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Bereit für besondere Erinnerungen

Nico Nadig 16.07.2019 0 Kommentare

Auch in der Vielseitigkeit stellen die Reiter und Pferde in Rastede ihr Können unter Beweis – so wie im vergangenen Jahr Tabea-Marie Meiners vom RV Ganderkesee.
Auch in der Vielseitigkeit stellen die Reiter und Pferde in Rastede ihr Können unter Beweis – so wie im vergangenen Jahr Tabea-Marie Meiners vom RV Ganderkesee. (Janina Rahn)

Kaum eine Reitveranstaltung übt solch eine Faszination auf die hiesigen Sportler aus wie das Oldenburger Landesturnier: Nachwuchsreiter träumen davon, einmal vor der Kulisse im Rasteder Schlosspark einen Landestitel zu ergattern. Die älteren Teilnehmer behalten ihre Erfolgsritte ein Leben lang im Gedächtnis. Und so werden wohl auch ab dem kommenden Dienstag, 23. Juli, bei der 71. Auflage der Traditionsveranstaltung wieder besondere Erinnerungen kreiert. „Das Turnier wird uns alle überleben, das sehe ich auch als unsere Verantwortung“, sagte Turnierleiter Jan-Christoph Egerer bei der Pressekonferenz und schickte hinterher: „Letztlich ist es mehr als eine Pferdesport-Veranstaltung, und wir wollen alle für das begeistern, für das Rastede steht.“

Was das genau ist? Laut Egerer verleiht die Mischung aus Tradition und Moderne dem Oldenburger Landesturnier einen besonderen Charme – genauso wie das Motto der Organisatoren rund um den Rasteder Renn- und Reitverein. Schließlich haben diese es sich auf die Fahne geschrieben, den maximalen Wohlfühlfaktor zu schaffen. Ein Vorhaben, das vor allem bei den Sportlern offensichtlich gut ankommt. Zumindest lassen die Nennzahlen diesen Schluss zu: 900 Reiter belegen über die sechs Tage verteilt mit etwa 2500 Pferden 3100 Startplätze. „Wir haben wieder etwas Feinjustierung betrieben und das Springen geöffnet. Die Aktiven können in den Touren jetzt auch mit zwei Pferden starten. Uns erwartet viel und spannender Sport“, sagte Berufsreiter Jasper Kools, der sich um die Belange der Springreiter kümmert.

Für die Profi-Tour haben sich erneut mehrere Spitzensportler angekündigt. Neben der Vielseitigkeits-Doppelweltmeisterin Sandra Auffarth haben der deutsche Vizemeister Jan Wernke und der DM-Bronzegewinner Hendrik Sosath genannt. Von außerhalb des Oldenburger Verbandes reist beispielsweise Markus Ehning an, der mit der Equipe bereits Gold bei den Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gewonnen hat. „Früher war Rastede ein sehr regionales Turnier. Jetzt haben wir schon 30 Lastwagen, die die komplette Zeit über hierbleiben“, berichtete Organisationsleiter Torsten Schmidt. Mittlerweile befindet sich das Oldenburger Landesturnier auch im Bereich der Preisausschüttung in der ersten nationalen Liga. Allein in der Großen Tour werden in diesem Jahr 50 000 Euro vergeben, 25 000 davon im Finale am Sonntag.

Auf eine Neuerung müssen die Springreiter derweil noch etwas warten. „Wir haben zuletzt viel in die Infrastruktur investiert. Dabei sind wir immer auf ein offenes Ohr bei der Gemeinde gestoßen, die im neuen Jahr nun den Springplatz neu machen wird“, verkündete Schmidt. Dieser stellt so etwas wie die Achillesferse des Turniers dar, wobei sich die Situation etwas entspannt hat, nachdem er im vergangenen Jahr um 2000 Quadratmeter vergrößert worden ist. „Für uns macht es das einfacher, weil wir mehr Ausweichflächen haben“, sagte der Ganderkeseer Parcourschef Werner Tapken.

Die Jugend fördern

Auf ein starkes Teilnehmerfeld dürfen sich die Besucher in der Dressur und Vielseitigkeit freuen. Allein für die Große Dressur-Tour haben 49 Sportler genannt, bei den zwei Vielseitigkeitsprüfungen kämpfen etwa 70 Reiter um den Landestitel. Ebenfalls am Start sind wieder die Fahrer mit ihren Zwei- und Vierspännern. Der Donnerstag steht dagegen traditionell im Zeichen der Züchter und ihrer Elitestutenschau. Aber nicht nur die jungen Vierbeiner sollen gesichtet und gefördert werden, sondern ebenfalls die Talente im Sattel. So vergibt der Reiterverband Oldenburg erneut ein Jugendchampionat sowie den Talentförderpreis.

„Ich kriege das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Welcher Verband hat so ein Landesmeisterschaftsturnier? Wir ernten hier auch die Früchte unserer guten Jugendarbeit. Alle Kinder wollen in Rastede reiten“, sagte der Verbandsvorsitzende Michael George und blickte dabei ein wenig stolz zu Antonia Busch-Kuffner herüber. Die 14-jährige Dressurreiterin des RV Ganderkesee gehört zu den Aushängeschildern des Verbandes, nachdem sie für die Europameisterschaften der Ponyreiter nominiert worden ist (wir berichteten). „Das Turnier ist eines der Highlights des Jahres. Die Kulisse mit den vielen Leuten ist besonders. Als Reiter freut man sich einfach darauf“, schwärmte Busch-Kuffner. Talente wie die 14-jährige Dressurreiterin sollen laut des Verbandsvorsitzenden in Zukunft noch intensiver gefördert werden. So hat der Verband sich unter anderem von den Niederlanden etwas abgeschaut. George: „Dort funktioniert die Zusammenarbeit von Nachwuchstalenten und Profis sehr gut. Daran wollen wir uns orientieren.“

Neben sportlicher Unterhaltung wartet auf die Zuschauer am Sonnabend der traditionelle Showabend. „Dazu gehören bewährte Zuschauermagneten wie das ‚Ride-and-Drive‘, zusätzlich möchten wir aber auch etwas Neues anbieten“, sagte Schmidt. In diesem Jahr besucht beispielsweise Iseulys Deslé aus Belgien mit ihren Cremello-Pferden den Schlosspark. Ein weiterer fester Bestandteil des Turniers ist der Familientag am Sonntagnachmittag. Auf dem Dressurviereck D3 wird eine Showeinlage aufgeführt. Genauso stehen Mitmach-Aktionen auf dem Programm. Kinder bis einschließlich 15 Jahre genießen an allen Turniertagen erneut freien Eintritt. Von Freitag bis Sonntag wird zudem ein Park-and-Ride-Service angeboten. Ab der Autobahnabfahrt Rastede sind die entsprechenden Plätze ausgeschildert.

Weitere Informationen rund um das Oldenburger Landesturnier sowie Zeitpläne gibt es auf der Website www.reitverein-rastede.de oder auf der Facebook-Seite des Events.


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Leserkommentare
holger_sell am 20.10.2019 15:36
Kultur ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und gerade auch in Bremen ein Magnet für den Tourismus.
Außerdem ist Kulturbewusstsein ein großer ...
holger_sell am 20.10.2019 15:30
Jede Politik hat ihre Klientel.
Wollen Sie im Ernst behaupten, dass Menschen, die sich für Kultur interessieren, keine normalen Leute sind ?