Tag des offenen Denkmals Erinnerung neu denken

Trotz der Corona-Einschränkungen gibt es zum Tag des offenen Denkmals an diesem Sonntag, 13. September, einige Aktionen im Nordkreis Diepholz. So findet etwa auch wieder ein Backtag in Heiligenrode statt.
10.09.2020, 17:33
Lesedauer: 4 Min
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Erinnerung neu denken
Von Esther Nöggerath

Landkreis Diepholz. Denkmäler stehen an diesem Sonntag, 13. September, wieder im Mittelpunkt, wenn deutschlandweit der Tag des offenen Denkmals begangen wird. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken“. Und auch wenn aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie zahlreiche Aktionen in diesem Jahr nur digital stattfinden können, gibt es doch noch die eine oder andere Veranstaltung im Nordkreis Diepholz vor Ort – natürlich unter Berücksichtigung der gängigen Hygieneregeln.

Weyhe

Das Motto des Gedenktages passt hervorragend zu dem, was von 14 bis 16 Uhr rund um das abgetragene Kriegerdenkmal in Erichshof geplant ist. Denn die Fläche zwischen Lange Reihe und Neißestraße soll neu gestaltet und gedacht werden. Im kommenden Jahr möchte die Gemeinde das marode Denkmal in veränderter Form und mit veränderter Ausrichtung wieder aufbauen. Bänke und Bepflanzungen sollen aber bereits zeitnah markieren, dass es sich um eine Fläche handelt, die der Erinnerung gewidmet ist, sagt Hedda Stock aus dem Kulturbüro der Gemeinde. Gästeführerin Karin Busch wird die Besucher mit Informationen versorgen und von 14.30 bis 15.30 Uhr einen Kurzvortrag halten. „Heute müssen wir kritisch auf solche Denkmäler gucken, aber respektvoll mit ihnen umgehen“, sagt sie. Sitzgelegenheiten für die Besucher sind vorhanden. Gemeindearchivar Hermann Greve hat außerdem Daten der 90 Todesopfer und Vermissten der zwei Weltkriege aus Weyhe gesammelt. Die entsprechenden Tafeln werden an den Bauzäunen am Denkmal hängen und dort nach dem Aktionstag bleiben. Die Besucher sind aber auch aktiv gefordert: So wartet ein Puzzle auf sie vom Spruchband des alten Denkmales. Außerdem will die Gemeinde eine Umfrage starten zum Motto, das neben dem neuen Denkmal stehen könnte. Coronabedingt müssen die Kontaktdaten vor Ort hinterlegt werden, ein Mund-Nasen-Schutz ist erforderlich.

Am späten Nachmittag gibt es in Kirchweyhe dann zum Tag des offenen Denkmals ein Konzert in der Felicianuskirche. Ab 17 Uhr präsentieren dort, wie berichtet, Ursula Bederke (Sopran und Altblockflöte), Margarete Thyssen (Diskant, Bassgambe, Blockflöte), Petra Müller (Gesang) sowie Elisabeth Geppert (Orgel) überwiegend Werke des Barock. Es werden Sonaten von Telemann, Händel, de Boismortier und Bach zu hören sein, ebenso wie das Stück „Engelsnachtigall“ von Jacob van Eyck. Der Eintritt kostet zwölf, für Schüler und Studenten fünf Euro. Tickets gibt es direkt an der Tageskasse ab 16.15 Uhr.

Stuhr

Frisch gebackenen Butter- und Zwetschgenkuchen sowie Brot gibt es außerdem beim Backtag, den der Heimatverein Heiligenrode anlässlich des Aktionstags wieder anbietet. Allerdings gibt es keine Live-Übertragung vom kompletten Heiz- und Backvorgang, wie ursprünglich geplant. Dafür startet der Verkauf auf der Mühlenwiese um 14 Uhr. Auf den Ausschank von Kaffee muss allerdings auch dieses Mal verzichtet werden. Geöffnet hat an dem Tag aber der Backhaus-Anbau, der sogenannte „Doppelsitzer“, der früher die Toilette der Müllerfamilie war. Einen Blick können Besucher außerdem in die historische Schuhmacherwerkstatt werfen. Allerdings könnten dort höchstens zwei Gäste auf einmal reinschauen, betont Heimatverein-Vorsitzende Viola Dahnken.

Geöffnet hat zum Tag des offenen Denkmals auch die nahe gelegene Klosterkirche in Heiligenrode. Nach einem Gottesdienst ab 11 Uhr im Gotteshaus bietet Pastorin Tabea Rösler ein offenes Singen auf dem Kirchhof an. Gottesdienstbesucher und auch Passanten sind dazu eingeladen. Wer einen Wunsch hat, kann Rösler vorher seine Lieblingslieder nennen. Am späten Nachmittag gibt es dort dann ebenfalls noch ein Konzert: In oder an der Klosterkirche wird der Blues-Gitarrist Thomas Schleiken musizieren. Neben Eigenkompositionen spielt der gebürtige Niederrheiner laut Ankündigung auch Klassiker des akustischen Blues und Folk. Beginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Ein bisschen nostalgisches Reisen ist am Tag des offenen Denkmals ebenfalls möglich. So verkehrt die historische Kleinbahn Jan Harpstedt am Sonntag wieder zwischen Harpstedt und Heiligenrode. Allerdings sind aufgrund der Corona-Krise nach wie vor unterwegs nur Aus- aber keine Zustiege möglich. Außerdem findet kein Dampfzugbetrieb statt, alle Fahrten werden mit dem Triebwagenzug angeboten. Die Abfahrtszeiten und weitere Infos zu den Regelungen finden Interessierte online unter www.jan-harpstedt.de.

Bruchhausen-Vilsen

Historische Lokomotiven fahren auch bei der Museumseisenbahn Bruchhausen-Vilsen am Sonntag wieder zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf. „Lassen Sie sich in eine vergangene Zeit entführen, riechen Sie den Geruch von Dampflokomotiven und genießen Sie das historische Ambiente von Holzklassewagen“, regt Rabea Barz vom örtlichen Tourismus-Service zur Teilnahme an. Die Züge sind aufgrund der Pandemie allerdings bis auf Weiteres platzkartenpflichtig. Karten für die Museumseisenbahn gibt es bei Nordwest-Ticket und deren Vorverkaufsstellen wie etwa in den Geschäftsstellen des WESER-KURIER.

Einen Blick in die Wassermühle in Bruchmühlen können Gäste ebenso werfen. Dort wird die obere Tür der Mühle offen stehen, durch die auch einige historische Teleskope betrachtet werden können. Bei schönem Wetter sollen außerdem auf einer großen Leinwand vor der Mühle Teile des neuen Films „Mühlen in Niedersachsen“ gezeigt werden. Dann wird auch Kaffee und Kuchen am Mühlenteich serviert. Wegen Corona ist die Anzahl der verfügbaren Plätze aber begrenzt.

Und die Klostermühle Heiligenberg ist laut Barz am Tag des offenen Denkmals geöffnet. Weitere Informationen zu den Aktionen und Öffnungszeiten gibt es online unter www.heiligenberg-klostermuehle.de.

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