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Perfekter Tag in Grün und Rot

Andreas Ballscheidt 01.05.2019 0 Kommentare

Für Emmanuell Nunu (links) hat es nicht zum Pokalsieg gereicht. Jubeln durfte hingegen Bassens Dennis Dede.
Für Emmanuell Nunu (links) hat es nicht zum Pokalsieg gereicht. Jubeln durfte hingegen Bassens Dennis Dede. (Andreas Ballscheidt)

Der TSV Bassen II hat überraschend den Kreispokal gewonnen. Das Team von Marius Wagener setzte sich im Endspiel im Verdener Stadion vor gut 500 Zuschauern gegen den TSV Dörverden durch. Der TSV gewann nach Elfmeterschießen mit 5:4, nachdem die Partie in der regulären Spielzeit 1:1 (1:1) geendet war. Auch bei den Frauen triumphierte ein Team aus Bassen. Die SG Bassen/Oyten III setzte sich gegen den TSV Etelsen mit 2:0 (2:0) durch und sorgte für einen perfekten Tag der Grün-Roten.

„Schöner hätte der 1. Mai 2019 gar nicht sein können“, strahlte Bassens Abteilungsleiter Adrian Liegmann. Auch Wagener freute sich überschwänglich: „Damit haben wir nicht gerechnet. Aber wegen unserer starken zweiten Halbzeit war der Erfolg verdient.“ Trauer herrschte bei den Dörverdenern. „Wir sind nicht ins Spiel gekommen. Bassen war besser und hat verdient gewonnen“, gestand TSV-Coach Nils Pohlner. Bevor der Erfolg in trockenen Tüchern war, avancierte Bassens Keeper Leon Henke zum Matchwinner. Er hielt die Elfer von Tim Neumann und Bjarne Halbfas. Dörverdens Torhüter Bennet Rosilius hatte nur den Elfer von Yasar Gerken gehalten. Den entscheidenden Schuss vom Punkt verwandelte Julian Lange für den TSV Bassen, der bereits in der zweiten Halbzeit die eindeutig bessere Mannschaft war.

Wagener hatte sein Team von der Seitenlinie immer wieder aufgefordert, Druck nach vorn auszuüben. Die Anweisung wurde strikt befolgt: Der engagierte Außenseiter drängte und wurde mit Chancen für sein couragiertes Spiel belohnt. Die erste Möglichkeit aber hatte der Kreisligist aus Dörverden. Emil Felker tauchte nach Fehler von Stefan Brüns völlig frei im Strafraum der Grün-Roten auf. Sein Schuss verfehlte das Ziel aber um einige Meter (60.). Auf der anderen Seite köpfte Gerken das Leder knapp über das Dörverdener Gehäuse (74.). Die letzte Chance in der regulären Spielzeit ließ Volker Henke aus, als er aus der Distanz volley abzog, der Ball aber um Haaresbreite über die Querlatte zischte (80.).

Zwei Tore im ersten Durchgang

Vor der Pause zeigte sich Dörverden als spielerisch stärker. Besonders im Mittelfeld hatte das Team von Nils Pohlner Vorteile. Allerdings nutzte dies der Elf nichts, denn die Abwehr der Grün-Roten stand sattelfest und lies zumindest in der Anfangsphase nichts anbrennen. Bassen operierte dagegen mit langen Bällen. Dabei zeigte das Team aus der 1. Kreisklasse mehr Zug zum Tor. Nach einer Viertelstunde bot sich der Wagener-Elf die erste Chance der Partie. Routinier Yasar Gerken zwang Rosilius zu einer Parade. In der 21. Minute wurde das Bemühen der Bassener belohnt. Ein langer Ball von Gerken fand den Weg zu Kevin Segelken. Der Angreifer fackelte nicht lange und lupfte das Leder aus zwölf Metern über den herauseilenden Rosilius hinweg zum 1:0 ins Tor. Nun war der Favorit gefordert: Er spielte jetzt zwingender und versuchte seinen Torjäger Emmanuel Nunu in Szene zu setzen. Nunu verstand es aber nicht, sich Raum zu verschaffen und vertändelte den Ball mehrfach.

