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Pokalfinale in Hannover gegen Bersenbrück
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Atlas Delmenhorst träumt vom DFB-Pokal

Michael Kerzel 24.05.2019 0 Kommentare

Im Halbfinale setzte sich Atlas Delmenhorst im Elfmeterschießen durch und bejubelte den Finaleinzug. Im Endspiel wartet der TuS Bersenbrück.
Im Halbfinale setzte sich Atlas Delmenhorst im Elfmeterschießen durch und bejubelte den Finaleinzug. Im Endspiel wartet der TuS Bersenbrück. (Janina Rahn)

90 Minuten plus Nachspielzeit – eine Verlängerung gibt es nicht –, eventuell noch ein Elfmeterschießen. Dann steht fest, ob der SV Atlas Delmenhorst den Niedersachsenpokal der Amateure gewonnen und die Teilnahme an der ersten Runde des DFB-Pokals gesichert hat. Mindestens 1000 Fans der Blau-Gelben werden im Eilenriedestadion in Hannover dabei sein, wenn der Schiedsrichter die Partie gegen den Oberliga-Kontrahenten TuS Bersenbrück um 14.15 Uhr anpfeift. Die ARD überträgt die Begegnung zusammen mit sechs anderen Landespokalfinals in einer Konferenz im Rahmen des Tags der Amateure. 1,4 Millionen Zuschauer verfolgten diese im vergangenen Jahr in der Spitze.

Die sportlichen Chancen

In der Liga gewann der SV Atlas in Bersenbrück aufgrund eines kuriosen Torwartfehlers in der Nachspielzeit mit 2:1. Das Heimspiel in Düsternort endete 2:2, hier glich der TuS erst in der 94. Minute aus. In beiden Partien bewegten sich die Teams auf Augenhöhe, allerdings liegen diese auch bereits neun beziehungsweise sieben Monate zurück. Nach der Winterpause holte Bersenbrück 22 Punkte und schloss die Spielzeit auf Rang fünf ab. Atlas ergatterte derweil nur elf Zähler und landete auf Rang zehn. Zudem trafen die Blau-Gelben in den finalen beiden Saisonspielen nicht und verloren jeweils mit 0:1. Bersenbrück geht daher als leichter Favorit ins Finale.

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Doch fast alle Oberligatrainer – so auch Daniel von Seggern vom SVA und Farhat Dahech vom TuS – betonen regelmäßig, wie ausgeglichen die Liga ist und dass im Grunde jeder jeden schlagen kann. Das gilt erst recht in einem Endspiel. Viel wird davon abhängen, wer beim SVA auflaufen kann und wie fit die Akteure sind. Schlüsselspieler wie Marco Prießner pausierten zuletzt angeschlagen, Musa Karli und Marlo Siech wurden am letzten Spieltag verletzungsbedingt ausgewechselt. Wer zum 18er-Kader gehört, entscheidet sich kurzfristig. Atlas hat 20 Spieler mit nach Hannover genommen.

Der Weg ins Finale

Die Blau-Gelben setzten sich im Achtelfinale beim Landesligisten BW Lohne knapp mit 3:1 durch. Bis zur 86. Minute stand es unentschieden, ehe Stefan Bruns und Karlis Plendiskis mit ihren Toren für die Entscheidung sorgten. Im Viertelfinale machten die Delmenhorster kurzen Prozess mit dem FC Hagen/Uthlede. Prießner steuerte drei Treffer zum klaren 4:0 bei. Das Halbfinale gegen den Oberligaabsteiger 1. FC Wunstorf verlief 90 Minuten lang nahezu ereignislos auf schwachem Niveau. Das folgende Elfmeterschießen hätte aber kaum spannender sein können. Am Ende traf Wunstorf den Pfosten, und Atlas-Torwart Florian Urbainski versenkte den entscheidenden Strafstoß.

Bersenbrück schaltete vier Oberligisten aus. Zunächst setzte sich der TuS in der Qualifikation recht locker mit 4:1 beim VfL Oythe durch. Das Achtelfinale gegen den SC Spelle-Venhaus blieb 90 Minuten torlos, im Elfmeterschießen siegte Bersenbrück mit 4:3. Auch im Viertelfinale benötigte Bersenbrück die Entscheidung vom Punkt. Dieses Mal zielten die Dahech-Schützlinge besser als die Akteure des Heeslinger SC. Im Halbfinale beim Vizemeister Eintracht Northeim beeindruckte das Team mit einem souveränen 3:0.

Das Drumherum

Neun Busse mit Fans fahren am Sonnabend um 10 oder 10.30 Uhr in Delmenhorst los. Die Mannschaft weilt seit Freitagmittag in der Landeshauptstadt und übernachtet im Hotel in Stadionnähe. Ab 15 Uhr absolvierte Atlas das Abschlusstraining im Eilenriedestadion, im Anschluss waren die Bersenbrücker dran. 2500 Zuschauer fasst es am Finaltag. Es werden etwa doppelte so viele Delmenhorster wie Bersenbrücker Fans erwartet. An der Tageskasse gibt es noch Karten zu erwerben, rund 1700 wurden bislang verkauft. Eigene Getränke oder Speisen dürfen die Zuschauer nicht mit ins Stadion bringen. Auch Taschen, die größer als eine Din-A4-Seite sind, bleiben draußen.

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Die ARD hat acht Kameras aufgebaut und setzt rund 40 Mitarbeiter ein. Unter anderem ist eine Kamera auf die Stehplatztribüne gerichtet, auf der der Delmenhorster Anhang weilt. Präsident Manfred Engelbart hat die Fans bei einem Besprechung im Vorfeld ausdrücklich aufgefordert, auf jegliche Pyrotechnik zu verzichten und eine Null-Toleranz-Politik angekündigt, sprich: Wer zündelt, ist auch im Stadion an der Düsternortstraße nicht mehr willkommen.

Die Auswirkungen

Für die Teilnahme an der ersten Runde des DFB-Pokals bekommen die Vereine jeweils 115.000 Euro, teilt der Niedersächsische Fußballverband mit. Hinzu kommen die Zuschauereinnahmen. Da Amateurvereine auf jeden Fall einen Profiverein zugelost bekommen, haben sie Heimrecht. Die Spannweite der Gegner reicht von Bayern München und Borussia Dortmund bis hin zum SV Sandhausen und Erzgebirge Aue. Die erste Runde wird am 15. Juni ausgelost.

Unabhängig vom Finalausgang lädt Atlas zum Saisonabschluss am Sonntag, 10.30 Uhr, nach Hasbergen ein. Gefeiert oder getrauert wird am Mühlenkamp 68, Kartonage. Die Mannschaft gibt 150 Liter Freibier aus. Der Verein verabschiedet die Akteure, die kommende Saison nicht mehr das blau-gelbe Trikot tragen werden. Der Eintritt ist frei.


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 12:39
@peteris:

„🦍-Theater“ - wäre das bessere Wort ?

„halloween and British Exit ...
there‘s not anymore a difference“ ...
Lemurer am 23.10.2019 12:38
Dazu fällt mir nur eins ein:

Ein Krankenhaus ist kein Profit-Center