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Thedinghausens Korbballerinnen begeistern reihenweise ihre Anhänger und schnappen sich Rang vier
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Bis das Publikum tobt

Niklas Golitschek 11.05.2015 0 Kommentare

Korbball Deutsche Meisterschaft
Die anwesenden Teams der drei Konkurrenzen betrieben während der Deutschen Meisterschaften in der bestens besuchten Gustav-England-Halle reichlich Werbung für den Korbball. (Focke Strangmann)

Schon am Ortseingang von Thedinghausen bekamen die Besucher lebensgroße Korbball-Aufsteller zu sehen und um die Gustav-England-Halle herum waren kaum noch freie Parkplätze zu finden. Am vergangenen Wochenende hat der TSV die Deutschen Meisterschaften im Korbball ausgerichtet – insgesamt 18 Mannschaften, jeweils sechs in den drei verschiedenen Altersklassen, spielten die Titel unter sich aus. Die Gastgeber, für die die Veranstaltung nicht nur organisatorisch, sondern auch sportlich eine Premiere war, durften sich in der Frauen-Konkurrenz am Ende über Rang vier freuen. Der Titel ging an den TuS Eisbergen. In der Altersklasse 16 bis 19 triumphierte der SV Schraudenbach, beim Nachwuchs 12 bis 15 jubelte der TSV 07 Bergrheinfeld.

Auch die Besucher erschienen zahlreich, Sitzplätze gab es nur noch ganz vereinzelt, etliche Zuschauer mussten stehen. Ausgerüstet mit Ratschen, Tröten, Trommeln, Megafonen oder Vuvuzelas unterstützten die Fans ihre Favoriten lautstark, hingen Banner und Spruchbänder auf – eine Kulisse, die es im Korbball nicht oft zu sehen gibt.

Korbball Deutsche Meisterschaft
Besonders dann, wenn die Gastgeber spielten, wurde es laut in der Halle. (Focke Strangmann)

Spannende Begegnungen

Der TSV Thedinghausen selbst erreichte nach nervenaufreibenden Spielen und mit viel Unterstützung der eigenen Anhänger den vierten Platz. „Es war unglaublich, hier zu spielen“, freute sich Korbhüterin Agnetha Rippe. Dank eines 2:2 gegen den TuS Helpup reichte es trotz der 4:9-Niederlage gegen den Titelverteidiger TuS Eisbergen für den Einzug ins Halbfinale. Aufgrund der Tabellensituation warteten dort erneut die Eisbergenerinnen. Dieses Mal präsentierten sich die Gastgeberinnen aber deutlich besser, Trainer Wolfgang Candler sprach vom besten Spiel seiner Mannschaft. Mit all ihrer Erfahrung setzten sich die Meisterschaftsfavoriten dann aber doch mit 9:5 durch. Die Fans störte das nur wenig – jeder Treffer des TSV wurde bejubelt und frenetisch gefeiert, als hätten die Thedinghauserinnen den Pokal geholt. Aber auch die anderen Mannschaften wurden ganz fair für ihre Leistungen lautstark belohnt.

Ein letztes Aufbegehren sollte es schließlich im Spiel um Platz drei gegen den TSV 07 Bergrheinfeld geben. Aber schon nach vier Minuten lagen die Gastgeberinnen mit 0:3 im Hintertreffen – der Plan schien durchkreuzt. So ruhig wie zu diesem Zeitpunkt war es in der Halle sonst kaum. Doch wer die Thedinghauserinnen schon abgehakt hatte, der irrte. Mirjana Uhde brachte schnell den Anschlusstreffer. Als Corinna Ehlers dann auf 2:3 verkürzte, war das Publikum wieder voll da. Noch vor dem Halbzeitpfiff wurde die Gustav-England-Halle zum Hexenkessel – Catarina Weidner erzielte das 3:3 und brachte die Menge damit zum Toben. Nun ließen sich auch die Thedinghauserinnen nicht vom 3:4 kurz vor der Halbzeitpause aus dem Fluss bringen, antworteten noch vor dem Pfiff mit dem erneuten Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel ging der Schlagabtausch zunächst weiter, bis die Gäste auf 6:5 erhöhten. Thedinghausen war sichtlich bemüht, für den erneuten Ausgleich zu sorgen, die Verlängerung oder gar den Sieg zu erzwingen. Doch das Schicksal hatte andere Pläne, in der Schlussphase zog Bergrheinfeld doch noch auf 9:5 davon.

„Die Erfahrung und Routine fehlt noch“, stellte Wolfgang Candler nach der Partie fest. Einen Vorwurf machte er seiner Mannschaft aber ebenso wenig wie die Fans. „Sie wollten, konnten aber nicht. Aber sie haben gekämpft und das ist das Wichtigste.“ Die Leistung sei auf jeden Fall ausbaufähig. Ein Wermutstropfen aber bleibt für Candler: „Ich hätte gerne ein Spiel gewonnen.“ Mit einen (inoffiziellem) Titel durfte sich der TSV Thedinghausen dennoch schmücken. „Wir sind die stärkste Nordmannschaft“, erklärte Candler zufrieden. Da die SG Findorff Bremen und der TSV Barrien den fünften und sechsten Platz unter sich ausspielten, war der TSV tatsächlich der erfolgreichste Teilnehmer aus der Bundesliga Nord.

Den Titel sicherte sich

in einem spannenden Finale der Vorjahressieger TSV Eisbergen gegen den TuS Helpup. Nach einem 0:2-Rückstand drehten die Ostwestfalen das Spiel noch und siegten am Ende deutlich mit 8:3. „Es ist ganz unreal“, wusste sich Mannschaftsführerin Milena Luthe nach dem Erfolg nicht wirklich auszudrücken. „Krass!“ Auch sie hatte damit gerechnet, dass das Finale enger wird, wusste aber auch den Grund für die überzeugende Leistung. „Wir sind wirklich ein Team.“ Die ganze Saison über spielte die Mannschaft ohne Trainer.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...