Dann fiel aber doch das 1:1: Eine Energieleistung von Bastian Deke führte zum Torerfolg. Deke schnappte sich das Leder und zog einen Sprint an. Er überlief mehrere Bassener und hatte auch noch die Übersicht, um den Ball am herauseilenden Torhüter Leon Henke vorbei ins lange Eck zu schieben (32.). Der Treffer machte allerdings kaum Kräfte beim Kreisligisten frei. Ganz im Gegenteil: Plötzlich hatte die Elf von Wagener gute Möglichkeiten. Sie wurden aber durch Segelken, Gerken und Sebastian Wrede nicht zur Pausenführung genutzt. Und auch in der zweiten Halbzeit fielen keine weiteren Treffer, sodass die Lotterie vom Punkt entscheiden musste. Schlussendlich durften die Bassener jubeln und strahlten über das ganze Gesicht.

Das tat zuvor auch Karl-Heinz Dierks nach dem Endspiel der Frauen. „Von der Papierform her waren wir der krasse Außenseiter. Wir haben daher äußerst defensiv gespielt. Da unsere Taktik hervorragend aufgegangen ist, durften wir am Ende einen verdienten Erfolg feiern“, freute sich Dierks. Für den Coach der SG Bassen/Oyten III war es nicht der erste Pokaltriumph im Verdener Stadion. Zweimal zuvor holte er den Pott bereits mit den Frauen des TSV Brunsbrock und auch mit den Bassener Frauen hatte er schon einmal im Pokalwettbewerb triumphiert.

Dierks trat mit einem routinierten Team an. Dies machte sich besonders nach der Pause bemerkbar. Da hatten die Grün-Roten dank ihrer Erfahrung mit einem sehr guten Stellungsspiel ihre Gegnerinnen immer wieder vor große Probleme gestellt. Weil die Defensive sicher stand, tat sich der Favorit aus Etelsen schwer und kam erst eine Minute vor Abpfiff zu einer zwingenden Chance. Diese hatte Mandy Biermann. Aus Nahdistanz scheiterte sie aber an Keeperin Uta Schulenberg, die den aus Nahdistanz abgefeuerten Ball sicher erreichte und abwehrte. „Es war ein typisches 0:0-Spiel“, sagte Alexander Coels. Der Etelser Coach war natürlich enttäuscht, dass seine Mannschaft nach langer Zeit mal wieder ohne Torerfolg blieb – ausgerechnet im Endspiel.

Die Zuschauer mussten bereits in der ersten Halbzeit lange warten, ehe ihnen die beiden Teams Torraumszenen boten. Die erste Chance hatte Favorit Etelsen nach 25 Minuten, als Alisha Conley an Bassens Torhüterin Uta Schulenberg scheiterte und zwei Minuten später Conley nur das Außennetz traf. Die Elf von Dierks zeigte sich beim Nutzen seiner Chancen effektiver. So donnerte Ann Hägermann den Ball aus der Distanz in der 32. Minute zur Führung in die Maschen. Fünf Minuten später stand es 2:0. Diesmal hatte Annika Freymuth getroffen. Sie selbst hatte einen Eckball in den Etelser Strafraum geschlagen und den zu ihr abgewehrten Ball in das lange Toreck gejagt.

Nach der Halbzeit verlegten sich die Bassenerin ausschließlich auf das Verhindern von Gegentoren. Dies ist dem Team insbesondere auch deshalb geglückt, weil Nina Hilbers kompromisslos agierte und ihre Mitspielerinnen hervorragend führte. Somit hatte sie großen Anteil am perfekten Tag in Grün und Rot.


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Leserkommentare
peteris am 23.10.2019 12:13
Kommentar schreiben?

Was soll man über dieses Affentheater noch schreiben?
suziwolf am 23.10.2019 12:00
@lterwaller ...

Die ,autofreie Innenstadt‘ ist nur mit
zusätzlichen Brücken über die Weser zu haben.

Wird sich ...