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Handball Verbandsliga
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Unrühmliches Ende

Patrick Hilmes 07.12.2018 0 Kommentare

Karsten Krone war immer mit viel Herzblut bei der Sache. Entsprechend emotional ist nun sein unfreiwilliger Abschied.
Karsten Krone war immer mit viel Herzblut bei der Sache. Entsprechend emotional ist nun sein unfreiwilliger Abschied. (Björn Hake)

Achim. Und plötzlich ist alles vorbei. Ganze 17 Jahre war Karsten Krone in verschiedenen Teams der SG Achim/Baden als Trainer tätig. Nun ist sein Ende bei der Spielgemeinschaft gekommen. Der Vorstand entschied sich dazu, sich aufgrund der sportlichen Situation der zweiten Mannschaft in der Handball-Verbandsliga von Karsten Krone zu trennen.

Die Situation beim Verbandsliga-Aufsteiger ist wahrhaftig bedrohlich. In den bisherigen elf Saisonpartien konnte lediglich ein Unentschieden verbucht werden. Die Spalte für die Siege ist bis dato noch immer komplett verwaist. Entsprechend ziert die SG Achim/Baden II das Tabellenende mit sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer.

In der Stellungnahme des Vereins heißt es, die Trennung sei im beiderseitigen Einvernehmen erfolgt. Doch davon kann nicht die Rede sein. Bereits am Mittwoch sei Karsten Krone vom Vorstand zu einem Gespräch gebeten worden. In dieses sei die Vereinsführung laut Krone mit einer „gefestigten Meinung“ gegangen. „Was soll man dann noch anderes sagen als: Ja, alles klar, weiß ich Bescheid, geht jetzt bitte“, berichtet ein enttäuschter Karsten Krone, „dann hatte ich ganz schlechte Laune und eine ganz schlechte Nacht.“ Enttäuscht ist er vor allem von der Art und Weise seiner Ausbootung. Vor rund drei Wochen führte unsere Zeitung ein Interview mit dem Coach. In diesem sagte er noch: „Ich verspüre keine negativen Wellen.“ Und das sei auch weiterhin so geblieben. „Auch nach dem Interview ist niemand auf mich zugekommen und hat gesagt, es wird eng.“ Am Donnerstag wurde die Entscheidung der Mannschaft mitgeteilt, für Karsten Krone auf eine zu nüchterne Weise. „So rational konnte ich das nicht stehen lassen, so lasse ich mich nicht einfach abservieren. Ich habe so viel für den Verein investiert, da ist so etwas Kurzfristiges, so eine Vorgehensweise unter aller Sau.“ 

Teammanager Cord Katz spricht hingegen davon, dass es Signale gegeben habe, „aber ich kann ihn verstehen“. Der Vorstand sah sich zum Handeln gezwungen. „Beide sind damit nicht glücklich, doch es galt, eine Entscheidung zu fällen. Und die fiel sehr schwer und ist sehr emotional“, betont Cord Katz. Die Mannschaft selbst war wie Krone geschockt von der Entscheidung des Vorstands. „Der Großteil war überrascht, da es ja so abrupt war“, berichtet Dominik Stoick. Er selbst, wie auch viele seiner Teammitglieder, könnten beide Seiten nachvollziehen. „Er war jahrelang mit all seinem Engagement und so viel Herzblut bei der Sache. Da kann ich seine Enttäuschung absolut verstehen. Lässt man aber alle Emotionalität beiseite und betrachtet das Ganze nüchtern, dann kann ich auch den Vorstand verstehen. Es ist absolut schwierig für alle Beteiligten, für Karsten, für den Vorstand und auch für uns Mannschaft“, gewährt Stoick Einblicke.

Der Vereinsführung bedankte sich in ihrem Statement für die jahrelange erfolgreiche Arbeit Krones und präsentierte zugleich seinen Nachfolger. Das wird Florian Schacht sein, der jahrelang für die Zweite auflief und sie 2013 bereits als Coach betreut hatte. Der Vorstand erhofft sich, mit dem Trainerwechsel einen neuen Impuls zu setzen und den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze wiederherstellen zu können. Karsten Krone glaubt an den umgekehrten Effekt. „Ich sage, das ist genau das falsche Zeichen für die Mannschaft.“ Er verweist auf die Abgänge von vier wichtigen Spielern vor der Saison. Zudem würde sein Team bisher gut mitspielen, es nur noch nicht über die Zeit bringen. „Es ist jetzt noch ein Spiel, das danach fällt wahrscheinlich aus. Erst im Februar geht es dann weiter. Bis dahin wäre auch ein Arne Zschorlich wieder fit gewesen. Dann hätte man viel Zeit zum Arbeiten gehabt.“ Des Weiteren fügt Krone an, dass er in jedem Jahr einen seiner besten Spieler an die Erste abgegeben hätte. „Meinen Auftrag, die jungen Spieler auszubilden und in den Herrenbereich und vielleicht in die Erste zu führen, habe ich immer erfüllt.“

Einen Auftrag hat auch weiterhin die Mannschaft, die nun vor einem wegweisenden Spiel steht. Am Sonnabend (Anpfiff um 16.45 Uhr) empfängt die SG Achim/Baden II den Wilhelmshavener HV II, seines Zeichens Tabellenzwölfter. „Egal, wer der Trainer ist, wir als Mannschaft stehen auf der Platte. Unser Fokus muss nun auf das extrem wichtige Spiel gegen Wilhelmshaven liegen“, betont Dominick Stoick. Der Fokus von Karsten Krone liegt derzeit auf sich selbst: „Ich muss das erst mal sacken lassen, erst mal lasse ich mir alles offen.“ Und das gilt auch für ein zukünftiges Engagement bei der SG Achim/Baden.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.