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10 Fragen an Nadine Husenebeth
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„Husenbeth gewinnt Olympia-Gold“

Patrick Hilmes 20.04.2019 0 Kommentare

Zu Besuch bei Nadine Husenbeth FOTO: Björn Hake
Zu Besuch bei Nadine Husenbeth FOTO: Björn Hake (Björn Hake)
Müssten Sie Ihre Sportart wechseln, auf welche würde Ihre Wahl fallen und warum?

Nadine Husenbeth: Es gibt viele tolle Sportarten, aber ich würde Karate wählen. Ich habe bereits im Alter von sieben Jahren mit Karate angefangen und es hat mich bis heute sehr geprägt. Durch Karate habe ich viel Körperbeherrschung und inneres Gleichgewicht, aber auch Disziplin und Respekt vor meinem Gegenüber gelernt. Am Wichtigsten ist, dass ich Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten haben kann. Ich hatte aber auch wirklich tolle Trainer im Karate Dojo Sottrum.

Was würden Sie in Ihrem Sport (Regeln, Verhaltensweisen etc.) ändern, wenn es möglich wäre und warum?

Ich würde mir wünschen, dass der Dressursport wieder mehr Fans bei den Zuschauern findet. Dazu gehört unter anderem, noch mehr Transparenz und Verständlichkeit – zum Beispiel Spectator Judging (eine App, die es dem Zuschauer ausgewählter Turniere ermöglicht, selber einen Ritt zu bewerten, Anm. d. Red.) – zu schaffen.

Welche sportliche Entscheidung würden Sie in Ihrer Laufbahn gerne rückgängig machen?

Fehler machen und falsche Entscheidungen zu treffen, gehören für mich zum Leben und eben auch zum Sport dazu. Wichtig finde ich, immer wieder zu rekapitulieren, was ist gut und was ist nicht optimal gelaufen und zu versuchen, daraus für ein nächstes Mal zu lernen.

Was war Ihr sportlich größter Moment in Ihrer Laufbahn und welches Ihr bitterster?

Ich durfte bereits viele tolle Momente mit meinen Pferden erleben, da fällt es mir sehr schwer, den einen Moment zu finden. Mein wohl größter sportlicher und emotionalster Erfolg ist die Mannschaftsgoldmedaille bei der Europameisterschaft der U25-Reiter mit Florida. Es war schon immer mein Traum, Deutschland auf einem Championat vertreten zu dürfen. Dass dies mit der Goldmedaille in der Mannschaft gekrönt worden ist, ist dann umso schöner gewesen. Für mich ein ganz besonderer Moment war die Nominierung und die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde 2017 mit meiner Nachwuchshoffnung Faviola. Wir waren erst seit Anfang des Jahres ein Team, hatten aber schnell zusammengefunden und die ersten Ausbildungsschritte gemeistert. Im Finale konnten wir uns unter den Top Ten platzieren. Freud und Leid liegen ja bekanntlich nah beieinander. Der bitterste Moment war der vierte Platz in der Einzelwertung bei der Europameisterschaft der U25-Reiter mit Florida. Gefühlt hatten wir die Bronzemedaille schon, aber im Nachrechnen ist das letzte Ergebnis korrigiert worden. So sind wir dann Vierte geworden.

Wer ist Ihr sportliches Vorbild und warum?

Meine Vorbilder sind meine Eltern. Sie haben mir vorgelebt, dass man den Reitsport als professionelles Hobby hoch erfolgreich betreiben kann. Dem eifere ich jetzt nach. Ansonsten versuche ich, mir von vielen deutschen und internationalen Topreitern auf den Abreiteplätzen und im Dressurviereck etwas abzugucken.

Mit welchem Sportler würden Sie gerne einen Tag tauschen und warum?

Meine Pferde gehören zur Familie und bedeuten mir sehr viel, warum sollte ich tauschen wollen?

Was ist schöner: Das eigene Pferd aufbauen mit der Ungewissheit auf Erfolg, oder ein erfolgversprechendes Pferd gestellt bekommen?

Die Ausbildung junger Pferde ist für mich die Königsdisziplin und der Grundstein für den späteren sportlichen Erfolg. Momentan habe ich mit Faviola und Duracell zwei siebenjährige Nachwuchshoffnungen im Stall und beide haben dieses Jahr bereits ihre ersten Platzierungen und Siege in der schweren Klasse sammeln können. Über die letzten zwei Jahre habe ich Faviola und Duracell langsam und behutsam im täglichen Training aufgebaut und an den Turniersport herangeführt. Dabei haben sie mich jeden einzelnen Tag mit ihrem Talent und ihren einzigartigen Charakteren begeistert und motiviert. Ich bin wahnsinnig stolz, auf meine beiden Kracher und freue mich auf unsere gemeinsame Zukunft.

Was wollten Sie als Kind einmal werden und was wären Sie geworden, wäre es nach Ihren Eltern gegangen?

Mein Vater hat immer gesagt: Du kannst alles machen, was du willst, aber BWL ist wirklich ein sehr trockenes Studium. Aber für mich stand nach kurzer Überlegung fest: Ich studiere BWL. Und mit der Entscheidung bin ich sehr glücklich.

Was war Ihre größte Jugendsünde?

Jugendsünde? Welche Sünde? Ich hatte für alles immer eine plausible Erklärung. Und zur Not musste meine Schwester herhalten (lacht).

Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal über sich in der Zeitung lesen?

Ein Traum, den wohl jeder Sportler hat: Husenbeth gewinnt Olympia-Gold!

Zur Person

Nadine Husenbeth (26)

ist Dressurreiterin und seit August 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Professur für Nachhaltiges Management an der Universität Bremen. Von klein auf lebt sie bis heute zusammen mit ihren Eltern, Klaus und Britta, und ihrer Schwester Jessica in Sottrum auf der Reitanlage der Familie, wo sie mittlerweile ihre eigenen vier Wände bezogen hat.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?