Hannelore und Hermann Schmidt aus Sagehorn feiern heute goldene Hochzeit / Bei ihm hat es sofort gefunkt, sie brauchte etwas länger Liebe auf Zuteilung

Oyten. Die freie Auswahl hatten sie nicht. "Wir wurden einander zugeteilt", sagt Hermann Schmidt und lacht. Bei einer Hochzeit von gemeinsamen Verwandten in Heidenau war er der Brautjungfer Hannelore Benecke als Tischherr an die Seite gesetzt worden - und fand Gefallen an ihr. "Ich war schnell für irgendwas zu begeistern und mochte sie sofort leiden", erzählt Hermann Schmidt. Bei seiner Herzdame dauerte es dagegen etwas länger: "Bei mir hat es nicht sofort gefunkt." Doch er blieb hartnäckig. "Ich bin ewig mit dem Zug von Tostedt nach Heidenau gefahren und hab' sie genervt." Irgendwann wurde die Angebetete weich. Heute sind Hannelore und Hermann Schmidt aus Sagehorn 50 Jahre lang verheiratet.
19.01.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sven Marquart

Oyten. Die freie Auswahl hatten sie nicht. "Wir wurden einander zugeteilt", sagt Hermann Schmidt und lacht. Bei einer Hochzeit von gemeinsamen Verwandten in Heidenau war er der Brautjungfer Hannelore Benecke als Tischherr an die Seite gesetzt worden - und fand Gefallen an ihr. "Ich war schnell für irgendwas zu begeistern und mochte sie sofort leiden", erzählt Hermann Schmidt. Bei seiner Herzdame dauerte es dagegen etwas länger: "Bei mir hat es nicht sofort gefunkt." Doch er blieb hartnäckig. "Ich bin ewig mit dem Zug von Tostedt nach Heidenau gefahren und hab' sie genervt." Irgendwann wurde die Angebetete weich. Heute sind Hannelore und Hermann Schmidt aus Sagehorn 50 Jahre lang verheiratet.

Am 21. Mai 1961 verlobte sich das Paar, die Hochzeit folgte am 19. Januar 1962. "Für damalige Verhältnisse war es ein großes Fest", erinnert sich Hannelore Schmidt an den Tag ihrer Eheschließung. 50 Gäste hatte das frischvermählte Paar zu seiner Feier nach Tostedt eingeladen. Besonders der Schleiertanz ist der Braut im Gedächtnis geblieben. Ihr Mann wollte unbedingt ein kleines Stück Schleier behalten und klammerte sich krampfhaft an den Tüllstoff. "Die anderen haben gerissen wie verrückt - am Ende war nur noch eine Wurst übrig", berichtet die 70-Jährige.

An ihrem heutigen Ehrentag lassen es die Schmidts ruhiger angehen. Sie haben zu einem Empfang in ihr 1970 erbautes Einfamilienhaus im Oytener Ortsteil Sagehorn eingeladen. Zu der Feier erwarten sie auch ihre Tochter Susanne (49), die in Karlsruhe lebt, ihren Sohn Stefan (47), der in Bassen wohnt, und ihre drei Enkelkinder. "Außerdem haben wir noch Enkelhunde und Enkelkatzen", zählt Hermann Schmidt auf.

Hermann Schmidt erlernte von 1955 bis 1958 bei der Deutschen Bundesbahn in Wuppertal-Elberfeld das Handwerk des Elektromechanikers. Nach seiner Ausbildung war der 72-Jährige beim Bauzug in Hamburg-Harburg und wurde von seinem Arbeitgeber in ganz Schleswig-Holstein eingesetzt. 1963 wechselte er zur Bahnmeisterei Sagehorn. Mit dem Moped war er fortan zwischen Oberneuland und Rotenburg unterwegs, um die Schrankenanlagen zu warten. Damals waren die Anlagen sehr empfindlich - besonders bei Unwettern. "Wenn ein Gewitter aufgezogen ist, konnte ich mich schon anziehen", berichtet der Pensionär.

Hannelore Schmidt ist gelernte Lohnbuchhalterin. "Als die Kinder kamen, habe ich nebenbei gekellnert und geputzt", sagt sie. Später stieg sie wieder ins Berufsleben ein und arbeitete von 1982 bis 2001 bei Bodo Renne.

Ihre Freizeit gestaltet Hannelore Schmidt gern sportlich. Sie betreibt Gymnastik im TV Oyten, Wassergymnastik und Nordic Walking. Ihr handwerklich begabter Gatte fand in Haus und Garten immer etwas zu tun. Nun machen die Augen nicht mehr mit. Außerdem spielte er Akkordeon und Orgel in der Band "German Boys", mit der er bei Tanzveranstaltungen auftrat. "Wir waren meist ein Jahr im Voraus ausgebucht", erklärt Hermann Schmidt stolz. Gemeinsame Hobbys der Eheleute sind der Kegelclub "Nix geweent" und Reisen. Unter anderem verbrachten sie ihren Urlaub an exotischen Orten wie Hongkong, Bali, Mauritius und Sri Lanka.

"Er ist einfach ein netter Kerl", sagt Hannelore Schmidt über ihren Mann. Seinen Humor schätzt sie besonders. "Sie ist liebevoll und unheimlich fleißig", erwidert Hermann Schmidt, der sich von seiner Frau bestens umhegt fühlt. "Manchmal sogar ein büschen zu doll", meint er und grient. Aber das konnte er sich ja nicht aussuchen ...

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