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Ereignisreiche Monate

Florian Cordes 11.06.2019 0 Kommentare

Nach dreijähriger Pause kehrte Ingo Ehlers als Trainer zurück.
Nach dreijähriger Pause kehrte Ingo Ehlers als Trainer zurück. (fotos: Björn Hake)

Landkreis Verden. Eine große Aufgabe wartet noch auf die männliche A-Jugend des TV Oyten, bevor die jungen Handballer in die Sommerpause gehen. Nachdem das Team von Marc Winter die Bundesliga-Qualifikation verpasst hat, geht es für den TVO Ende Juni darum, sich einen Platz in der Oberliga-Vorrunde zu ergattern. Die Mannschaften aus dem Erwachsenenbereich genießen hingegen schon seit Längerem die handballfreie Zeit. Doch auch hinter ihnen liegen ereignisreiche Monate. In der Saison 2018/2019 haben die Handballer aus der Region wieder einmal für viele schöne Momente gesorgt. Aber zu einer jeden Spielzeit gehören auch weniger erfreuliche Ereignisse. Das zeigt unser Rückblick. 

Die Sensation

Ein drittes Bundesliga-Jahr in Folge wird es für den TV Oyten nicht geben. Doch der Klub hat in den beiden Spielzeiten im Oberhaus stets betont, dass die Zugehörigkeit etwas ganz Besonderes sei. Und in den beiden Saisons in der Bundesliga haben die „Vampires“ auch Besonderes geleistet: So auch in der Rückrunde der abgelaufenen Spielzeit. Der TVO sorgte unter seinem Trainer Thomas Cordes für eine der größten Sensationen. In der Pestalozzihalle wurde der Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters THW Kiel mit 29:25 bezwungen. Dass der Jubel nach dem Schlusspfiff aufseiten der Gastgeber keine Grenzen kannte, ist hinfällig zu erwähnen. Dabei war dieses Gefühl für die Oytener nichts Neues. Denn auch im ersten Bundesliga-Jahr besiegten sie zu Hause den THW. An eine Sensation 2.0 wollte Cordes vor der Partie noch nicht glauben, als es dann aber doch passierte, jubelte auch er: „Natürlich freue ich mich, dass wir das Ding aus dem letzten Jahr wiederholen konnten“, sagte Cordes.

Der Kantersieg

Die Oberliga Nordsee der Männer war in der Saison 2018/2019 von ihrer Ausgeglichenheit geprägt. Ein paar Ausnahmen gab es dann aber doch. An der Spitze drehte der OHV Aurich einsam seine Kreise, am anderen Ende der Tabelle platzierte sich der TSV Bremervörde, der auch aufgrund einer sehr angespannten Personallage ein ganz schwieriges Jahr hinter sich hat. Und das zeigte sich besonders in der Achimer Gymnasiumhalle. Die SG Achim/Baden zerlegte den ohnehin geschwächten Bremervörder Kader in seine Einzelteile. Nach 60 Minuten stand ein Ergebnis auf der Anzeigetafel, wie es in der vierten Liga nur selten der Fall ist: Die SG schoss den einstigen Erzrivalen aus Bremervörde mit 31:8 aus der Halle. Achims Trainer Tobias Naumann, der einst für den TSV spielte, beobachte den Sieg im März mit gemischten Gefühlen: „Da blutet einem schon das rot-grüne Herz. Es tut einem schon weh, wenn man das mit ansieht.“ Einen Monat später war Naumann jedoch rundum glücklich. Da machte die SG Achim/Baden mit einem Heimerfolg gegen die SG HC Bremen/Hastedt den Klassenerhalt perfekt.

Der Erfolgstrainer

Drei Jahre hatte Ingo Ehlers eine Pause eingelegt. Im Sommer 2018 kehrte er auf die Trainerbank zurück. Er übernahm die Landesliga-Männer des TSV Daverden. Es war der Beginn einer echten Erfolgsstory. Und die musste es auch werden. Denn die Grün-Weißen waren selbst mit hohen Ansprüchen in die Saison gegangen. Die Meisterschaft ist von Anfang an kein Tabuthema gewesen. Und je länger die Saison dauerte, desto klarer wurde eine Sache: dass es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis die Ehlers-Sieben den Titel und den Verbandsliga-Aufstieg perfekt machen würde. Am vorletzten Spieltag knallten in der Langwedeler Halle die Sektkorken. Die Daverdener überzeugten oft mit ihrem schnellen Offensiv-Handball. Doch nicht nur das: Der TSV agierte häufig mit einer starken Abwehr. Für eine gute Defensive waren die Daverdener zuvor nicht unbedingt bekannt. Ingo Ehlers ist es gelungen, das zu ändern.

