Wetter: Nebel, 11 bis 16 °C
Volleyball 2. Bundesliga
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

„Wir haben es halt durchgezogen“

Florian Cordes 12.02.2019 0 Kommentare

Ein Bild mit Symbolcharakter: Badens Kapitän Stefan Baum verspricht, dass er und seine Mitspieler in den kommenden Partien um jeden einzelnen Punkt kämpfen wollen.
Ein Bild mit Symbolcharakter: Badens Kapitän Stefan Baum verspricht, dass er und seine Mitspieler in den kommenden Partien um jeden einzelnen Punkt kämpfen wollen. (Björn Hake)
Herr Baum, Sie haben mit Ihrem Team nun die beiden Kellerduelle gegen den USC Braunschweig und VV Humann Essen hinter sich. Am Ende haben Sie zwei von sechs möglichen Punkten geholt. Das ist für den Abstiegskampf eigentlich zu wenig, wenn man ehrlich ist. Wie lautet Ihr Fazit?

Stefan Baum: Vorgenommen haben wir uns auf jeden Fall mehr. Sicher wollten wir mit drei Punkten in Braunschweig in diese entscheidenden Spiele starten. Das hat ja nun leider nicht geklappt (der TV Baden unterlag mit 0:3, Anm. d. Red.). Durch den Sieg gegen Essen (mit 3:2 setzte sich der TVB durch, Anm. d. Red.) sind wir aber doch in unserem Soll geblieben, da die bei uns sehr stark aufgetreten sind. Essen durfte man nicht unterschätzen. Viel entscheidender ist jedoch, dass wir mit einem positiven Gefühl aus dem letzten Spiel gegangen sind und wir uns vor keiner anderen Mannschaft verstecken müssen. Das müssen wir im Kopf behalten.

In Braunschweig war Pech im Spiel. Gegen Essen waren die beiden ersten Sätze Ihrer Mannschaft, die dann auch verloren gingen, hingegen nicht gut. War der Druck gegen Humann zu groß?

Das ist schwer zu sagen. Jeder Spieler geht mit dem Druck anders um. Es mag sein, dass die Sache dem einen oder anderen ein bisschen im Nacken gesessen hat. Aber viele von uns können mittlerweile auch den Kopf frei behalten. Aber ehrlich gesagt, ist es schwierig zu sagen, woran es gegen Essen gelegen hat. Ich glaube, wir hatten in allen Spielelementen unsere Mängel. Es ist nicht an Einzelheiten festzumachen. Das war anfangs ein schlechter Tag für uns alle.

Was geht einem in solch einem wichtigen Spiel und bei einem 0:2-Satzrückstand durch den Kopf? Denkt man dann schon darüber nach, dass es das jetzt war mit dem Klassenerhalt?

Nein. An so etwas kann man in dieser Situation nicht denken. Ich hoffe, da ging es meinen Mitspielern so wie mir. Ich konnte das ausblenden. Es zählt schließlich immer nur das Spiel, das gerade läuft. Wir wissen, dass nie etwas verloren ist. Das haben wir beweisen können. Wenn man 0:2 zurückliegt, hat der Gegner natürlich viel mehr Möglichkeiten als man selbst. Eigentlich kann man sich dann nur durch eine ganz große Willensstärke zurückkämpfen. Und das haben wir gerade noch so hinbekommen.

Nach dem zweiten Satz ist Ihr Team in der Tat spektakulär zurückgekommen und hat die Partie gedreht. Was ist während der Pause in der Kabine passiert? Irgendeine Initialzündung muss es ja gegeben haben.

Es war gar nicht so extrem, wie man sich das vorstellen mag. In der Kabine war es relativ ruhig. Wir haben uns alle besonnen, unser Trainer Fabio Bartolone hat uns noch einmal eingeschworen. In die Köpfe musste rein, dass es eine unserer letzten Chancen ist, die Saison zu einem guten Abschluss bringen zu können. Das musste einigen vielleicht nochmal bewusst gemacht werden. Ab dem Moment zählte dann nur noch, dass die Leute spielen, die ihr volles Potenzial abrufen können. Fabio hat es geschafft, die richtigen auf das Feld zu stellen. Und dann haben wir es halt durchgezogen (lacht).

