Worpswede Land pumpt neun Millionen Euro ins Künstlerdorf

Worpswede. Das Haus im Schluh, in dem Martha Vogeler nach der Trennung von Heinrich Vogeler gelebt hatte, wird saniert. Insgesamt pumpt das Land Niedersachsen in den nächsten drei Jahren sechs Millionen Euro aus EU-Mitteln ins Künstlerdorf.
05.08.2010, 20:52
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Michael Wilke

Worpswede. Das Haus im Schluh, in dem Martha Vogeler nach der Trennung von Heinrich Vogeler gelebt hatte, wird saniert. Insgesamt pumpt das Land Niedersachsen in den nächsten drei Jahren sechs Millionen Euro aus EU-Mitteln ins Künstlerdorf.

Als Niedersachsens Kulturministerin Johanna Wanka am Donnerstag aus der dunklen Limousine stieg, blickte sie auf Kameras und Mikrofone. Mehrere dutzend Medienvertreter erwarteten die 59-Jährige vor dem Haus im Schluh in Worpswede, in dem Martha Vogeler nach der Trennung von Heinrich Vogeler seit 1920 mit ihren drei Töchtern gelebt hatte.

Die beiden über 300 Jahre alten Bauernhäuser mit Reetdach und Fachwerk, heute Pension und Museum, werden für knapp zwei Millionen Euro saniert und restauriert. Insgesamt pumpt das Land Niedersachsen in den nächsten drei Jahren sechs Millionen Euro aus EU-Mitteln ins Künstlerdorf. Drei Millionen Euro steuern der Landkreis und die Gemeinde Worpswede, Stiftungen und der Landschaftsverband bei.

Mit dem Geld werden auch andere Worpsweder Museen wie der Barkenhoff, die Große Kunstschau und die Kunsthalle Netzel saniert und modernisiert. Der Masterplan des Landes soll das Künstlerdorf für kulturinteressierte Besucher attraktiver machen und den Trend umkehren. In den vergangenen Jahren sind die Besucherzahlen leicht gesunken.

„Ein zauberhafter Ort“, schwärmte die Kulturministerin. Worpswede ziehe Menschen aus aller Welt an und sei für das Land „ein solches Pfund“, dass Niedersachsen nicht kleckern, sondern klotzen sollte, sprach die Ministerin in die Mikrofone der Journalisten. Es gehe nicht nur um Baumaßnahmen. „Der Masterplan bietet die große Chance, die Museen als Gesamtensemble mit einem Gesamtkonzept zu präsentieren.“ Künftig werden die Worpsweder Museen im Verbund agieren, 2012 solle eine große Gemeinschaftsausstellung an Heinrich Vogeler erinnern. Das Gesamtkonzept und eine Vermarktungsstrategie soll der im Rahmen des Masterplans gegründete Museumsverbund zusammen mit allen beteiligten Häusern entwickeln. Einerseits sollen die Museen gemeinsam in Erscheinung treten. Andererseits sollen sie sich stärker profilieren, ihre Eigenheiten und Stärken, ihre Unverwechselbarkeit soll deutlich werden. Das betonte die künstlerische Leiterin des Museumsverbundes, Sabine Schlenker, beim Besuch der Ministerin.

„Wir stehen in einem Wettbewerb um Einwohner und Besucher“, betonte der Osterholzer Landrat Jörg Mielke. „Wenn man weiterkommen will, muss man wahrgenommen werden. Wahrgenommen wird man, wenn man etwas hat, das Andere nicht haben. Und das ist Worpswede.“ Die Masterplan-Millionen seien für Worpswede die große Chance, seine Zukunft zu sichern, nicht nur als Museumsdorf, sondern auch als lebendige Künstlerkolonie, meinte Worpswedes Bürgermeister Stefan Schwenke.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+