Wetter: Regen, 10 bis 18 °C
Reiten
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Hochklassiger Höhepunkt

Nico Nadig 10.06.2019 0 Kommentare

Laura Voigt vom RV Ganderkesee landete mit Cracker by Jet beim S*-Springen auf Rang vier.
Laura Voigt vom RV Ganderkesee landete mit Cracker by Jet beim S*-Springen auf Rang vier. (INGO MÖLLERS)

Joachim Heyer ritt voll auf Sieg. Was hatte er auch schon zu verlieren? Der zweite Platz war ihm beim S*-Springen des Reitturniers des RV Ganderkesee ohnehin nicht mehr zu nehmen. Als finaler Starter in der Siegerrunde riskierte er auf seinem zweiten Pferd Quinton also viel: Auf dem Hengst flog er über die Hindernisse hinweg und durchquerte den Parcours fehlerfrei in 36,06 Sekunden. Eine überragende Runde, die dem Reiter des RuFV Cappeln den Sieg beim sportlichen Höhepunkt der Veranstaltung bescherte. „Bis zum vorletzten Starter lag ich in Führung. Nicolas Pedersen war dann aber acht Hundertstel schneller. Da wusste ich, dass ich jetzt was zeigen musste“, sagte Heyer und schob hinterher: „Quinton ist ein grundschnelles Pferd. Je schneller ein Parcours ist, desto aufmerksamer ist er.“

Viel fehlte nicht und Heyer hätte in Ganderkesee einen Doppelsieg gefeiert. Doch bekanntlich schob sich Nicolas Pedersen von der Turniergemeinschaft Wohlde vorbei an Heyer und seinem zweiten Pferd Doriano. Lokalmatadorin Laura Voigt platzierte sich unterdessen als Vierte auf Cracker by Jet. Die ehemalige Doppelvielseitigkeitsweltmeisterin und Derby-Dritte Sandra Auffarth beendete das S*-Springen nach der Siegerrunde auf Cool as Ice auf dem siebten Platz, nachdem das Duo beim finalen Hindernis eine Stange gerissen hatte. Mit ihren zwei anderen Pferden verpasste die 32-jährige Bergedorferin dagegen eine Platzierung. Immerhin erhielt sie aber einen Sonderpreis für das beste Reiter-Pferd-Duo bei der Großen Tour, da sie auf Cool as Ice das M**-Springen gewonnen hatte.

Starke Konkurrenz

Zweifelsohne bewegte sich das finale S*-Springen auf einem sportlich sehr hohen Niveau. Diesen Eindruck bestätigte Heyer, der das Turnier in Ganderkesee als finale Formüberprüfung für die Deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Balve nutzte. „Ich bin sehr zufrieden. Das war gut von meinen beiden Pferden“, sagte der Springreiter. Nicht nur wegen der starken Konkurrenz – neben Auffarth startete beispielsweise auch der Derby-Reiter Hendrik Sosath – plant Heyer, nächstes Jahr wiederzukommen. Er war begeistert von den Rahmenbedingungen des Turniers. So sprach er von einer starken Organisation und einem außerordentlich guten Boden. Heyer: „Vor etwa fünf Jahren war ich schon mal hier, aber ich hatte ganz vergessen, wie toll dieses Turnier ist. Das ist eines der besten nationalen Turniere. Davon können sich einige andere Veranstaltungen eine Scheibe abschneiden.“ Sollte es sein Terminkalender zulassen, werde er im nächsten Jahr erneut in Ganderkesee starten.

Wer am Sonntag erst nachmittags zum Höhepunkt der Veranstaltung kam, hatte allerdings ein Problem: Er musste einen Parkplatz finden. Denn der RV Ganderkesee hatte zwar einen zweiten eingerichtet, doch auch dieser war eben ziemlich voll. „Ich hatte das Gefühl, dass wir sehr viele Zuschauer hatten. Aber das Wetter spielte auch mit. Es war nicht zu warm oder kalt“, stimmte der Besucherandrang am Sonntag die RVG-Vorsitzende Evi Buckenberger zufrieden. Einen Tag zuvor hatte es das Wetter nicht ganz so gut gemeint mit den Reitern. Immerhin besserte es sich spätnachmittags und abends, sodass sich die Zuschauerreihen und das Zelt doch noch gut füllten. „Die Party ging dann bis vier Uhr morgens“, erzählte Buckenberger lachend.

Sie war vollends zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. Hinter den Kulissen gebe es zwar immer mal wieder etwas zu tun, und Verbesserungsmöglichkeiten existierten immer, aber die Rückmeldungen der Reiter seien durchweg positiv ausgefallen. Apropos Verbesserungen und Veränderungen: In diesem Jahr schrieb der RVG erstmals die „Ganter Jumping Tour“ aus, die aus zwei Wertungsprüfungen bestand. Die erste, eine Prüfung der Klasse A** mit steigenden Anforderungen, gewann der Huder Loort Fleddermann auf Qalito. Das Flutlichtspringen diente als zweite Wertungsprüfung. „Erstmals haben wir das als A**- anstatt als L-Springen ausgeschrieben. Mit 29 Nennungen war der Zuspruch überragend. Um 23.45 Uhr waren wir damit fertig“, berichtete Buckenberger. Auch hier siegte Fleddermann, der somit die erste Auflage der Tour gewann und sich über einen Sattelschrank freuen durfte. Wie Buckenberger ankündigte, werde die „Ganter Jumping Tour“ auch im nächsten Jahr stattfinden. Genauso wird das Flutlichtspringen dann wieder als A**-Prüfung ausgetragen.

Ein besonderer Moment

Kurz vor dem sportlichen Höhepunkt standen auf dem Springplatz die Emotionen im Mittelpunkt: Der RV Ganderkesee verabschiedete und ehrte Günter Hegeler. Der 80-Jährige gehört dem Verein seit nunmehr 62 Jahren an und beendete seine Laufbahn als Richter. Acht Reiter mit Zigarette im Mund – Hegelers Markenzeichen – ritten dafür ein, dazu standen etliche Menschen auf dem Springparcours. Sie alle hatten das Reiten von Hegeler gelernt. Nach vielen anerkennenden Worten machte sich der 80-Jährige dann wieder gen Richtturm auf, um seiner Aufgabe beim S*-Springen ein letztes Mal nachzugehen.


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
IhrenNamen am 21.10.2019 11:00
Wirrer Kommentar... kurz zusammengefasst, Konventionelle Landwirte sind also " rückwärtsgewand", die Städter "aufgeklärt" glauben zwar das Kühe Lila ...
adagiobarber am 21.10.2019 10:54
unser bundesaussenminister scheint sich nicht zu trauen, ...

den zerstörungszug der türkischen armee als das zu bezeichnen, was es ist: ...