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Der Tag der Antworten

Patrick Hilmes 17.05.2019 0 Kommentare

Jubelnd oder trauernd am Boden? Das Spiel am Sonnabend gegen Arminia Hannover wird die Antwort für Philipp-Bruno Rockahr und den TBU liefern.
Jubelnd oder trauernd am Boden? Das Spiel am Sonnabend gegen Arminia Hannover wird die Antwort für Philipp-Bruno Rockahr und den TBU liefern. (Björn Hake)

Uphusen. Fabrizio Muzzicato ist einer vom Typ ruhig und nüchtern. Im Emotionssport Fußball ist er der Geizige. Emotional wird er nur selten. Schnell verarbeitet er die Geschehnisse, ob positiv oder negativ. Doch nun hat Coach Muzzicato ein Spiel der Oberliga Niedersachsen gesehen, das ihn länger beschäftigt – länger als üblich. Das katastrophale 1:4 seines TB Uphusen daheim gegen den Heeslinger SC hat Spuren hinterlassen. „Die Nacht danach war nicht schön. Es ist noch schwer, sich auf Samstag zu konzentrieren“, sagt Muzzicato und meint damit die alles entscheidende Heimpartie am Sonnabend gegen Arminia Hannover (Anpfiff: 16 Uhr).

Es ist kein Wunder, dass er noch an der Pleite zu knabbern hat. Zu überraschend war sie, insbesondere die Art und Weise. Einen Schock bekamen alle versetzt, die es mit dem TBU halten. Das beinhaltet, dass etwas Unerwartetes geschehen ist, womit man nicht gerechnet hat. Und das konnte man beim TBU mit dieser Leistung wirklich nicht. Denn im Grunde war alles im grünen Bereich bei den Arenkampkickern, die Auftritte der vergangenen Wochen waren zufriedenstellend. Zuletzt hatte man knapp beim Tabellenführer HSC Hannover verloren und davor Hagen/Uthlede und Wolfenbüttel bezwungen. Doch genau das Spiel gegen Hagen/Uthlede hat die Mannschaft aus dem Konzept gebracht. „Das 7:0 hat etwas bewirkt, etwas Trügerisches. Und das haben wir bisher nicht raus aus den Köpfen der Spieler bekommen“, betont Muzzicato. Und er scheint Recht zu haben. Denn wie ist sonst die Aussage von Philipp-Bruno Rockahr – „Vielleicht waren wir uns zu sicher“ – nach dem Spiel in Hannover zu erklären? Zu sicher im Spiel als Abstiegskandidat gegen den Ligaprimus? Das lässt auf Selbstüberschätzung schließen.

Große Namen, kleine Leistung

Keine Frage, die Namen sind groß beim TBU. Diverse Spieler kickten bereits lange Zeit in der Regionalliga, andere dominierten jahrelang die Bremen-Liga. Doch ihrem Ruf laufen sie schon lange hinterher, den Erwartungen sind sie nur zum Anfang der Saison gerecht geworden. Immerhin waren sie stets da, wenn es drauf ankam – bis Mittwoch. Es war zu sehen, wie die Uphuser mit jedem Fehlpass ein Stück nervöser wurden. Mit jeder negativen Aktion wurde ein weiterer Spieler angesteckt. Und in solch einer Situation fehlte den Arenkampkickern jemand, der dieses Virus namens Nervosität stoppen konnte. Einen haben sie: Er saß auch gegen Hannover auf der Bank, doch das war nur ein psychologischer Kniff, er wird in dieser Saison nicht mehr auflaufen. Die Rede ist von Frithjof Rathjen. „Er hat eine Fähigkeit, die die wenigsten haben“, weiß Muzzicato. Die Fähigkeit, zu wissen, was in einem Spiel vonnöten ist, immer individuell an die Situation angepasst. So wurde Ersatz-Keeper Marvin Ekuase am Mittwoch immer wieder dazu verleitet, kurz zu spielen. Doch Heeslingen lief geschickt an, setzte den TBU schnell unter Druck und provozierte Ballverluste. Rathjen, so glaubt Muzzicato, hätte das unterbunden und seine Mitspieler nach vorne geschickt, damit Ekuase gar nicht in Versuchung gekommen wäre.

Doch das ist alles Spekulation und Vergangenheit. Entscheidend sind dieser Sonnabend und das Spiel gegen Arminia Hannover. Es ist das Endspiel im Abstiegskampf. Und dieses Thema wirft einige Fragen auf. Zum Beispiel, was geschieht beim TBU mit dem Personal bei einem Abstieg? „Damit beschäftige ich mich nicht. Mir fehlt auch weiterhin der Glaube, dass das wirklich so passiert“, betont Muzzicato. Doch wenn das Unerwartete eintrifft: Heißt der Trainer nächste Saison dann noch Fabrizio Muzzicato? „Das ist schwer zu sagen. Wenn die Mannschaft nicht funktioniert, dann muss ich mich hinterfragen. Und da keiner auf dem Platz die nötigen Entscheidungen trifft, hätte ich es vielleicht mehr von außen machen müssen, ihnen noch mehr abnehmen und vorgeben müssen. Das alles muss ich auf mich beziehen. Es hängt viel von Samstag ab.“

Fraglich, ob Muzzicato weitermacht

Doch auch bei einem Klassenerhalt ist die Zukunft offen. „Wir müssen über vieles reden.“ Muzzicato will ebenso wenig absteigen, wie er die Klasse aufgrund des Rückzugs anderer Teams halten will. Vielleicht hilft nur ein überzeugender Sieg gegen Hannover, um den Coach zum Bleiben zu überzeugen. Ob der aber auch bleiben darf, steht ebenfalls in den Sternen. Was hingegen schon vor dem Endspiel beantwortet werden kann, ist, dass eine erneut veränderte Mannschaft des TBU auflaufen wird. „Ich muss Signale setzen“, betont Muzzicato und liebäugelt damit, „weniger Ballbesitz“ zu haben. Bei einem verunsicherten Team kann weniger am Ende mehr sein.

Egal, was passiert, es wird emotional. Das dürfte auch für Fabrizio Muzzicato gelten, der Geizige dürfte am Sonnabend spendabel werden. Und es wird ein Tag der Antworten.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...