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Handball-Oberliga Frauen
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Gute Leistung bleibt unbelohnt

Nico Nadig 10.02.2019 0 Kommentare

Die Neerstedterinnen um Kirsten Kurok (am Ball) wurden vom VfL Oldenburg III (grüne Trikots) stark unter Druck gesetzt.
Die Neerstedterinnen um Kirsten Kurok (am Ball) wurden vom VfL Oldenburg III (grüne Trikots) stark unter Druck gesetzt. (INGO MÖLLERS)

Neerstedt. Tja, was sollten die Handballerinnen des TV Neerstedt nun mit diesem Spiel anfangen? Zweifelsohne hatte der Oberliga-Aufsteiger dem VfL Oldenburg III stark Paroli geboten und überhaupt in vielen Phasen überzeugt. Und trotzdem stand er am Ende mit leeren Händen da – mit 31:34 (14:13) verlor er die Partie. „Wir haben bis zum Schluss gefightet. Die Leistung war schon wesentlich besser als gegen Stade und Oyten“, meinte TVN-Trainer Maik Haverkamp. Das Problem: Allein für gute Leistungen gibt es keine Punkte. Und ohne Punkte rückt der Klassenerhalt eben in weite Ferne. Haverkamp: „Wir können uns nicht auf unseren elf Pluspunkten ausruhen. Die werden nicht reichen. Wir müssen jetzt auch mal wieder was Zählbares holen.“

Dafür müssen die Neerstedterinnen aber weiter an ihrer Fehlerquote arbeiten. Im Vergleich zu den ersten zwei Spielen des Jahres sank diese gegen die Oldenburgerinnen zwar schon, war aber noch immer zu hoch. „Jeder Fehler tut hier weh, und wir haben zu viele davon gemacht“, sagte Haverkamps Trainerkollege Michael Kolpack. Dabei sah es zu Beginn noch recht vielversprechend aus. Nach genau elf Minuten traf Lisa Rangnick zum 6:1 für die Gastgeberinnen. In dieser Phase fand die Haverkamp-Sieben im Angriff immer wieder schnelle Lösungen. Außerdem bereitete die aggressive Deckung der Oldenburgerinnen, die meist entweder ab Anwurf oder über das ganze Feld verteidigten, den Neerstedterinnen noch nicht die ganz großen Probleme. Mit schnellen und schnörkellosen Pässen befreiten sie sich daraus und kamen so zu einfachen Abschlüssen.

Sicherlich profitierten sie auch davon, dass beim VfL, der weitestgehend mit Spielerinnen des A-Jugend-Bundesligateams antrat, die Zuteilung oft nicht stimmte. Trainer Torsten Feickert dirigierte jedenfalls viel von der Seitenlinie aus. Überhaupt konnte er mit der Anfangsphase nicht zufrieden sein. Denn auch im Angriff haperte es gewaltig – zu einfachen Fehlern gesellten sich schwache Abschlüsse. So zeichnete sich TVN-Torhüterin Rieke von Seggern gleich mehrfach in Durchgang eins aus. Allerdings häuften sich bei ihren Vorderleuten nach gut 15 Minuten die Fehler. Im Angriff fand der TVN häufig keine guten Lösungen mehr, gleichzeitig drückten die für ihre Schnelligkeit bekannten Oldenburgerinnen nun vermehrt auf das Gaspedal: Nach 24 Minuten glichen sie aus, eine Zeigerumdrehung später gingen sie in Führung.

Haverkamp nahm eine Auszeit und fand in dieser offensichtlich die richtigen Worte. Zuerst gelang der Ausgleich, mit dem Pausenpfiff besorgte Wiebke Kieler dann die 14:13-Führung für die Neerstedterinnen. Bis zum 21:21 nach 40 Minuten schafften sie es, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Dann folgte jedoch ein Bruch. Die offensive Deckung der Oldenburgerinnen zeigte nun Wirkung: Oft versuchten die Neerstedterinnen, den Ball unter Bedrängnis über eine Verteidigerin zu passen, oder fingen das Prellen an. Genau darauf hatte der VfL offenbar gewartet, der nun immer wieder den Ball stibitzte und zu schnellen Toren kam. Kolpack: „Da waren wir nicht flink genug. Wir prellen zu viel, machen einfache Fehler und zu wenig Tore.“

Haverkamp machte die Niederlage aber nicht unbedingt an der Offensivleistung fest. Vielmehr machte er die Qualität der Oldenburgerinnen und die eigene schwächelnde Deckung in Halbzeit zwei als Hauptgründe aus. Tatsächlich kamen die Gäste viel zu leicht zum Torabschluss, gerade Toni-Luisa Reinemann bekamen die Neerstedterinnen nicht in den Griff. Sie schenkte dem TVN allein in Durchgang zwei acht Treffer ein, selbst als sich die Abwehr gezielt auf sie fokussierte, war sie kaum zu stoppen. „In solch einem Spiel bleiben Fehler in der Offensive nicht aus, aber wir hätten cleverer verteidigen müssen. Wir haben das Spiel in der Deckung verloren“, meinte Haverkamp. Gegen solch eine gutausgebildete Mannschaft, die auf jede Deckung eine Lösung parat habe, müsse man 60 Minuten lang konsequent verteidigen.

Immerhin gaben die Gastgeberinnen das Spiel zu keinem Zeitpunkt auf. Nachdem sie schon mehrfach mit drei Toren zurückgelegen hatten, kämpften sie sich bis auf eines heran. Zwei Minuten vor Schluss vergaben sie jedoch den 32:32-Ausgleichstreffer und kassierten im Gegenzug das 31:33. Die Entscheidung war damit gefallen.


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...