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2. Bundesliga Nord
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Der Weg für den TV Baden wird länger

Florian Cordes 03.02.2019 0 Kommentare

Stefan Baum (links) sah seine Mannschaft beim USC Braunschweig nicht an ihrem Leistungsmaximum. Zudem haderte er mit dem Verlust des ersten Satzes.
Stefan Baum (links) sah seine Mannschaft beim USC Braunschweig nicht an ihrem Leistungsmaximum. Zudem haderte er mit dem Verlust des ersten Satzes. (Björn Hake)

Braunschweig. Menschen hinter die Stirn zu schauen, ihre Gedanken zu lesen, das ist schlichtweg unmöglich. Doch wer am Sonnabend die Volleyballer des TV Baden nach ihrem Auswärtsspiel gegen den USC Braunschweig beobachtet hat, der benötigte diese übersinnliche Gabe gar nicht. In den Gesichtern der TVB-Akteure war abzulesen, was ihnen durch den Kopf ging: Was ist hier bloß passiert? Das dürften sich einige Spieler der Gäste und ihr Trainer Fabio Bartolone gedacht haben.

Mit großen Ambitionen waren die Badener in die Löwenstadt gefahren. Am liebsten hätten sie drei Punkte mit nach Hause genommen und den USC damit zurück auf einen Abstiegsrang der 2. Bundesliga Nord geschupst. Doch daraus wurde nichts: Der TVB unterlag mit 0:3 (30:32, 22:25, 23:25). Baden steht weiterhin selbst auf einem Abstiegsplatz und durch die Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten ist der Weg zum Klassenerhalt ein ganzes Stück länger geworden.

Die Bilder nach dem Spiel, sie waren typisch für ein Kellerduell. Die eine Mannschaft, in diesem Fall der USC Braunschweig, feierte ausgiebig. Auf Badener Seite gab es dagegen viele enttäuschte Blicke, ein Trainer, der sich an den Kopf fasste, sowie Spieler, die mit hängenden Köpfen auf dem Feld standen. Einer von ihnen war Badens Kapitän Stefan Baum. Es fiel ihm sichtlich schwer, über das Geschehen in Braunschweig zu sprechen. Worte fand der Mannschaftsführer nach kurzem Durchschnaufen jedoch. Er wusste nur zu genau, dass er und sein Team in Braunschweig eine große Chance im Abstiegskampf verpasst hatten. Für die Niederlage sei aber nicht unbedingt der Gegner verantwortlich gewesen, meinte Baum: „Wir wussten, dass es schwierig in Braunschweig wird, aber wir haben den Gegner gewinnen lassen.“ Der Kapitän meinte, dass er und sein Team das Spiel irgendwie verschenkt hatten.

Mit dem Verschenken sprach Stefan Baum besonders den ersten Satz an. Dass dieser Durchgang an den Gegner ging, damit hatte nach dem Satzverlauf wohl kaum jemand der mehr als 200 Zuschauer – darunter auch viele Fans des TV Baden – gerechnet. Die Gäste hatten den USC im Auftaktsatz stets im Griff. Sie führten mit 16:11. Und auch beim 23:20 deutete alles darauf hin, dass der erste Durchgang an die Gäste gehen würde – beim 24:22 hatte das Bartolone-Team sogar seine beiden ersten Satzbälle. Doch der TVB war nicht mutig genug. Und so kam der USC noch einmal zurück (24:24).

Danach wurde es dramatisch. Beide Teams hatten ihre Satzbälle. Doch jedes Mal machte das Team, das kurz vor dem 1:0 stand, einen Fehler. Es war deutlich zu erkennen, dass beide Teams um die Bedeutung der Partie wussten. Nach einer gefühlten Ewigkeit war Satz Nummer eins dann aber doch zu Ende. Mit seinem 32. Punkt machte der USC Braunschweig den Satzgewinn perfekt. Stefan Baum konnte nicht so recht begreifen, was passiert war: „Bis zum Abpfiff des ersten Satzes habe ich nicht damit gerechnet, dass wir ihn verlieren.“

Immerhin: Aufgegeben habe man sich nach dem bitteren Verlust des ersten Durchgangs nicht, meinte Stefan Baum. Und das sollte sich im zweiten Spielabschnitt zunächst auch zeigen. Zu Beginn war der TV Baden wieder das etwas bessere Team und lag dementsprechend knapp in Führung. Im Laufe des zweiten Satzes sollten sich die Fehler beim Bartolone-Team jedoch häufen. Daher bog der USC den Abschnitt um und erarbeitete sich einen 19:15-Vorsprung. Baden kam aber noch einmal zurück (20:20). Doch die Aufholjagd wurde nicht belohnt. Braunschweig ging mit 2:0 in Führung. Schon früh war klar, dass der TVB sein Ziel, die drei Punkte, nicht erreicht hat.

Im dritten Satz veränderte Fabio Bartolone seine Aufstellung ein wenig. Er brachte Ole Seuberlich und Moritz Wanke von Anfang an. Besonders die Hereinnahme Seuberlichs sollte sich auszahlen. Denn mit ihm wurde die Blockarbeit beim TVB besser. Dennoch: Ein echtes Aufbäumen war bei den Gästen nicht zu erkennen. So nahm auch der dritte Abschnitt einen engen Verlauf. Und ausgerechnet in der entscheidenden Phase unterliefen den Badenern drei Aufschlagfehler. So wurde dem USC der erste Matchball auf dem Silbertablett serviert. Diesen verwandelten die Braunschweiger auf Anhieb und haben in der Tabelle nun drei Punkte mehr auf dem Konto als der TV Baden. „Wir haben zum Teil aus einfachsten Situationen nicht die Punkte gemacht“, ärgerte sich Stefan Baum. „Wir sind weit weg von unserem Leistungsmaximum gewesen. Diese Leistung hätte gegen keinen Gegner in der zweiten Liga gereicht.“

Die Enttäuschung darüber, wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt liegen gelassen zu haben, sie war auch dem Trainer deutlich anzumerken. „Wir haben so gut begonnen. Am Ende hatten wir aber immer das gleiche Problem: Uns fehlte das letzte Quäntchen, um die Sätze zu gewinnen“, bedauerte Bartolone. „Da waren zum Beispiel diese Fehler bei den Aufschlägen.“ Durch die Niederlage stecke sein Team nun in einer schwierigen Situation. „Natürlich sind wir jetzt frustriert. Wir müssen die Situation jedoch akzeptieren. Wir müssen aber weiter an den Klassenerhalt glauben, bis zum letzten Moment. Die Chance ist immer noch da.“

Fakt ist zudem: Kommende Woche wird sich die Situation im Abstiegskampf für den TVB wieder verändern. Denn auf den TV Baden wartet jetzt am Sonntag das nächste Kellerduell. Mit dem VV Humann Essen ist in der Lahofhalle der zweite große Konkurrent im Abstiegskampf zu Gast. Bartolone und Baum sind sich einig: Das Spiel muss gewonnen werden.

TV Baden: Stefan Baum, Ole Sagajewski, Artem Tscherwinski, Jannik Haats, Nick Sörenen, Alexander Decker, Nils Mallon, Ole Seuberlich, Moritz Wanke, Jan-Henrik Radeke, Björn Hagestedt.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...