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In Windeseile durchgestartet

Nico Brunetti 02.10.2019 0 Kommentare

Lennart Schröder (rechts) muss sich in der Bezirksliga vor Topstürmern wie Bastian Reiners vom TSV Etelsen nicht verstecken.
Lennart Schröder (rechts) muss sich in der Bezirksliga vor Topstürmern wie Bastian Reiners vom TSV Etelsen nicht verstecken. (Björn Hake)

Riede. Fußballer vom SV Werder Bremen werden – davon träumen viele Jugendliche. Nicht anders ging es Lennart Schröder. Und er versuchte auch, diese Vision zu realisieren. „Ich war ein paarmal bei Werder im Probetraining“, erzählt Schröder. „Doch es hat nie gereicht“, fügt er schnell an. Dabei meint Schröder die Gründe dafür zu kennen. „Mir hat ein bisschen die Disziplin gefehlt. Ich bin nie einer gewesen, der freiwillig joggen gegangen ist und ich habe auch nicht auf die Ernährung geachtet. Außerdem war ich schüchtern, zurückhaltend, habe den anderen das Feld überlassen“, skizziert er. Im Nachhinein, sagt Schröder, würde er sich anders verhalten. „Wenn ich noch einmal die Chance hätte, würde ich selbstbewusster reingehen, versuchen weniger nervös zu sein und mich nicht zurücknehmen.“ Weil es dafür aber nun zu spät ist und er den Traum vom Profifußballer mit 15 Jahren begraben hat, darf sich nun sein Heimatverein an seinen Fähigkeiten erfreuen: der Bezirksligist MTV Riede.

Dort ist Lennart Schröder nach seiner Rückkehr im Sommer in nur wenigen Wochen zu einer unverzichtbaren Größe geworden. Gekommen von der Juniorenabteilung des FC Verden 04 ist der 18-jährige Stürmer in Windeseile durchgestartet. Zwei Tore gegen den Heeslinger SC II, zwei Tore gegen den FC Hambergen, zwei Tore gegen den 1.FC Rot-Weiß Achim und dazu ein weiterer wichtiger Treffer beim 3:2-Sieg gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck – der Beginn in seinem ersten Herrenjahr hätte kaum besser laufen können. „Es ist mir zugutegekommen, dass es bei den A-Junioren in der Niedersachsenliga körperlich zur Sache ging. Vor allem unsere Mannschaft aus Verden hat es ausgezeichnet, kämpferisch sehr stark zu sein. Das habe ich in die Bezirksliga mitgenommen.“

Gefürchtet bei der Konkurrenz

Damit überraschte er auch seinen Trainer Marc Wurthmann. „Ich war gespannt, wie er den Sprung von den A-Junioren zu den Herren schafft. Nachdem es Auf und Abs in der Vorbereitung gab, hatte ich Anpassungsprobleme erwartet“, beschreibt Wurthmann. Zweifel an seinen Fähigkeiten hatte er dagegen nicht. „Er ist ein technisch ganz starker Spieler. Das wusste ich, da ich ihn aus der Jugend in Riede schon kannte.“ Schröders Stärken kamen auch schnell zum Tragen. „Er hat einen guten Abschluss, weiß, wo das Tor steht und bewegt sich gut im Raum“, erklärt Wurthmann. Mittlerweile hat sich das in der Liga herumgesprochen, unter anderem warnte Uwe Bischoff, Trainer des TSV Bassen, explizit vor Schröder. „Gefühlt würde ich schon sagen, dass sie mehr auf ihn aufpassen und ihn doppeln“, meint Riedes Coach. Auch Schröder hat gemerkt, dass die Gegner nun anders auf ihn reagieren: „Es gibt schon Sprüche, die Gegner versuchen, mich zu provozieren.“

Aufgrund seiner Variabilität ist es für seine Gegenspieler dennoch nicht einfach, ihn zu greifen. „Ich versuche schon, möglichst viele Tore zu schießen. Aber ich bin nicht der klassische Strafraumstürmer, der nur vorne drinsteht. Ich ziehe mich gerne etwas zurück und verteile die Bälle“, berichtet der 18-Jährige. Bei seinem Trainer lief er deshalb auch schon das eine oder andere Mal im Mittelfeld auf, eine Rolle die der Fan des 1.FC Köln aber nicht dauerhaft einnehmen möchte. „Wir hatten zuletzt Verletzungspech, da kann ich das verstehen. Ich spiele aber lieber als Stürmer. Dann kann ich der Mannschaft gut helfen“, findet der junge Offensivspieler. Eine Verstärkung ist er auch dank seiner Fitness, die im Vorjahr nicht immer da war. Zurückgeworfen von vielen Verletzungen konnte er insgesamt nur 14 Spiele in der A-Junioren-Niedersachsenliga für den JFV Verden/Brunsbrock absolvieren. „Es war jede zweite Woche etwas, ich hatte was am Sprunggelenk, Außenband und am Zeh.“

Trotz der Blessuren erzielte er dennoch sieben Saisontore: Das machte ihn auch für das Landesliga-Team des FC Verden 04 interessant. „Die erste Mannschaft von Verden war auch eine Option, da gab es Gespräche und ich habe lange darüber nachgedacht“, meint Schröder, der sich letztlich aber für Wechsel zum MTV Riede entschied. „Sie haben in den vergangenen Jahren in der Bezirksliga gut abgeschnitten, dort kenne ich zudem einige Jungs“, begründet er. Eine Rolle spielte aber auch der Aufwand. „Für mich ist es in Riede einfacher zum Training zu kommen, als in Verden oder in Etelsen. Der Sport lässt sich einfacher mit der Arbeit verbinden.“

Momentan ist es ihm demnach wichtig beruflich voranzukommen. Nach seinem Abitur am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium in Achim absolviert er bis 2021 in Bad Zwischenahn eine Ausbildung zum Gärtner. „Danach möchte ich noch studieren und ins Ausland.“ Dem Fußball will er jedoch nicht den Rücken kehren. Und zumindest in naher Zukunft scheint ein Verbleib bei seinem jetzigen Klub nicht ausgeschlossen. „Man muss es abwarten. Ich kann es mir aber sehr gut vorstellen, länger in Riede zu bleiben.“


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?