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1. Fußball-Kreisklasse
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Der Trainer wird zum Joker

Ralf Kilian 23.04.2019 0 Kommentare

Kadir Aruk und der KSV Hicretspor Delmenhorst waren der Verzweiflung schon nahe, doch dann wurde das Powerplay gegen die SF Wüsting spät noch belohnt.
Kadir Aruk und der KSV Hicretspor Delmenhorst waren der Verzweiflung schon nahe, doch dann wurde das Powerplay gegen die SF Wüsting spät noch belohnt. (INGO MöLLERS)

Nachdem der VfL Wildeshausen II bereits am vergangenen Mittwoch den Sprung in die Fußball-Kreisliga perfekt gemacht hat, ist nun auch der KSV Hicretspor Delmenhorst nur noch wenige Schritte vom Ziel entfernt. Ausgerechnet Trainer Timur Cakmak wurde zum entscheidenden Mann. In der 59. Minute wechselte sich der Übungsleiter selbst ein und leistete seinen Beitrag zum Powerplay der Gastgeber, das er in der 80. Minute mit dem Treffer zum 3:2 belohnte. Mit Murat Tan traf schließlich auch der zweite Joker zum 4:2 (2:2)-Endstand gegen die Sportfreunde aus Wüsting in der 1. Kreisklasse.

Hicretspor fehlen aus sechs Spielen nunmehr noch zehn Punkte. Dazu kommt die Möglichkeit eines dritten Aufstiegsplatzes, falls die SVG Berne noch die Tabellenführung in der 1. Kreisklasse Jade-Weser-Hunte abgeben sollte. Und es steht das Sportgerichtsurteil vom Abbruch in Tungeln aus (Der Schiedsrichter brach die Partie beim Stand von 2:1 für Hicretspor ab, da Tungeln nach einem Handgemenge nicht weiterspielen wollte, Anmerkung der Redaktion). Gegen Wüsting sahen 40 Zuschauer ein sehr faires, von Uwe Hense souverän geleitetes Spiel. Und einen leistungsgerechten Sieger. „Trotz unserer vielen Ausfälle haben wir verdient gewonnen“, urteilte Cakmak.

Verdienter Heimsieg

Trotz des beruflich bedingten Ausfalls von Torjäger Germain Martens ging Hicretspor gleich in die Offensive. Ein Pass von Ahmad Diab schlüpfte durch die schläfrige Wüstinger Abwehr und Burak Aruk traf aus 18 Metern links unten zum 1:0 (2.). „Wir sind von Anfang an nicht ins Spiel gekommen“, kritisierte Wüstings Trainer Florian Neumann seine Spieler. Das hätte sich in der 19. Minute bei einem Beinahe-Eigentor von Finn Littelmann fast noch mal gerächt. Doch die anfängliche Überlegenheit führte zu Lässigkeit bei Hicretspor, die Louis Langkrär eiskalt und doppelt bestrafte. Zunächst nahm er einen missglückten Hackentrick auf und überlupfte KSV-Schlussmann Yusuf Bilal Polat zum 1:1 (31.) und keine 60 Sekunden später bestrafte Langkrär den nächsten Ballverlust mit dem 1:2.

Vermutlich wäre es für Hicret eng geworden mit dem 15. Saisonerfolg, wenn nicht schnell der Ausgleich gefallen wäre. Onur Erol, Hicretspors fleißigster Akteur, hatte von rechts geflankt und Burak Aruk drückte den Ball etwas glücklich aus fünf Metern zum 2:2 über die Linie (36.). Mehr Höhepunkte hatte die erste Hälfte nicht zu bieten, auch für Kreisklassen-Verhältnisse war es purer Sommerfußball bei Sonnenschein.

Während Wüsting den Sommer-Modus auch im zweiten Durchgang nicht abstellte (Neumann: „In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr da.“), läutete Cakmak mit seiner Selbst-Einwechslung den Schlussspurt ein. Gleich sein erster Ballkontakt war ein Fernschuss aus 25 Metern, der nur knapp vorbeistrich (59.). Danach war es insbesondere Innenverteidiger Yusuf Kalmis, der bei Standardsituationen mit aufrückte und von Wüstings Deckung nicht zu stoppen war. Kalmis hätte schon dreimal treffen können (65./73./77. Latte), bevor sein Trainer ihm zeigte, wie es geht. Ümit Yildiz hatte auf den frei stehenden Cakmak durchgesteckt und der Linksfuß versenkte die Kugel aus halbrechter Position passgenau zum 3:2 im linken Winkel (80.). Wüsting reklamierte Abseits, was Cakmak dementierte: „Ich achte immer auf Abseits. Mein Schuss hat genau gepasst.“

Von den Gästen kam bis dahin kein einziger Nadelstich. Dafür in der 83. Minute ein hartes Foul von Alexander Bartels an Erol, für das Wüstings Verteidiger zu Recht Gelb-Rot bekam. Seine Vorderleute starteten noch zwei zaghafte Schussversuche durch Sascha Osterloh (85.) und Lars Tönjes (87.), bis der ebenfalls eingewechselte Murat Tan mit dem 4:2 (90.+1) den Deckel draufmachte. Ein weiterer Schussversuch von Tan landete noch an der Lattenoberkante, dann war Schluss und Cakmak wurde von den Zuschauern mit einem Eimer Wasser geduscht. Beim nächsten Spiel in zwei Wochen – Derby bei der Heidkruger Reserve – wird er im Notfall wieder einspringen.


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...