Mitarbeiter noch in Büros an der Gansper Helmer. In den frei werdenden Räumen soll ein Firmen-Archiv untergebracht werden.

"Wir hätten den Bau auch ohne Förderung durchgezogen", betonte der Unternehmer. Dennoch helfe die Summe enorm. Sie sei "das krönende Sahnehäubchen". Dank der Förderung könne Fischer & Plath ein bis zwei Jahre früher den nächsten geplanten Schritt tun und in neue Arbeitsplätze und Mitarbeiter investieren.

1983 hatte Ralf Mertens das 1961 gegründete Unternehmen gekauft. Unter seiner Führung entwickelte sich die Fischer & Plath GmbH vom Nischenanbieter für handgefertigte Spezialdichtungen zu einem in Europa führenden Hersteller und Zulieferer präziser metallischer Dichtungen für die Automobilindustrie und den Handel.

Jetzt gilt es für das Unternehmen, sich erneut weiterzuentwickeln. Derzeit fertigen und vertreiben die Berner Dichtringe und Dichtungen nach Normvorgaben oder Kundenvorstellungen. Die Entwicklung der Dichtungen werde dabei stets von den Systemherstellern wie Bosch, Continental oder Liebherr geleistet, erläuterte Marketingchef Mark Mumm. In den neuen Räumen werden sich die Mitarbeiter fortan einer neuen Herausforderung stellen. "Unsere Kunden erwarten zunehmend eine Übernahme der Entwicklungsleistung durch uns als Hersteller", so Mumm. In den kommenden Jahren soll in den Räumen an der Industriestraße deshalb auch geforscht und entwickelt werden.

Dafür plane Fischer & Plath 12,5 neue Arbeitsplätze ein. "Forschung und Entwicklung von neuen Dichtungslösungen werden künftig über die Vergabe von Projekten und über eine stabile, langfristig orientierte Kunden-Lieferanten-Beziehung entscheiden", ist der Leiter der Unternehmenskommunikation überzeugt. Bereits im August soll es mit den Tiefbauarbeiten losgehen, sagte Firmenchef Mertens. Im Winter dürfte der Rohbau stehen. Für die Ausstattung der Räume rechnet Mertens noch einmal ein halbes Jahr ein.

Mertens bedankte sich bei den Vertretern von Land, Industrie- und Handelskammer, Gemeinde und Wirtschaftsförderung für die gelungene Zusammenarbeit und Unterstützung. Und das, obwohl er nach eigenen Worten nicht immer das beste Verhältnis zu den Organisationen gehabt habe. "Herr Brückmann, Sie mussten sich bei ihrem letzten Besuch anhören, was alles nicht funktioniert hat", wandte sich Mertens direkt an den Landrat. Zudem habe er der Wirtschaftsförderung vor einiger Zeit die Leviten gelesen, räumte der Berner Unternehmer freimütig ein.

Jetzt habe sich das Verhältnis verändert. Bei dem Projekt "Erweiterung der Betriebsstätte" hätten alle Stellen gut zusammengearbeitet. "Bürgermeister Hartmut Schierenstedt hat den Bauantrag sogar persönlich ins Kreishaus gebracht, damit er sofort in die richtigen Hände gelangt", sagte Mertens. Deshalb wolle er nun ein klares Bekenntnis zur Gemeinde und zum Landkreis abgeben.

65 000 Quadratmeter Grundfläche stehen Fischer & Plath zwischen Weser und Industriestraße zur Verfügung. Etwa die Hälfte davon wird nach Fertigstellung des L-förmigen Neubaus erschlossen sein.

Die niedersächsische Landesregierung unterstützt mit der sogenannten einzelbetrieblichen Investitionsförderung Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in den strukturschwächeren Gebieten des Landes. Ziel sei es, regionale Entwicklungsunterschiede abzubauen, erläuterte Eike Frenzel. Hervortun müssten sich die geförderten Unternehmen durch regionale Bedeutung, Nachhaltigkeit, Innovationsgrad, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Tarifbindung, so der Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Die Fördermittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur sowie aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

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