Nach Scheitern des Worpsweder Tierheims Lilienthaler treten aus Tierheimverein aus

Lilienthal. Nachdem der Verein Tierheim Osterholz seine Pläne, auf einem Resthof am Hammeweg in Worpswede ein Tierheim zu errichten, aufgegeben hat, ist auch seine eigene Zukunft unsicher.
27.02.2010, 07:05
Lesedauer: 3 Min
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Von johannes kessels

Lilienthal. Nachdem der Verein Tierheim Osterholz seine Pläne, auf einem Resthof am Hammeweg in Worpswede ein Tierheim zu errichten, aufgegeben hat, ist auch seine eigene Zukunft unsicher. Der Tierschutzverein Lilienthal, Worpswede und Grasberg beschloss in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, aus dem Tierheim-Verein auszutreten.

Der Verein Tierheim Osterholz wurde vor fünf Jahren als Trägerverein vom Tierschutzverein Lilienthal, Worpswede und Grasberg, vom Tierschutzverein OHZ und einigen Privatpersonen gegründet mit dem Ziel, im Landkreis ein Tierheim für alle Gemeinden außer der Kreisstadt zu bauen. Nachdem sich Pläne zur Nutzung der ehemaligen Raketenstation in Buschhausen zerschlagen hatten, wurde versucht, das Tierheim auf einem Resthof im Worpsweder Hammeweg zu errichten. Dieses Vorhaben hat der Trägerverein vor kurzem aufgegeben. Schon am 2. Februar hatte Marion Weigel, Vorsitzende des Tierschutzvereins Lilienthal, Worpswede und Grasberg sowie im Dezember vorigen Jahres für zehn Tage Vorsitzende des Vereins Tierheim Osterholz, zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Schomakers Gaststätte eingeladen. Es solle beschlossen werden, wie es weitergehen solle, nachdem es für ein Tierheim noch immer kein schlüssiges Konzept gebe und die Vorstellungen der beiden beteiligten Vereine immer weiter auseinandergingen, hieß es in der Einladung.

Nachfolge geklärt

Nachfolger von Marion Weigel im Vorsitz des Trägervereins ist Alexander von Golowatscheff, der auch Mitglied des Lilienthaler Tierschutzvereins ist und sich in der WÜMME-ZEITUNG vom 25. Februar beklagt hatte, dass der Trägerverein auf der Mitgliederversammlung nicht gehört werden solle. Er war dann auch nicht erschienen, wohl aber seine Stellvertreterin Claudia Wacker, Mitglied des Tierschutzvereins OHZ. Sie warf Marion Weigel vor, dass sie den Tierheimverein mit ihrem Rücktritt beschlussunfähig gemacht habe und ihn jetzt auch noch auflösen wolle.

Sie habe im Dezember nur deshalb den Vorsitz übernommen, weil Aussicht bestand, das Grundstück in Worpswede zu erwerben, erwiderte Marion Weigel. Sie habe immer gesagt, dass sie für andere Projekte nicht zur Verfügung stehe. Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und Mitglied im Lilienthaler Verein, meinte, der Trägerverein habe in fünf Jahren nichts Produktives geleistet. Jetzt müssten die Lilienthaler selbst etwas auf die Beine stellen.

Der Tierarzt Michael Drees bedauerte die Streitigkeiten. Es stimme nicht, dass in fünf Jahren nichts passiert sei, aber nun sei alles kaputt. Die Tierärzte verstünden nicht, dass nun plötzlich kein Tierheim mehr benötigt werden solle. Die Gemeinden seien noch immer auf der Suche nach einer gemeinsamen Lösung.

Kassenwart Egon Lindemann erinnerte daran, dass der Lilienthaler Verein 8100 Euro an den Tierheim-Verein gezahlt habe. Jetzt plane dieser die Gründung einer gemeinnützigen GmbH, dafür habe sein Verein aber das Geld nicht gezahlt. Die Lilienthaler würden das Geld zurückfordern, kündigte er an. Claudia Rauber, die frühere Vorsitzende des Lilienthaler Vereins, bemängelte, dass die Mitglieder nicht ausreichend informiert worden seien und nun eine weittragende Entscheidung treffen sollten. Das solle man um ein Jahr verschieben, wollte sie beantragen, musste sich aber von Marion Weigel belehren lassen, dass sie keinen Antrag stellen könne, da dies in der Einladung nicht vorgesehen gewesen sei. Wolfgang Apel schlug nach vielem Hin und Her schließlich vor, der Lilienthaler Verein solle zum Jahresende aus dem Trägerverein austreten. Wenn bis dahin wider Erwarten ein neues Projekt auf die Beine gestellt werde, könne eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung den Austritt ja wieder rückgängig machen. Diesen Vorschlag wollte Marion Weigel zum Antrag erheben, aber nun war es Claudia Rauber, die ihr sagte, sie dürfe keinen Antrag stellen. Dann sei dies eben nur ein 'Beschlussvorschlag', erklärte Marion Weigel, und damit konnte abgestimmt werden. 30 Mitglieder waren für einen Austritt, sieben dagegen, und zwei enthielten sich.

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