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Doppel-Gold für Stanislav Littich

Niklas Johannson 23.05.2019 0 Kommentare

Fünfmal in der Woche trainiert Stanislav Littich (rechts) – dieser hohe Aufwand hat sich nun ausgezahlt.
Fünfmal in der Woche trainiert Stanislav Littich (rechts) – dieser hohe Aufwand hat sich nun ausgezahlt. (Focke Strangmann)

Erfurt. Gespannt warteten Stanislav Littich und sein Widersacher Jeronim Etemi nach einem hoch spannenden Endkampf auf das Urteil der Kampfrichter. Als dann alle vier Fähnchen für den 18-jährigen Karateka des Vereins Bushido Verden in die Luft gereckt wurden, kannte die Freude bei Littich und Trainerin Ulrike Maaß keine Grenzen mehr. Stanislav Littich war in diesem Moment deutscher Meister in der Altersklasse U21 bis 84 Kilogramm. „Ich habe ihm nach diesem großartigen Erfolg eine Woche trainingsfrei gegeben. Er konnte es nicht glauben und hat dreimal nachgefragt, ob ich das ernst meine“, erinnerte sich Maaß in der Stunde des Triumphes von Erfurt.

Der Endkampf hatte es von der ersten Sekunde an in sich. „Sein Gegner ist ein bekannter Kämpfer, der deutlich älter ist als Stanislav und schon für die Nationalmannschaft gekämpft hat“, sagte Maaß und ergänzte: „Er hatte schon vor dem Kampf Respekt vor Stanislav, der an diesem Tag mega gut drauf war.“ Beide Kämpfer warteten auf den ersten Fehler des Gegners, doch beide gaben sich keine Blöße. Während des Duells war der Verdener jedoch leicht aktiver. „Zum Ende des Kampfes war mir schon klar, dass ein Richterentscheid gut ausgehen könnte, doch auf diesen Eiertanz kann man sich ja nicht immer verlassen“, betonte Maaß.

So suchte Littich sein Heil in der Flucht und legte kurz vor Schluss doch noch zu einem Wurf an. Diese Aktion reichte allerdings nicht für den Lucky-Punch, sodass es zum Richterspruch kommen musste. Der Ausgang ist bekannt. „Unser Ziel war das Finale. Aber weil an diesem Tag von der Vorbereitung bis zur Auslosung alles passte, war mir zu 80 Prozent klar, dass er den Titel holt“, schildert Maaß, die sich von der rasanten Entwicklung Littichs selbst überrascht zeigt: „In diesem Jahr sollte er in diese Altersklasse eigentlich nur hinein schnuppern, vor allem weil die Kämpfe eine Minute länger dauern. Doch aus dem Schnuppern ist gleich im ersten Jahr mehr geworden.“ Neben dem Einzeltitel setzte Littich im Team-Wettbewerb noch einen drauf und kürte sich zum zweifachen deutschen Meister. In der Kampfgemeinschaft Verden/Northeim griff Littich gemeinsam mit seinem Teamkollegen Julien Rutault sowie den Northeimern Janne Haubold und David Ilic zu Gold. Durch zwei sehr starke Auftritte von Littich und Haubold setzte sich das Team gegen Ludwigsburg II, Bayern und Nordrhein-Westfalen durch. Im Finale bezwangen sie Ludwigsburg I und bejubelten die Meisterschaft. „Sie haben sehr stark gekämpft. Stanislav war an diesem grandiosen Tag auch in der Mannschaft der Punktemacher“, sagte Maaß.

Die aktuell bärenstarke Form hatte Littich bereits vor vier Wochen nachgewiesen, als er bei einem Wettkampf in Chemnitz in der Männer-Konkurrenz einen starken fünften Platz belegte. Ebenfalls herausragend war der fünfte Rang bei der U18-Europameisterschaft im dänischen Aalborg zu Beginn des Jahres. „Das war eine Mega-Leistung, derzeit läuft es einfach rund“, schwärmte Maaß, die ihren Schützling in den nächsten Wochen auf die Youth-League im kroatischen Umag vorbereiten muss. Dieser Wettkampf ist für Littich ein ganz entscheidender, denn er träumt von einer Teilnahme bei den Weltmeisterschaften, die im Oktober in Chile stattfinden. Ob Littich in den deutschen Kader aufgenommen wird und die Reise nach Südamerika antreten darf, entscheidet der Bundestrainer Thomas Nietschmann. Sollte eine weitere Top-Platzierung in Kroatien herausspringen dürfte kein Weg mehr an Littich vorbeiführen: „Die Chancen stehen durch die vergangenen Ergebnisse nicht schlecht. Ich wüsste nicht, wer derzeit besser sein sollte als Stanislav“, hofft Maaß. Pro Gewichtsklasse kann jedoch nur ein deutscher Kämpfer nominiert werden. Es wäre für Littich die Krönung einer jetzt schon überragenden Saison.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...