Städtepartnerschaft Leuchtturmstadt im Weinbaugebiet

Verden feiert in diesem Jahr silbernes Jubiläum seiner Städtepartnerschaft mit Zielona Góra. Zum Geburtstag ist eine Ausstellung geplant.
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Leuchtturmstadt im Weinbaugebiet
Von Jörn Dirk Zweibrock

Verden/Zielona Góra. Eine Städtepartnerschaft lebt von den Menschen, die sich mit viel Herzblut für den interkulturellen Austausch einsetzen. Eine von ihnen ist Roswitha Urbanski. Sie hat die Freundschaft mit dem polnischen Zielona Góra (Grünberg) seit nunmehr 25 Jahren wie ein zartes Pflänzchen gehegt und gepflegt. Kein Wunder also, dass Ilaria Massari und Katharina Kuß, die sich seit Anfang des Jahres um die Verdener Städtepartnerschaft kümmern, immer wieder gerne auf den großen Erfahrungsschatz von Roswitha Urbanski zurückgreifen.

Hervorgegangen aus der Deutsch Polnischen Gesellschaft (DPG) feiern die Verdener in diesem Jahr das silberne Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Zielona Góra. „Aus diesem Anlass veranstalten wir noch eine Bilderausstellung mit Motiven aus den beiden Partnerstädten“, verrät Ilaria Massari. Der genaue Termin stehe allerdings noch nicht fest. Während die Partnerschaft mit dem französischen Saumur bereits über ein halbes Jahrhundert alt ist, ist die Partnerschaft mit Zielona Góra dagegen betrachtet noch relativ jung. Viele Verdener, die noch nicht zu Gast in Polen waren, können sich überhaupt kein Bild von der rund 540 Kilometer entfernten Stadt machen, die mit 140 000 Einwohnern doch gleich fünf mal so groß wie Verden ist und sogar über eine eigene Universität verfügt.

Als Ilaria Massari in diesem Jahr zum ersten mal mit dem Zug nach Schlesien gereist ist, wusste sie erst gar nicht so recht, was sie dort eigentlich erwartet. Rückblickend kann sie sagen, dass ihre Erwartungen mehr als übertroffen wurden. „Zielona Góra ist eine richtige Leuchtturmstadt, eine Stadt, von der Verden noch viel lernen kann. Ich empfinde die Städtepartnerscaft als große Bereicherung“, sagt sie. So entstehe dort beispielsweise gerade der größte Busbahnhof für Elektrobusse in ganz Polen. Außerdem hätten sich die Verdener mit den Polen beim Partnerschaftsforum über die Nutzung von Regenwasser ausgetauscht.

Doch nicht nur das Thema Nachhaltigkeit steht in Zielona Góra ganz weit oben auf der Agenda, auch der Weinbau hat in der Umgebung von Grünberg eine lange Tradition. „Es handelt sich dabei um das nördlichste Weinbaugebiet in Polen“, erklären Ilaria Massari und Katharina Kuß. Roswitha Urbanski schwärmt in diesem Zusammenhang ganz besonders vom Palmiarnia, dem Palmenhaus auf dem Weinberg mit angeschlossenem städtischen Restaurant. Klar, dass die Delegation aus Verden immer ein gern gesehener Gast beim Weinfest Winobranie, dem größten in Polen, ist. Der Umzug erinnere ein wenig an den Domweihumzug, ziehen die drei Damen gleich eine Parallele zu Verden. Die starke Verwurzelung mit dem Weinbau würden auch die zahlreichen Bacchus-Figuren im Stadtgebiet von Zielona Góra widerspiegeln.

„Früher habe ich einmal einen Polnisch-Kursus belegt, bin damit aber nicht so recht weitergekommen“, gesteht Roswitha Urbanski. Darum verständige sie sich lieber auf Englisch und Deutsch in Polen. Das gelinge prima in Zielona Góra. Grünberg liegt ungefähr 500 Kilometer von Polens Hauptstadt Warschau entfernt. „Es ist eine unglaublich moderne Stadt, mit einem Straßenring um die Kernstadt herum“, schildert Ilaria Massari ihre Eindrücke von Verdens polnischer Partnerstadt. Die Altstadt besteche wiederum durch ihre historische Bausubstanz, „wunderschöne noble Häuser“. Ilaria Massari könnte sich jedenfalls gut vorstellen, in Zielona Góra zu leben. Ein größeres Kompliment könnte sie der Stadt nicht machen.

„Eine Städtepartnerschaft entwickelt sich über das Menschliche, über die persönlichen Beziehungen und Freundschaften, die im Laufe der Jahre entstehen“, findet Ilaria Massari. Umso froher ist sie, dass es Menschen wie Roswitha Urbanski gibt, die das vor 25 Jahren mit Zielona Góra unterzeichnete Kulturabkommen mit Leben füllen. Wer eine günstige Zugverbindung erwischt, erreicht Zielona Góra übrigens schon nach dreimaligem Umsteigen auf der Schiene. „Wir haben es sonntags auch schon einmal in vier Stunden mit dem Auto geschafft“, erinnert sich Roswitha Urbanski. Wer weiß, vielleicht frischt sie ihre Polnisch-Kenntnisse in Zeiten von Babbel und Co. ja doch noch eines Tages auf. Guten Tag heißt in polnischer Sprache jedenfalls Dzien dobry.

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