Wetter: wolkig, 7 bis 14 °C
Volleyball 2. Bundesliga
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Als Freunde zum Klassenerhalt

Florian Cordes 15.04.2019 0 Kommentare

Ole Seuberlich (links) und sein Trainer Fabio Bartolone (rechts) haben das Rückspiel gegen Braunschweig als Tief- und zugleich als Wendepunkt im Abstiegskampf ausgemacht.
Ole Seuberlich (links) und sein Trainer Fabio Bartolone (rechts) haben das Rückspiel gegen Braunschweig als Tief- und zugleich als Wendepunkt im Abstiegskampf ausgemacht. (Björn Hake)

Baden. Selbst am Montagmittag – keine 48 Stunden nach dem Wahnsinn von Moers – ist es Ole Seuberlich noch ein wenig schwergefallen, über das Saisonfinale in der zweiten Volleyball-Bundesliga zu sprechen. Auf dramatische Art und Weise hatte der Diagonalspieler mit seinem TV Baden am späten Sonnabend beim Moerser SC doch noch den Klassenerhalt geschafft. Mit 3:2 setzte sich der TVB durch und stieß damit den USC Braunschweig noch in die Abstiegszone. Somit ging für Seuberlich und Co. eine Saison zu Ende, die der 25-Jährige als die beste Spielzeit bezeichnet, die er mit dem TV Baden bislang erlebt habe.

25 Jahre alt ist Ole Seuberlich seit Sonntag. Während der Rückfahrt aus Moers gab es doppelten Grund zu feiern – den Klassenerhalt und Seuberlichs Ehrentag. Letzteres war dem Leistungsträger, der beim Saisonfinale zudem zu Badens wertvollstem Spieler ernannt worden war, relativ gleichgültig. „Dass wir in meinen Geburtstag reingefeiert haben, war mir ziemlich egal“, sagte Seuberlich. Viel zu aufgewühlt sei er gewesen. Damit war er nicht allein. Der gesamten Mannschaft des TV Baden erging es so. „Manchmal können Sportler bekanntlich nicht über ihre Erfolge sprechen, weil es so schwierig ist, dafür Worte zu finden. Dieses Gefühl kann ich jetzt sehr gut nachempfinden“, erzählte Seuberlich.

Der Tag sei jedenfalls von vielen Emotionen geprägt gewesen. Im Grunde gilt dies für die gesamte Saison. „Wir haben alle so viel Energie in diese Saison gesteckt. Es ist einfach unfassbar schön, dass wir es geschafft haben“, sprudelte die Freude aus Seuberlich heraus. „Es hat einfach unfassbar viel Spaß gemacht – und zwar, dass wir den Klassenerhalt nicht nur als Mannschaft, sondern auch als echte Freunde geschafft haben.“ Während des Spiels in Moers sei er selbst nahe an der Verzweiflung gewesen, weil der TVB in dem Krimi etliche Matchbälle nicht genutzt hatte. Seuberlich erinnerte sich an einen Matchball ganz genau: „Im vierten Satz hätte ich selbst den entscheidenden Punkt machen können. Leider habe ich es verbockt.“

Euphorische Heimreise

Und so entschied dann eben doch der MSC den vierten Satz für sich, sodass der Tiebreak darüber entscheiden musste, ob der TVB die zweite Liga hält. „Wir haben uns vor dem Tiebreak noch einmal gegenseitig gepusht. Wir wussten alle, dass wir an diesem Tag sehr gut drauf waren“, beschrieb Seuberlich die Momente vor dem Entscheidungssatz. Dass der USC Braunschweig zu diesem Zeitpunkt bereits mit 0:3 beim CV Mitteldeutschland verloren hatte und Baden zwei Punkte zum Klassenerhalt reichten, wussten Seuberlich und seine Mitspieler. „Uns war bewusst, dass wir nur noch diesen einen Satz brauchten.“ Mit 20:18 ging dieser auch an den TVB. Das große Ziel war erreicht. „Die Erlösung war riesig, auch weil Moers uns nichts geschenkt hat“, lobte Seuberlich den Einsatz des Gegners.

Doch nun heißt es für Seuberlich und Co., die kommende Pause zu genießen. Zudem können die Badener Zweitliga-Volleyballer nun in aller Ruhe die vergangenen Monaten, die von einem intensiven Abstiegskampf geprägt waren, Revue passieren lassen. „Auf der Rückfahrt aus Moers war es noch nicht möglich, darüber zu sprechen. Da waren wir alle viel zu euphorisch“, sagte Seuberlich. „An meinem Geburtstag waren dann noch ein paar Jungs aus dem Team da. Ein wenig haben wir uns da über das unterhalten, was wir erlebt haben.“

Es waren viele Höhe- aber genauso auch Tiefpunkte, die hinter dem TV Baden liegen. „Rückblickend muss man sagen, dass das Rückspiel in Braunschweig unser sportlicher Tiefpunkt gewesen ist“, sagte Seuberlich. Mit 0:3 unterlag der TVB in dem Duell gegen den direkten Kontrahenten im Abstiegskampf. Eine Woche später stand das nächste Kellerduell gegen den VV Humann Essen an. Baden lag in dieser Partie bereits mit 0:2 zurück. Der Abstiegskampf schien verloren. „Doch wir haben uns in der Kabine eingeschworen, dass wir noch immer die Chance auf den Klassenerhalt haben“, meinte Seuberlich. Der TV Baden stand wieder auf und siegte noch im Tiebreak. „Dieses Spiel war wahrscheinlich der Wendepunkt.“ Baden ließ großartige Spiele folgen. Das Team gewann beim Meister CV Mitteldeutschland und rang dem Zweiten SV Lindow-Gransee im Lahof einen Punkt ab. Es waren besonders diese Spiele, die den TVB stets den Glauben an den Klassenerhalt bescherten. Und alles sollte im Saisonfinale gegen den Moerser SC gipfeln – mit dem erfolgreichen Abschluss.

Trainer Fabio Bartolone hatte stets betont, dass sein Ensemble bis zum letzten Ballwechsel der Saison kämpfen werde. Er sollte Recht behalten. Im Laufe der vergangenen Monate habe jeder einzelne Spieler einen Reifeprozess durchgemacht. „Gerade die schwierigen Momente haben uns stark gemacht“, sagte Bartolone. Die Partie in Braunschweig sei auch für ihn der Tiefpunkt gewesen, „doch danach begann unsere beste Zeit der gesamten Saison.“ Der Trainer nimmt sich – wie seine Spieler – nun erst einmal eine Auszeit. Er macht Urlaub in seiner italienischen Heimat. Diese Pause müsse er sich jetzt gönnen. Denn die vergangenen Monate waren intensiv – an deren Ende Freunde ihr gemeinsames Ziel erreicht haben.


Ein Artikel von
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
K_ter_Lysator am 22.10.2019 09:14
Das die Verkehrssituation in Findorff (und auch andere Stadtteile) den Status "sub-optimal" nicht erreicht ist kein vom Freimarkt abhängiges Problem. ...
Wesersteel am 22.10.2019 09:04
Deutschland soll Soldaten/innen laut AKK nach Syrien schicken UND hier sitzen die jungen Syrer im trocknen - was verkehrte Welt !

Man ...