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Unbekannt trifft unbekannt

Florian Cordes 12.09.2018 0 Kommentare

Seit Jahren ist Jana Kokot Führungsspielerin beim TV Oyten. Diese Rolle wird sie auch in dieser Saison einnehmen müssen.
Seit Jahren ist Jana Kokot Führungsspielerin beim TV Oyten. Diese Rolle wird sie auch in dieser Saison einnehmen müssen. (Björn Hake)

Wohin geht die Reise des TV Oyten? Selten war diese Frage so spannend wie vor der Saison 2018/2019. Denn vor den Drittliga-Frauen steht eine Spielzeit mit vielen Unbekannten. Zum einen muss sich zeigen, wie die „Vampires“ mit ihrem neuen Trainer Jörg Leyens harmonieren. Er hat im Sommer das Amt von Sebastian Kohls übernommen, der sich nach sieben Jahren als Coach der ersten Mannschaft in den Jugendbereich zurückgezogen hat. Zum anderen warten auf den TVO einige unbekannte Mannschaften: Der Deutsche Handballbund hat Oyten in diesem Jahr nicht der Nordstaffel zugeteilt – sondern dem Westen. Ein Derby wartet aber dennoch auf die Leyens-Sieben. Denn durch die Zugehörigkeit zur Weststaffel trifft der TV Oyten wieder auf die Bundesliga-Reserve des VfL Oldenburg.

Apropos Bundesliga-Reserve: Mit solchen Teams, die in der 3. Liga meist mit vielen Talenten auflaufen, bekommt es der Drittliga-Meister des Jahres 2017 häufig zu tun: Es sind große Namen, die sich im Westen tummeln. So treffen Jörg Leyens und Co. auf den TSV Bayer 04 Leverkusen II, Borussia Dortmund II, HSG Blomberg-Lippe II und eben den VfL Oldenburg II. Es ist davon auszugehen, dass die jungen Teams mit ihren vielen Talenten gute Rollen spielen werden. Damit rechnet auch Jörg Leyens. Einen Favoriten auf den Titel vermag der neue Mann auf der TVO-Bank allerdings nicht zu nennen.

Die neue Liga kennenlernen

Gleiches gilt beim Ausruf des Saisonziels. „Ich denke, wir fahren ganz gut damit, wenn wir sagen, wir denken von Spiel zu Spiel. Wenn wir ein bestimmtes Ziel vorgeben, das wir dann aber meilenweit verpassen, ist das auch nicht das Richtige“, findet Jörg Leyens. Seine Meinung könne sich aber durchaus in den kommenden Monaten noch ändern. „Wenn wir erst mal ein paar Spiele absolviert haben oder am Ende des Jahres angekommen sind, können wir uns ein Saisonziel stecken“, meint der TVO-Coach. Fakt ist aber, dass die „Vampires“ aus Oyten die Weststaffel erst einmal richtig kennenlernen müssen. Dass sein Team auf viele unbekannte Gegner trifft, müsse aber nicht zwingend ein Nachteil sein. „Denn andersherum ist es ja genauso. Auch wir sind für unsere Kontrahenten unbekannt“, sagt Jörg Leyens.

Unbekannt ist man sich dagegen im TVO-Lager nicht mehr. Während der zehnwöchigen Vorbereitung habe man sich intensiv kennengelernt. Nicht alles sei rund gelaufen, wie Leyens erklärt. Unter anderem habe es bei der Buchung des Trainingslagers ein wenig gestockt. „Aber trotzdem war die Vorbereitung insgesamt gut“, bilanziert Leyens die vergangenen Wochen. „Alle Spielerinnen haben gut mitgezogen. Ich traue ihnen allen zu, in der 3. Liga bestehen zu können. Mit der richtigen Einstellung und einer guten Abwehrarbeit ist für uns vieles möglich.“

Ein weiterer kleiner Minuspunkt sei zudem gewesen, dass laut Leyens mit Romina Kahler lange Zeit nur eine Torhüterin aus seinem Kader zur Verfügung stand. Die zweite Keeperin Bryana Newbern, die zu dieser Saison zum TV Oyten zurückgekehrt ist, war während der Vorbereitung mit der Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten unterwegs. Newbern spielte mit dem Team USA um die Qualifikation für die Panamerikanischen Spiele – mit Erfolg. Kanada wurde auf dem Weg zu den Spielen aus dem Weg geräumt. Bryana Newbern darf die Saison mit einem großen Triumph im Rücken und mit viel Selbstvertrauen angehen.

Starkes Duo im Tor

Sein Duo im Tor macht Leyens Mut, dass seine Premieren-Saison einen guten Verlauf nehmen wird. „Mit Romina und Bryana sind wir sicher sehr gut aufgestellt“, verteilt Leyens Lob an seine beiden Keeperinnen. Aber auch auf anderen Positionen habe man an Qualität dazugewonnen. Das trifft auch auf die rechte Außenbahn zu. Dort wird nämlich die frühere Bundesliga-Spielerin Lisa Bormann-Rajes nach einjähriger Pause wieder auf Torejagd gehen. Sie trifft in der neuen Saison zweimal auf ihren Ex-Klub HSG Blomberg-Lippe und somit nicht unbedingt auf etwas Unbekanntes. Das ist im ersten Spiel komplett anders: Denn am kommenden Sonnabend läuft der TV Oyten beim HSV Solingen-Gräfrath auf. Danach dürfte Jörg Leyens schon schlauer sein, was in den kommenden Monaten auf sein Team zukommt: Denn Solingen wurde in der Vorsaison Dritter im Westen.


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Leserkommentare
Bevenser am 22.10.2019 17:47
Man muss sich nicht künstlich blöd stellen. Wie es geht sieht man z.B. in Österreich - und nicht nur da.
peteris am 22.10.2019 17:39
Werden diese Menschen "losgelassen", dann gibt es erst wieder einen Stop in Deutschland.

Bereiten" wir " uns schon einmal darauf vor. ...