E-Fahrzeuge für Dienstfahrten Landkreis setzt auf Strom

Landkreis Osterholz. Der Landkreis Osterholz will seinen eigenen Ansprüchen, Klimaschutz und Energiewandel voranzutreiben, gerecht werden. Und so schafft die Kreisverwaltung E-Fahrzeuge für Dienstfahrten der Mitarbeiter an.
11.03.2014, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Peter von Döllen

Ein Tesla als Landratsauto? Ein solches Elektrokultauto der Vorreiterfirma aus Kalifornien wäre sicher reizvoll. Aber Landrat Bernd Lütjen winkt ab. Die Anschaffungs- oder Leasingkosten für das große Elektroauto mit einer Reichweite von rund 400 Kilometern wären einfach zu hoch. Ein E-Smart für die Kreisverwaltung tut es auch.

Der Landkreis Osterholz will seinen eigenen Ansprüchen, Klimaschutz und Energiewandel voranzutreiben, gerecht werden. Dazu gehört es auch, eine Vorbildfunktion zu übernehmen, wenn es um das Fahren mit Strom geht. „Wir wollen ausprobieren, wie alltagstauglich E-Fahrzeuge im Einsatz für den Landkreis sind“, informierte Landrat Bernd Lütjen gestern bei einem Pressegespräch. Seit zwei Wochen hat der Landkreis zwei E-Smarts und einen E-Worker in seinem Fuhrpark. Bei guten Erfahrungen könnten es mehr werden, glaubt Lütjen.

„Wir haben zurzeit zwölf Autos geleast. Dazu kommt das Landratsfahrzeug“, erklärte Dezernent Werner Schauer. Viele Mitarbeiter des Landkreises sind bei ihrer Arbeit unterwegs und benutzen dafür die Landkreisautos. „Es ist günstiger, eigene Autos zu leasen, als den Mitarbeiten die Fahrten mit ihren privaten Fahrzeugen zu vergüten“, sagte Schauer. Und Lütjen ergänzte: „In 70 Prozent aller Fälle sind die Fahrten unter 50 Kilometer.“ Damit sind Elektroautos ideal für diesen Bereich.

„Die Reichweite ist noch ein großes Manko dieser Autos“, sagte Lütjen. Rund 200 Kilometer kommen die meisten mit einer vollen Akkuladung – bei entsprechender Fahrweise. Die beiden Smarts sollen daher vorwiegend von Mitarbeitern der EDV-Abteilung und des Gebäudemanagements genutzt werden. Zum einen sind deren Fahrten meist relativ kurz. „Außerdem ist so die Auswertung des Probebetriebs einfacher“, findet Schauer. Dazu kommt der E-Worker, der hauptsächlich für die Grünflächenpflege eingesetzt werden soll. Auf dessen Ladefläche können auch Geräte wie Aufsitzmäher transportiert werden.

Der Landrat hat vorige Woche schon einen der weiß-grünen Smarts mit Torfkahnwappen auf den Türen ausprobiert. „Das macht richtig Spaß. Wenn es passt, werde ich sie auch selbst nutzen“, versicherte er.

Auf diesen Effekt setzt auch Andreas Jacobsen vom Unternehmen Nehlsen, das die Federführung des Forschungsprojektes „Unternehmensinitiative Elektromobilität“ übernommen hat. „Viele Menschen sind da sehr zurückhaltend“, meint er. Sie könnten sich nicht vorstellen, wie sich das Fahren anfühlt und hätten Vorurteile. Die seien unbegründet. Jacobsen: „E-Autos sind absolut alltagstauglich und das Fahren bereitet viel Freude.“ Diese Erfahrung könnten nun die Mitarbeiter des Landkreises machen.

Ziel des Projekts ist es, den Praxisnutzen in der Modellregion Bremen-Oldenburg branchenübergreifend zu vermitteln. „Wir freuen uns, dass der Landkreis an diesem Experiment teilnimmt“, erklärte Jacobsen. Der bekommt auf diesem Weg Fördermittel des Bundesverkehrsministeriums. Denn: „Die Leasingrate ist für Elektroautos deutlich höher als für konventionelle Fahrzeuge“, räumte Schauer ein. Da hinke Deutschland gegenüber anderen Ländern hinterher. In Frankreich sei der Preisunterschied zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor beispielsweise deutlich niedriger.

Bei allen Nachteilen hat der Landkreis den Klimaschutz im Blick. Schauer betonte: „Wir haben bei der aktuellen Flotte mit Verbrennungsmotoren schon auf den CO2-Ausstoß geachtet.“ Mit 112 Gramm pro Kilometer im Schnitt konnte er um rund ein Drittel reduziert werden. Mit den E-Fahrzeugen wird er weiter sinken, so Schauer. Und Jacobsen argumentierte: Bei entsprechender Fahrweise kosteten 100 Kilometer mit dem Smart etwa vier bis fünf Euro. Mit der Aktion will die Bundesregierung laut Projektkoordinator Jacobsen aber keineswegs den Absatz von E-Fahrzeugen unterstützen. Ihr gehe es eher um die Entwicklung von Netzen. „Wer mal nach Bremen muss, braucht beispielsweise Gewissheit, dass das Auto dort irgendwo aufgeladen werden kann“, so Jacobsen. Deshalb wurde auch die Errichtung zweier Ladestationen am Kreishaus und an den Berufsbildenden Schulen (BBS) gefördert.

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