Wetter: Regenschauer, 9 bis 15 °C
Handball
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Baustelle Nord

Florian Cordes 19.06.2019 0 Kommentare

Trainer Jörg Leyens geht im Spätsommer in seine zweite Saison mit den Handballerinnen des TV Oyten.
Trainer Jörg Leyens geht im Spätsommer in seine zweite Saison mit den Handballerinnen des TV Oyten. (Björn Hake)

Oyten. Die Autobahn 1 war in der abgelaufenen Saison schon fast so etwas wie die zweite Heimat der Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten. Zu fast jedem Auswärtsspiel mussten sie diese Strecke nehmen – gen Süden. Und auch in der kommenden Saison wird der TVO-Tross immer mal wieder auf der A1 unterwegs sein. Allerdings geht es dann in die andere Richtung: Denn der TVO ist – wie bereits berichtet  vom Deutschen Handballbund (DHB) wieder in die Nordstaffel der 3. Liga eingegliedert worden. Die „Vampires“ treffen ab dem Spätsommer wieder auf einige alte Bekannte, aber auch auf noch unbekannte Teams.

Als die Nachricht vom DHB eintrudelte, war man beim TV Oyten nicht unglücklich darüber, künftig wieder im Norden zu spielen. Der Grund liegt auf der Hand. Die Wege werden für die „Vampires“ extrem kürzer. „Im ersten Moment würde ich sagen, auf uns wartet die Baustelle Nord, nach dem wir die in Richtung Westen abgearbeitet haben. Was auf jeden Fall positiv ist: Wir fahren in der kommenden Saison wesentlich weniger Kilometer“, sagt Trainer Jörg Leyens mit glücklicher Stimme. „Wir haben bei uns ja so einige Cracks, die die genauen Zahlen ausrechnen.“

Die Zahlen sprechen in der Tat eine mehr als deutliche Sprache. In der Saison 2018/2019 legte die Leyens-Sieben zu ihren Auswärtsspielen – inklusive Rückreise rund 5500 Kilometer zurück, in der neuen Spielzeit werden es lediglich rund 3700 Kilometer sein. Und ein knappes Viertel davon macht nur eine einzige Partie aus – der TV Oyten muss unter anderem zum Frankfurter HC fahren. Eine Strecke von Oyten an die polnische Grenze ist 440 Kilometer lang. Die kürzeste Fahrt ist indes die gleiche wie in der Vorsaison: Denn auch der VfL Oldenburg II wurde vom DHB zurück in die Nordstaffel gesteckt.

Was die Fahrtstrecken angeht, ist Leyens schon einmal glücklich. Doch ob es für sein Team auch sportlich einfacher wird, darf bezweifelt werden. „Keine Frage: Wir treffen auf gute und gefährliche Gegner“, sagt Leyens. „Ich denke, dass diese Staffel für uns ein hartes Brett und die Saison sehr herausfordernd wird.“ Oyten wird es unter anderem wieder mit Hannover-Badenstedt zu tun bekommen. Der Klub aus der niedersächsischen Landeshauptstadt ist amtierender Meister der Nordstaffel, hat aber auf den Aufstieg in die zweite Bundesliga verzichtet.

Ein Wiedersehen nach langer Zeit gibt es indes mit dem SC Alstertal-Langenhorn. Letztmals traf der TV Oyten im Jahr 2012 auf diesen Gegner. Damals waren mit Romina Kahler, Lisa Bormann-Rajes und Jana Kokot drei Spielerinnen aus dem aktuellen TVO-Kader dabei. Gespannt sind die „Vampires“ zudem auf die Duelle mit den beiden Aufsteigern MTV Heide und Hannoverscher HC. Während ein Teil der Oytener Mannschaft den Großteil der kommenden Gegner bereits kennt, muss sich Jörg Leyens – mit der Ausnahme VfL Oldenburg II – an komplett andere Gegner gewöhnen. Doch nicht nur die Liga wird für den Trainer und sein Team zu einer Art Baustelle. Während der Vorbereitung, die ab dem 8. Juli so richtig Schwung aufnehmen soll, geht es auch darum, dem Team ein neues Gesicht zu verpassen.

Nach den Abgängen von Denise Engelke, Wiebke Meyer, Lena Schulz und Bryana Newbern dürfte auf Leyens und Co. einiges an Arbeit warten. Leyens: „Wir müssen uns schon ein bisschen neu aufstellen. Aber unser Grundgerüst mit unseren Leistungsträgerinnen steht, darauf müssen wir aufbauen.“ Mit Elisa Führ und Emily Winkler hat der TVO bereits zwei externe Zugänge geholt, allerdings ist der Coach für eine Position noch besonders auf der Suche. Nach dem Abschied von Newbern benötigt Leyens noch eine zweite Torhüterin. „Ich bin optimistisch, dass wir auf dieser Position noch zu einer Lösung kommen.“ Er wünsche sich, eine ehrgeizige Nachwuchstorhüterin zu finden, die sich hinter Romina Kahler an das Niveau der 3. Liga gewöhnen kann.

Da sich durch die Kader-Neuausrichtung und die Nord-Rückkehr neue Baustellen beim TVO auftun, will Jörg Leyens das Saisonziel – Stand jetzt – lieber etwas tiefer ansetzen. „Es geht vor allem darum, dass wir genügend Teams in der Tabelle hinter uns lassen“, macht er deutlich, dass der Klassenerhalt zunächst oberste Priorität genießt.

Die Hoffnung auf eine erfolgreiche Spielzeit besteht aber dennoch: Denn auch vor einem Jahr bei seinem Dienstantritt taten sich Baustellen auf. Sie alle wurden erfolgreich geschlossen. „Wir haben zuletzt eine tolle Saison gespielt“, erinnert sich Leyens nur allzu gerne an den vierten Platz, den er mit Oyten in der Weststaffel belegte.


Ein Artikel von
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 13:20
Durchaus nicht.



Bildungserfolg hängt immer von diversen Faktoren ab. Daher ist es Aufgabe der Politik, diese Faktoren so ...
suziwolf am 19.10.2019 13:17
@Siegfried ...

Sie machen aber jetzt die Idee der BI zum
regelrechten Mischmasch.

• Produktion von Aluminium ...