Also war es auch ein Sieg des Trainers?

Es ist immer ein Sieg von allen und immer eine Niederlage von allen. Aber Fabio hat gegen Essen die richtigen Entscheidungen getroffen.

Was kann dieses Erlebnis gegen Essen für die kommenden Wochen bedeuten? Genug Selbstvertrauen dürfte dieser Sieg gegeben haben.

An Selbstvertrauen mangelt es uns sicher nicht. Wir haben schon sehr, sehr gute Spiele abgeliefert. Wir wissen, was wir können und dass wir jedem Gegner in dieser Liga mal gefährlich werden können. Das lässt uns positiv denken, was die nächsten Spiele angeht. Genauso wissen wir, dass wir jederzeit einen Lucky Punch setzen können und wir noch ein paar Punkte mehr einfahren.

Laut eines Berichts der Grafschafter Nachrichten soll beim FC Schüttorf 09 alles auf den Prüfstand gestellt werden – auch der Startplatz in der 2. Bundesliga. Es könnte also passieren, dass sich für den Klassenerhalt ein Hintertürchen öffnet.

Darüber hat bei uns noch niemand nachgedacht. Und ehrlich gesagt, habe ich davon auch noch nicht viel gehört. Das ist bei uns im Team noch nie Gesprächsthema gewesen. Es wäre ja auch viel schöner, den Klassenerhalt sportlich und aus eigener Kraft zu schaffen. Schließlich spielt es eine große Rolle, nicht zu so einem Zufalls-Klassenerhalt zu kommen.

Zuversichtlich, dass der Klassenerhalt gelingt, sind Sie auch weiterhin, obwohl dieser aktuell nicht aus eigener Kraft zu erreichen ist?

Aber natürlich sind wir mutig. Wir werden jedes Spiel mit Vollgas angehen und um jeden einzelnen Punkt hart kämpfen. Unseren Gegnern im Kampf um den Klassenerhalt wollen wir es möglichst schwer machen. Bis zum letzten Moment. Nach dem letzten Spiel wissen wir dann mehr.

Dennoch bleibt auch, dass der TV Baden in der Hinrunde teils sehr gute Ergebnisse hingelegt hat, dies aber bis zum Spiel gegen Essen nicht ins neue Jahr retten konnte. Wie ist das zu erklären?

Das stimmt sicherlich, dass wir in der Hinrunde bessere Resultate hatten. Die Pause hat uns wohl nicht so gutgetan. Im Nachhinein hätten wir doch besser im Rhythmus bleiben müssen. Das ist im Vorfeld aber schwer abzusehen. Häufig hilft eine Pause auch mal, damit man an andere Sachen denkt. In diesem Fall war es nicht die bessere Variante. Und dann kam eben auch noch das Pech hinzu. Gewinnen wir in Braunschweig den ersten Satz (der USC gewann mit 32:30, Anm. d. Red.), setzen wir uns dort wahrscheinlich komplett durch. Das ist aber leider schiefgelaufen, sollte man jetzt aber auch nicht mehr überdramatisieren.

Also geht es jetzt darum, mit dem positiven Gefühl vom jüngsten Spiel in die sechs finalen Partien zu gehen...

Absolut. Das ist das, was jetzt zählt. Wir haben noch einmal bestätigt bekommen, was wir leisten können. Das ist wichtig.

Das Interview führte Florian Cordes.

Zur Person

Stefan Baum (24)

ist Außenangreifer und Kapitän bei den Volleyballern des TV Baden. Mit seinem Team kämpft er aktuell um den Klassenerhalt in der Nordstaffel der 2. Bundesliga. Zuletzt hat Baum mit seinem Team einen 0:2-Rückstand gegen den VV Humann Essen noch in einen 3:2-Sieg gedreht.


Ein Artikel von
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 06:43
„Aaaah“ „oooh“ sagt der/die Feuerwerker*in Sylvester 2019
💫💥☄️

„Uuuuh“ sagt die Umwelthilfe ...

Es sollte für‘s ...
rakase am 23.10.2019 03:13
Den grundsätzlichen Ärger über zugeparkte Strassen kann ich ja voll und ganz nachvollziehen, auch wir müssen teilweise ganzjährig einen Kilometer zum ...