Radwegbrücke in Intschede Landkreis rechnet mit Verzögerung

Weil der Brückenzug über das Weserwehr in Intschede erneuert wird, soll in unmittelbarer Nähe eine separate Radwegbrücke entstehen. Das Projekt wurde aber noch nicht im Landesprogramm aufgenommen.
03.06.2019, 15:51
Lesedauer: 2 Min
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Landkreis rechnet mit Verzögerung
Von Onno Kutscher

Seit November 2018 ist der Brückenzug über das Weserwehr in Intschede für den motorisierten Verkehr gesperrt. Wie berichtet, ist das Bauwerk marode und muss erneuert werden. In den zahlreichen politischen Diskussionen, wie der Brückenzug nach dem Umbau aussehen soll und wie man die Nutzung für Fahrradfahrer sicherer machen kann, ist im Laufe des vergangenen Jahres die Idee gekeimt, eine separate Fahrradbrücke in unmittelbarer Nähe zum Wehr zu errichten. Der Grund: Der geplante einspurige Brückenneubau über das Weserwehr lässt nur eine eng begrenzte Verbreiterung für den Fahrradverkehr zu.

Die Kreisverwaltung war seitdem nicht untätig und hat den Bau einer separaten Radwegbrücke im Februar 2019 bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV), Geschäftsbereich Lüneburg, zur Aufnahme in das Mehrjahresprogramm (MJP) angemeldet. Das geht aus einer Mitteilungsvorlage hervor, mit der sich am Montag, 17. Juni, der Planungs-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Bauausschuss des Landkreises beschäftigt. Von der Behörde gab es auch schon eine Antwort, aber sicherlich nicht die, die sich die Kreisverwaltung erhofft hat.

Behörde vermisst Aussagen über kostengünstigere Varianten

So heißt es in der Vorlage, dass die Aufnahme in das MJP vorerst abgelehnt wurde. Zwar habe die Behörde bestätigt, dass dieser Lückenschluss im Radwegnetz grundsätzlich erforderlich sei und dies auch durch die Antragsunterlagen der Kreisverwaltung nachgewiesen wurde. Aber: Die Behörde hat ihre vorläufige Entscheidung damit begründet, dass sie Aussagen in den Antragsunterlagen über kostengünstigere Varianten vermisst. Dazu gehört unter anderem die Verbreiterung der Brücke am jetzigen Standort.

Dass dies aber bautechnisch nicht möglich ist, hat die Verwaltung in den politischen Gremien bereits mehrfach dargelegt und nun auch die Behörde darauf aufmerksam gemacht. So erklärt der Landkreis im Antrag, dass ein kombiniertes Bauwerk mit einer Verbreiterung der vorhandenen Brücke oder auch eine angehängte Version aus statischen Gründen nicht möglich ist. Die Kreisverwaltung erläutert außerdem, dass das vorhandene Bauwerk unter Denkmalschutz steht und allein aus diesem Grund wesentliche Veränderungen nicht zulässig sind.

Besichtigung der Brücke vor Ort

Um die Situation besser zu erklären, hat die Verwaltung nun Vertreter der NLStBV zu einer Besichtigung vor Ort eingeladen. Eine Antwort der Landesbehörde auf diese Einladung steht bisher noch aus.

In den zurückliegenden Jahren wurden von der Kreisverwaltung diverse Möglichkeiten bis zu einer komplett neuen Straßenbrücke untersucht und den politischen Gremien des Landkreises Verden zur Mitteilung und zum Beschluss vorgelegt. Ergebnis aller Beratungen und Untersuchungen war, eine eigenständige Fahrradbrücke zu planen. Hierfür wurden auch entsprechende Planungsmittel im Kreishaushalt zur Verfügung gestellt.

Die Gesamtkosten für die Variante, die die Kreisverwaltung zur Förderung eingereicht hat, betragen etwa 4,9 Millionen Euro. Der Landkreis strebt an, die Baumaßnahme ab 2023 zu realisieren. Die Verwaltung befürchtet allerdings, dass es zu zeitlichen Verzögerungen kommt, da das Land die Baumaßnahme eben noch nicht in sein MJP aufgenommen hat.


Die Sitzung des Planungs-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Bauausschuss am Montag, 17. Juni, beginnt um 17 Uhr. Treffpunkt ist im Kreisausschuss-Saal in Verden.

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