Kartoffelernte

Im Kampf gegen die Dürre

Wie in jedem Jahr ist am 19. August der Tag der Kartoffel. Während die Corona-Krise für einige Landwirte im Landkreis Verden sogar Vorteile mit sich bringt, sorgt das trockene Wetter vielerorts für Probleme.
19.08.2020, 10:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Antonia Blome
Im Kampf gegen die Dürre

Hans Finke und Vasile Modoeanu (von links) ernten bei bestem Wetter auf dem Erdbeerhof Schröder Kartoffeln.

Björn Hake

Linda, Annabelle, Charlotte oder Nicola – hierbei handelt es sich nicht nur um elegant anmutende Frauennamen, sondern auch um verschiedene Kartoffelsorten, die aus vielen deutschen Küchen nicht mehr wegzudenken sind. Besonders geehrt wird der Erdapfel jährlich am Tag der Kartoffel - an diesem 19. August. Deutschland bleibt derweil in diesem Jahr der mengenmäßig größte Kartoffelerzeuger in der Europäischen Union. Und auch im Landkreis Verden haben sich einige Landwirte auf das Nachtschattengewächs spezialisiert und ernten derzeit vorrangig mittelfrühe Kartoffelsorten. Besonders zu kämpfen haben viele dabei mit den diesjährigen Witterungsverhältnissen.

Laut Landwirt Heiko Schröder vom Erdbeerhof Schröder in Thedinghausen verhält sich der Absatz in diesem Jahr trotzdem relativ normal. Das Wachstum der Erdäpfel sei gut gewesen und es habe keine größeren Ausschläge gegeben. Die Pflanzen, die er auf insgesamt drei Hektar anbaut, hätten allerdings einige Male gewässert werden müssen, um den trockenen Sommer auszugleichen. Bei so hohen Temperaturen kochen die Menschen laut Heiko Schröder allerdings ohnehin weniger Kartoffeln.

Zu trocken

Auch Kartoffelbauer Matthias Riewe klagt: „Das Wetter war in diesem Jahr eine Katastrophe, es war viel zu trocken.“ Der Dörverdener ist Initiator der Aktionsgruppe Himmel und Erde, wobei es sich um ein generationsübergreifendes Gartenprojekt handelt. Derzeit würden mittelfrühe Sorten wie Linda oder Belana geerntet. Die Dürre sei derweil bereits seit rund drei Jahren ein Problem für den Anbau der Knollen.

„Die Kartoffel benötigt eine intensive Wasserzufuhr, um die richtige Größe zu erreichen“, bestätigt auch Kreislandwirt Jörn Ehlers. Rebekka Schünemann und ihre Familie leiten den Hof Schünemann in Dörverden-Barme und hatten weniger Probleme mit den trockenen Verhältnissen. „Das Wetter war in diesem Jahr gut, die Kartoffeln sind sauber und weisen kaum Fäule auf“, erzählt sie. „Die herrschende Trockenheit kann zwar für das Wachstum der Kartoffel kontraproduktiv sein, sorgt aber für eine gute Qualität der Knollen.“

Junge Familien gewonnen

Auf dem Erdbeerhof Schröder habe die Corona-Krise derweil nichts verändert und die Landwirte hätten keinen Nachteil erlebt. Ähnliche Erfahrungen hat Rebekka Schünemann gemacht. Seit der Pandemie würden die Menschen weniger in Supermärkten und zum Beispiel mehr auf ihrem Hof Einkäufe erledigen. „Wir haben viele junge Familien dazugewonnen, die viel nachgefragt haben und uns Feedback gegeben haben“, zeigt sich die Landwirtin zufrieden. In den vergangenen Monaten sei der Blick vieler Menschen vermehrt auf lokale Angebote gelenkt worden.

„Problematisch war die Pandemie eher bei der Erdbeer- und Spargelernte, als wir zu wenige Saisonarbeiter zur Verfügung hatten“, spricht Schröder aus Erfahrung. Bei der Kartoffelernte seien die meisten Arbeitskräfte dagegen fest angestellt. Kreislandwirt Jörg Ehlers verweist allerdings auch auf einige Probleme, die durch die Corona-Krise entstanden seien: Einige Produktionszweige hätten sich neu orientieren müssen, da zum Beispiel die Gastronomie den Landwirten aufgrund der Schließungen weniger Kartoffeln abgenommen habe. So seien insgesamt mehr Nudeln und Reis gekauft worden, da die Kartoffel eher ein Produkt sei, das viel in Restaurants verzehrt werde.

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