Bauausschuss stimmt zu

Nächste Runde für Nabertherm-Pläne

Die Firma Nabertherm kann aktuell an ihrem Standort nicht weiter wachsen. Daher soll der Bebauungsplan geändert werden. Den Vorentwurf haben die Ratsleute im Bauausschuss jetzt befürwortet.
20.04.2021, 15:50
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Lutz Rode
Nächste Runde für Nabertherm-Pläne

Vor vier Jahren hat Nabertherm eine neue Halle eingeweiht. Derzeit befindet sich eine weitere im Bau. Langfristig könnten aber noch mehr Kapazitäten nötig sein. Der Bebauungsplan soll dafür nun geändert werden.

Hasselberg

Lilienthal. Um der Firma Nabertherm eine Entwicklungsperspektive an ihrem Standort zwischen der Feldhäuser und der Dr.-Sasse-Straße zu geben, soll der dafür geltende Bebauungsplan geändert werden. Der Ausschuss für Baudienste hat am Montag bei einer Enthaltung empfohlen, die Planungen wie vorgesehen voranzutreiben. Läuft alles weiter wie geplant, soll der Entwurf noch vor den Sommerferien öffentlich ausgelegt werden. Kurz danach könnte der Gemeinderat dann die Pläne beschließen.

Nabertherm ist an seinem seit mehr als 70 Jahren bestehenden Firmenstandort an seine Grenzen gestoßen: Nur relativ schmale Grundstücksflächen können noch bebaut werden, zusätzliche größere und höhere Produktionshallen, wie sie das Unternehmen für die Herstellung von komplexen Industrieöfen perspektivisch benötigt, lassen sich dort nicht verwirklichen. Die Firma hat daher beantragt, dass der Bebauungsplan angepasst wird. In der Politik besteht kein Zweifel daran, dass Nabertherm in der örtlichen Wirtschaft und auch als Arbeitgeber eine wichtige Rolle spielt.

Bei einer Bürgerversammlung Mitte September zeigte sich, dass nicht alle Anwohner von den langfristigen Expansionsplänen begeistert sind. Der TÜV-Nord hat nach Beschwerden über Geruchsbelästigungen ein Gutachten erstellt. Laut Christina Tolk vom Planungsbüro Instara werden demnach alle Richtwerte eingehalten. Auch habe ein Biologe die Abschätzung abgegeben, dass Vögel, Fledermäuse oder Amphibien nicht beeinträchtigt werden, sollte der Betrieb weiter wachsen. „Es gibt keine Konflikte“, berichtete die Planerin im Ausschuss. Ein Knackpunkt ist die Fassaden-Begrünung der Hallen, die nicht vorgeschrieben werden soll. Grünen sollen es dennoch auf dem Gelände: So sind auf dem vorgesehenen Parkplatz mehr Bäume eingeplant als üblich. Ein Thema ist auch der Lkw-Anlieferverkehr: Die Lastwagen sollen die neue Zufahrt über die Dr.-Sasse-Straße nutzen, doch das hat sich noch nicht überall herumgesprochen, sodass die Feldhäuser Straße weiterhin in Beschlag genommen wird. Die Gemeindeverwaltung will mit einer Beschilderung dazu beitragen, dass die Wohnstraße entlastet wird.

Zugeständnisse zeichnen sich auch an anderer Stelle ab: Der am Jan-Reiners-Weg vorgesehene Grünstreifen soll mit fünf Metern um zwei Meter breiter ausfallen als zunächst gedacht. Auch soll eine zusätzliche Ausgleichsfläche her. Sie liegt im Bereich Mittelbauer und soll künftig nur noch extensiv landwirtschaftlich genutzt werden.

Linken-Ratsherr Andreas Strassemeier hatte angeregt, dass Vertreter der Firma Nabertherm mit den Anwohnern Kontakt aufnehmen, um über die Erweiterung und die Auswirkungen zu sprechen. Ihm wurde berichtet, dass sich das Unternehmen und die Nachbarschaft bereits ausgetauscht haben. Gerne hätte es Strassemeier auch gesehen, wenn Nabertherm der Politik unabhängig von den Bebauungsplänen einmal darstellt, was die Firma in Sachen Klimaschutz tut und wie sich der Energiebedarf gestaltet. Die Mehrheit lehnte eine solche „Vorladung“ durch die Politik ab. Grünen-Ratsherr Hanno Dehlwes schlug vor, eine Art runden Tisch zu diesem Thema zu veranstalten, bei dem es um das nachhaltige Wirtschaften gehen könne - nicht nur auf bezogen auf Nabertherm, sondern auch auf andere Betriebe in der Gemeinde.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+