Die Treffsicheren

Ein weiterer Garant für den Titelgewinn des TSV Daverden war ein Mann in den Reihen der Grün-Weißen: Lajos Meisloh. In der Ehlers-Sieben nimmt er eine Position ein, die für einen Rechtshänder nicht die optimalste ist. Meisloh spielt im rechten Rückraum. Doch dort fühlt er sich pudelwohl. Das zeigt auch folgende Statistik: Meisloh schnappte sich in der Landesliga die Torjägerkanone. In 26 Spielen traf der Rechtshänder 213-mal. Er ist damit der einzige Handballer, der in dieser Saison die 200-Tore-Marke knackte. Lajos Meisloh hat zwar immer wieder gerne auf die Torjägerliste geschaut, wollte seine Leistungen aber auch nicht zu sehr in den Mittelpunkt rücken. „Viel wichtiger ist, dass wir als Mannschaft ganz oben stehen“, sagte Meisloh bereits im Februar – und dort ist er mit dem TSV Daverden bis zum Saisonende auch geblieben. Nicht ganz oben in der Tabelle landete Jana Kokot mit ihrem Team in der 3. Liga West der Frauen. Dennoch spielte sie mit dem TV Oyten unter Trainer Jörg Leyens eine starke Saison. Am Ende landeten die „Vampires“ auf dem vierten Platz. Dieses Resultat hatten dem TVO wohl nur wenige zugetraut. Hätte Oyten gegen Saisonende nicht mit Personalproblemen zu kämpfen gehabt, wäre es wohl noch ein bisschen weiter nach oben gegangen. In den letzten Spielen fiel auch Jana Kokot hin und wieder aus. Dennoch durfte sie einen persönlichen Erfolg feiern: Mit 148 Treffern setzte sie sich die Torjägerkrone auf.

Der Emporkömmling

Auf mehr als 200 Tore kam in den vergangenen Monaten der junge Rechtshänder Chris Ole Brandt. Allerdings spielte der Rückraumspieler gleich in zwei Teams – und zwar für den TV Oyten in der Männer-Landesliga und in der Jugend-Bundesliga. Im Oberhaus traf er 64-mal. In der Landesliga kam er sogar auf 143 Tore. Mit dieser Ausbeute hat er bewiesen, dass er sich im Herrenbereich dauerhaft behaupten kann. Allerdings wird er das nicht beim TV Oyten tun. Brandt will sich beim Oberligisten TuS Rotenburg durchsetzen. Der künftige TVO-Coach Lars Müller-Dormann bedauerte Brandts Entschluss zwar, zeigte aber auch Verständnis, dass er sich dem Viertligisten anschließt. „Schließlich kommt Chris Ole von dort“, sagte der erfahrene Coach über den Emporkömmling der zurückliegenden Spielzeit.

Der Rauswurf

Eine Saison kommt allerdings nicht ohne negative Nachrichten aus. Eine davon hat wohl so manchen Beobachter der Szene zum Stauen gebracht. Denn die SG Achim/Baden II trennte sich im Dezember 2018 von Trainer Karsten Krone. Jener Coach, der die Reserve erfolgreich in die Verbandsliga geführt, und auch andere SG-Teams zu Triumphen gebracht hatte. In der Verbandsliga war es dann aber vorbei mit der erfolgreichen Zeit. Aus den ersten elf Spielen holte die damalige Krone-Sieben nur einen einzigen Punkt. Was folgte, war die Trennung, von der Karsten Krone komplett überrascht wurde. Dementsprechend enttäuscht war er damals über die Entscheidung des Vorstands. Doch sie war nun einmal gefallen, genauso wie die Frage nach dem Nachfolger beantwortet war: Für Karsten Krone übernahm Florian Schacht das Zepter auf der SG-Bank.

Die Abstiege

Mit das Schlimmste, was einer Mannschaft passieren kann, ist ein Abstieg. Aus unserer Region hat es in der Saison 2018/2019 drei Teams erwischt: Eines davon ist die SG Achim/Baden II. Unter Florian Schacht verbesserte sich das Team zwar und rettete sich nach einer starken Aufholjagd auf den Relegationsrang. In zwei Entscheidungsspielen unterlag die SG jedoch Altencelle, sodass es nun in der Landesliga weitergeht. Diese Liga musste indes der TV Sottrum verlassen. Andreas Pott war als Trainer mit dem Ziel angetreten, das Team ins Mittelfeld zu führen. Doch daraus wurde nichts, was sich bereits frühzeitig angedeutet hatte. Im Laufe der Saison trennten sich der TVS und Pott. Den Gang in die Landesklasse konnte auch sein Nachfolger Rolf Karnick nicht mehr verhindern. In der Landesklasse laufen künftig auch die Frauen des TV Oyten III auf. Die Mannschaft um Trainerin Merle Blumenthal kämpfte in der Landesliga bis zum Schluss aufopferungsvoll darum, den Relegationsplatz zu erreichen – ohne Erfolg.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.