Familiendrama in Hude

Leiche des Vaters entdeckt

Hude. Nach dem Familiendrama im niedersächsischen Hude ist auch die Leiche des Vaters entdeckt worden. Der Tote trieb am Ufer eines kleinen Sees, der etwa 300 Meter von dem Wohnhaus der Familie entfernt ist.
08.04.2010, 13:22
Lesedauer: 2 Min
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Von Ute Winsemann

Hude. Nach dem Familiendrama im niedersächsischen Hude ist auch die Leiche des Vaters entdeckt worden. Der Tote trieb am Ufer eines kleinen Sees, der etwa 300 Meter von dem Wohnhaus der Familie entfernt ist.

Bereits am Abend zuvor waren in einem Einfamilienhaus in Hudedie Leichen einer 51-Jährigen Frau, ihrer 17-jährigen Tochter und ihres 22 Jahre alten Sohnes gefunden worden. Der Familienvater war seitdem verschwunden. Ob der gelernte Fliesenleger seine Frau und seine Kinder umgebracht hat, ist noch unklar. Derzeit gebe es keine Hinweise auf einen anderen Täter, sagte Rainer du Mesnil Rochemont von der Staatsanwaltschaft Oldenburg.

Die Besatzung eines Polizeihubschraubers hatte den leblosen Körper des Vaters um 9.21 Uhr aus der Luft gesichtet. Gut zwei Stunden später barg die Polizei den Leichnam aus dem unwegsamen Moorgebiet und identifizierte ihn kurz danach als den Mann, der seit Entdeckung des Gewaltverbrechens an seinen Angehörigen am Vorabend gesucht worden war.

Am späten Donnerstagnachmittag hatte die Spurensicherung ihre Arbeit am See vorerst beendet. Einige Fundstücke hatten die Ermittler in Ufernähe sichergestellt. "Wir müssen jetzt schauen, ob sie dem Toten gehören", sagt Kriminaldirektor Jörn Stilke. Die Spurensicherung im Familienhaus dauerte dagegen auch am Abend noch an.

Mitbewohnerin alarmierte Rettungskräfte

Die Obermieterin, die sich Sorgen gemacht hatte, weil sie die Familie eine Weile nicht gesehen hatte, sowie eine weitere Nachbarin, die über einen Schlüssel zu der Wohnung im Erdgeschoss verfügte, hatten am Mittwoch gegen 19.30 Uhr zunächst die Mutter entdeckt. Die von ihnen alarmierten Rettungskräfte fanden kurz darauf auch den Sohn und die Tochter.

30 Polizisten hatten in der Nacht noch bis etwa 4 Uhr nach dem Vater gesucht, die Suche dann aber wegen der Dunkelheit unterbrochen und gegen 6 Uhr wieder aufgenommen.

Die Familie hatte seit Jahren in der 15.000-Einwohner-Stadt gelebt. Auch wie lange die Toten bereits in der Wohnung lagen, sagten die Ermittler nicht. Zu der Art, wie die vier Menschen zu Tode gekommen sind, wollten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern ebenso wenig Angaben machen wie zu den Begleitumständen. Zu der naheliegenden Vermutung, dass es sich um eine Beziehungstat gehandelt haben könnte, nahmen sie ebenfalls keine Stellung. Ob es zwischen den Eheleuten zuletzt Streit gegeben hatte, müssen nach Angaben der Staatsanwaltschaft nun die Zeugenbefragungen ergeben.

(mit dpa)

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