Neue Taktung der Linie 120 Verbesserte Verbindung für Pendler

Die Busverbindung zwischen Stuhr und Weyhe soll verbessert werden. Ab 13. Dezember verkehrt die Linie 120 häufiger zwischen dem Brinkumer ZOB und dem Bahnhof in Kirchweyhe.
04.12.2020, 05:00
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Verbesserte Verbindung für Pendler
Von Eike Wienbarg

Gute Nachrichten für Pendler: Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 13. Dezember, wird die Taktung der Buslinie 120 zwischen dem Brinkumer ZOB und dem Bahnhof in Kirchweyhe erhöht. Alle 30 Minuten soll so die Anbindung von Brinkum an den Zugverkehr nach Bremen erfolgen. Das bereits bestehende Angebot soll mit einem zusätzlichen Linienweg über Hörden und den Leester Ortskern montags bis freitags in der Zeit von 6 bis 20 Uhr ergänzt werden, berichtet Franka von Seck, Verkehrsplanerin für den Landkreis Diepholz beim Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN).

Die erhöhte Taktung ist ein weiterer Baustein des Mobilitätskonzeptes, das der Rat der Gemeinde Stuhr im Jahr 2017 beschlossen hatte. Bereits zuvor waren unter anderem die Linien 55 und 113 aufgewertet worden. „Die Taktverdichtung auf eine halbe Stunde bietet eine größere Verlässlichkeit“, freut sich Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte über die Veränderung im Fahrplan.

Brinkum habe so eine gute Verbindung zum Bahnverkehr, sagt er weiter. Auch sein Weyher Amtskollege Frank Seidel (SPD) stimmt ihm zu. Der Weyher Rat hatte im Jahr 2019 einen Verkehrsentwicklungsplan beschlossen, der eine bessere Anbindung des Bahnhofs in Kirchweyhe vorsieht. Seiner Ansicht nach habe die Linienverbesserung auch „einen Mehrwert für Weyhe“, sagt der Verwaltungschef. Die Linie sei ohnehin schon gut frequentiert, daher sei es von Vorteil, wenn sie „öfter und schneller“ eine Verbindung nach und innerhalb von Weyhe schaffe.

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Um die Bedeutung des Pendlerverkehrs zwischen den Nordkreis-Kommunen weiß auch Franka von Seck. Ihren Angaben nach pendeln rund 2000 Menschen zwischen Stuhr und Weyhe. Weitere 2000 kommen aus den Bereichen Syke und Bassum hinzu. Ein Großteil aus dem Nordkreis pendelt auch zum großen Nachbarn Bremen, wie von Seck weiter erklärt. Die Linie 120 soll, wie später auch die verlängerte Straßenbahnlinie 8, die Gemeinden Stuhr und Weyhe noch weiter verbinden – gerade auch mit Blick darauf, dass die Linie 8 in Leeste aufhören soll und es dann eine Verbindung zum Kirchweyher Bahnhof gibt, so von Seck. Damit sei das Projekt noch weiter gedacht, als bis zum möglichen Start der Linie 8 im Jahr 2024.

Aber nicht nur für Pendler soll das veränderte Angebot eine Verbesserung darstellen. Stephan Korte sieht auch den Freizeitbereich im Fokus des ÖPNV. Bei Festen, Veranstaltungen und Einrichtungen wie dem Freibad in Kirchweyhe und einem möglichen Hallenbad in Brinkum könnte die Linie 120 eine Möglichkeit sein, dass niemand mit dem Auto fahren müsse. „Ich finde alles gut, was die Gemeinden verbindet“, sagt Korte.

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Neben den zusätzlichen Bussen verbindet auch die Finanzierung der zusätzlichen Fahrten die Gemeinden. Insgesamt 110.000 Euro kostet die verbesserte Taktung. 55.000 Euro übernimmt der ZVBN für zwei Jahre. Den Rest teilen sich Stuhr und Weyhe, berichtet Franka von Seck. Nach zwei Jahren sollen die ausgeweiteten Fahrten ausgewertet werden. Jeder Bus verfüge über automatische Fahrgastzählmaschinen, erklärt von Seck. So könne gut analysiert werden, wie die Linie angenommen wird.

Auf die Frage, ob die Corona-Pandemie ein guter Zeitpunkt zur Veränderung der Linie ist, hat von Seck eine klare Antwort. Zwar sei die aktuelle Situation für die Verkehrsunternehmen besser als im ersten Lockdown im Frühjahr. „Aber wir wollen zeigen, dass wir auch in solchen Zeiten etwas verändern können“, sagt die Verkehrsplanerin. Und der Fahrplanwechsel im Dezember sei eben ein guter Zeitpunkt dafür.

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Im Landkreis Diepholz bleibt die Linie 120 vorerst das einzige größere Projekt, das im Zuge des Wechsels vorgenommen wird, berichtet von Seck. Sie verweist aber auch auf die gerade ausgeweiteten Schulbusfahrten. Dort seien elf Fahrten im Kreis hinzugekommen, so die Mitarbeiterin des ZVBN.

Die Linie 120 befahren werden die Busse der Verkehrsbetriebe Diepholz Nord (VDN), die unter anderem auch von Busfahrer Waldemar Littkowski gesteuert werden. Laut seinen Angaben kommen die Menschen gut mit der Corona-Pandemie und den Hygienebestimmungen für den Nahverkehr zurecht. „99 Prozent tragen eine Maske“, sagt Littkowski, der immer auch Mund-Nasen-Bedeckungen für den Notfall im Angebot hat. Und auch Jochen Schricke, Betriebsleiter der VDN, ist mit dem Verhalten der Fahrgäste zufrieden. „Das klappt wunderbar“, resümiert er.

Auch das Problem des fehlenden Nachwuchses bei den Busfahrern sei derzeit nicht allzu groß. „Das Problem ist grundsätzlich da, aber gerade jetzt nicht“, sagt Schricke. Das hänge vor allem mit der Situation auf dem Busreise-Markt zusammen. Viele Fahrer, die sonst auf Fernreisen unterwegs sind, haben aktuell keine Arbeit. Daher sei es „im Moment leicht, an Personal zu kommen“, sagt der Betriebsleiter. In einem Jahr – je nach Veränderung der Corona-Lage – könne es aber auch wieder anders aussehen.

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