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Stadtderby zwischen Hicretspor und TV Jahn
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Fußtritte gegen den Schiedsrichter

RALF KILIAN 11.04.2016 0 Kommentare

Fußball
Nach einer tätlichen Attacke von Hicretspors Izzet Saglam (Mitte) gegen den Schiedsrichter wurde das Kreisliga-Derby zwischen dem KSV Hicretspor und dem TV Jahn Delmenhorst am Sonntag in der 87. Minute abgebrochen. (Ingo Moellers)

87 Minuten lang wurden die 100 Zuschauer beim Stadtderby zwischen den Kreisliga-Fußballern des KSV Hicretspor und des TV Jahn Delmenhorst am Sonntag eher mäßig unterhalten. Das Duell verlief vollkommen ruhig, der junge Schiedsrichter Max Mahn (SV Phiesewarden) hatte alles im Griff, und die Gäste führten mit 2:1. Dann allerdings trat Hicretspors Stürmer Izzet Saglam dem Unparteiischen unvermittelt und mit Anlauf in den Unterleib. Während die anderen Akteure erschrocken zusahen und Mahn zurückwich, nahm Saglam noch einmal Anlauf und trat ein zweites Mal zu, ehe ihn Mit- und Gegenspieler zurückhalten konnten. Dem Schiedsrichter blieb keine andere Wahl als die Partie abzubrechen.

Es ist mehr als wahrscheinlich, dass das Sportgericht das Spiel zu Gunsten des TV Jahn wertet und gegen Saglam eine lange Sperre ausspricht. Fest steht bereits jetzt, dass er sich einen neuen Verein suchen kann. „Der Spieler ist ab sofort suspendiert. So einer hat in unserem Verein nichts zu suchen“, sagte Hicretspors Fußballchef Mithat Uzun. Auch Trainer Chawkat El-Hourani war wütend: „Ich kann das überhaupt nicht verstehen. Von mir aus soll er lange gesperrt werden.“

Was an der Tätlichkeit so verwunderte, war die Tatsache, dass sich Saglams Ausraster überhaupt nicht abgezeichnet hatte. Mahn hatte vorher nur vier Gelbe Karten zeigen müssen, die Spieler gingen vernünftig miteinander um, und auch von draußen wurde keinerlei Unruhe hereingetragen. Ganz im Gegenteil: Die Zuschauer genossen eher den schönen Frühlingstag, Grund zur Aufregung gab es nicht. Beide Trainer standen praktisch Seite an Seite auf Höhe der Mittellinie und coachten betont ruhig. Wie El-Hourani war auch der Jahn-Coach Timur Cakmak nahezu sprachlos. „So darf ein Spiel nicht enden“, betonte der langjährige Trainer des KSV Hicretspor.

Das Stadtderby selbst war zuvor arm an Höhepunkten gewesen. Beide Teams wiesen eine hohe Fehlerquote auf. „Wir haben schlampig gespielt“, kritisierte El-Hourani. Der TV Jahn hatte die erste Möglichkeit durch Thomas Keilbach, der von der Ecke des Fünfmeterraumes zu hoch zielte (13.). Danach kehrte Langeweile ein, etwa eine halbe Stunde lang und vermutlich auch bei Jahn-Torwart Mario Lucka. Ihm versprang ein harmloser Rückpass, und Saglam schob den Ball ins leere Tor – 1:0 (38.).

Während Hicretspor in der ersten Hälfte ein optisches Übergewicht hatte, wurde der TV Jahn nach dem Seitenwechsel bestimmender, immer wieder angetrieben vom zweikampfstarken Sean Gradtke. Allerdings zögerten Hilmi Yavuzcan und Mariusz Miklasz wiederholt mit dem Abschluss. Bei den Gastgebern war mittlerweile Yakup Pektürk im Spiel und sorgte für viel Gefahr bei Kontern. Erst zielte er knapp vorbei (62.), und fünf Minuten später wurde sein Kopfballtor zu Recht nicht anerkannt, weil Hayri Sevimli den Ball vor der Flanke ins Aus rutschen ließ. Weitere 120 Sekunden danach hätten Pektürk und Saglam mit einer Doppelchance für die Entscheidung sorgen können. „Da hat Mario Lucka seinen Fehler vor dem 0:1 wiedergutgemacht“, lobte Cakmak, dessen Team in der 73. Minute zum Ausgleich kam. Hicretspors Keeper Harun Uzun ließ einen harmlosen Flugball abprallen, und Kevin Barnickel schob ein – 1:1. Das Remis hätte den TV Jahn im Abstiegskampf aber kaum weitergebracht, zumal der TV Dötlingen auf dem Nebenplatz gegen Rot-Weiß Hürriyet plötzlich in Führung ging. Nur 30 Sekunden nach dem Dötlinger Treffer jubelten allerdings schon wieder die Violetten: Yavuzcan besorgte das 2:1 (85.).

Dann kam es zu den unschönen Szenen, die zum Abbruch führten. Noch lange nach dem unrühmlichen Ende der Partie verharrten Spieler beider Teams auf dem Rasen.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
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Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...