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Herbert Pansegrau ist eine Institution beim TV Jahn - und führte 1997 den Box-Tag ein
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Die Delmenhorster Box-Legende

Daniel Cottäus 28.09.2011 0 Kommentare

September 2011: In der Jahn-Turnhalle ist das Training der jüngsten Nachwuchsboxer beinahe vorbei, als Pansegrau mit einer großen Sporttasche über der Schulter am Rand des Geschehens Platz nimmt. Kurze Zeit später ist der Box-Trainer umringt von zahlreichen Kindern mit großen roten Handschuhen an den Händen. "Herbert, Herbert" - die Übungseinheiten mit Pansegrau sind gefragt. "Ich kann den Jungs ja auch noch einiges beibringen", schmunzelt der Rentner - der den Delmenhorster Boxsport geprägt hat wie kein anderer.

Im Alter von 17 Jahren trat Pansegrau 1954 dem damaligen SSV Delmenhorst bei, die Boxhandschuhe hat er bis heute nicht an den Nagel gehängt - "warum auch? So lange ich laufen kann, mache ich weiter". Während seiner langen Karriere hat der Boxer, der in Stettin geboren wurde und während des Krieges nach Delmenhorst kam, rund 200 Kämpfe im Mittel- und Halbschwergewicht bestritten, davon nur einen nach K.o. verloren. "Das war in Hannover, mein vorletzter Kampf. Ich weiß noch, dass ich voll in die linke Gerade laufe - dann war's vorbei", blickt Pansegrau zurück. Seinen größten Erfolg als Aktiver feierte er 1958 mit dem Gewinn der Niedersachsenmeisterschaft - Delmenhorster Sportgeschichte schrieb der Faustkämpfer allerdings als Coach. "Da blieb mir ja auch gar nichts anderes übrig", erinnert sich Pansegrau. Kurz nachdem er in den Verein eingetreten war, starb sein damaliger Trainer. "Weil kein anderer da war, habe ich den Job übernommen - auch wenn ich erst 21 war", erklärt Pansegrau, der

in den folgenden Jahren zahlreiche Größen der Szene betreut hat.

Gleich in seiner Anfangszeit nahm der Jung-Trainer unter anderem Albert Schweigert unter seine Fittiche. "Ich habe ihm alles beigebracht", sagt Pansegrau über den Boxer, der in den Jahren 1974 und 1975 - nach seinem Vereinswechsel zum Polizei SV Bremen - die Deutsche Meisterschaft im Leichtgewicht gewann und 1975 mit der Nationalmannschaft an der Europameisterschaft teilnahm. Pansegraus jüngster Erfolg als Trainer liegt indes noch gar nicht allzu lange zurück: 2001 führte er das Jahn-Talent Paul Martynowski in Berlin zur Deutschen Meisterschaft in der Jugend B, hat zudem im Laufe der Jahre zwei deutsche Vize-Meister und fünf Drittplatzierte bei bundesweiten Wettkämpfen hervorgebracht.

Heute steht der 75-Jährige nicht mehr Woche für Woche irgendwo in Deutschland am Ring, seinen Posten als Cheftrainer der Jahn-Boxer hat inzwischen Torsten Christophers übernommen. "Egal ob in Osnabrück oder Hamburg: Der Name Pansegrau ist im Boxsport immer noch ein Begriff. Ich habe zwar schon Schuhgröße 46, aber die Fußstapfen, die Herbert hinterlassen hat, sind riesengroß", schmunzelt der Nachfolger.

In der Tat: Pansegraus Einsatz für die Boxsparte ist nach wie vor greifbar beim TV Jahn. So geht auch der inzwischen traditionelle Box-Tag des Delmenhorster Vereins auf eine Idee des heute in Bookholzberg lebenden Sportlers zurück.

Da ist es nicht verwunderlich, dass der Urheber der Neuauflage "seiner" Veranstaltung, die seit 1997 traditionell am 3. Oktober über die Bühne geht, mit großer Vorfreude entgegen blickt: "Ich hoffe, die Jahn-Halle wird voll." Was das sportliche Programm betrifft, haben die Organisatoren jedenfalls alles getan, um den Zuschauern ab 15 Uhr einen attraktiven Vergleichswettkampf zu bieten. Insgesamt elf Lokalmatadoren des TV Jahn gehen an den Start, unter anderem wollen sich Caner Arici und Hüseyin Sükür den letzten Feinschliff vor der Niedersachsenmeisterschaft (15. Oktober in Oldenburg) holen. "Ich werde da sein", sagt Pansegrau - alles andere wäre auch schwer vorstellbar.


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Leserkommentare
AnnFF am 23.10.2019 10:29
Diese Parkplatz-Diskussion wird nicht nur zu Freimarktzeiten geführt. Es ist nur während dieser Tage besonders dramatisch. Dramatisch, weil selbst ...
alterwaller am 23.10.2019 10:09
Wie ? Jetzt soll man zum parken sogar in die Innenstadt in die Parkhäuser ? Wie gut ist es doch das sich die autofreie Innenstadt noch nicht ...