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Handball-Oberliga
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Immer wieder die Chancenverwertung

Nico Nadig 03.02.2019 0 Kommentare

Philipp Freese (am Ball) hatte zu Beginn der zweiten Hälfte zwei gute Chancen, scheiterte aber am starken ATSV-Schlussmann. 
Philipp Freese (am Ball) hatte zu Beginn der zweiten Hälfte zwei gute Chancen, scheiterte aber am starken ATSV-Schlussmann.  (Möllers)

Jörg Rademacher hatte es im Vorfeld der Partie noch explizit angesprochen – genützt hat es jedoch nichts. Wie schon so oft in dieser Oberliga-Saison haben die von ihm trainierten Handballer der HSG Delmenhorst zahlreiche Hochkaräter vergeben. Diesmal allerdings nicht im Spiel gegen ein Mittelfeld-Team, bei dem eine schwache Chancenverwertung vielleicht nicht so schwer ins Gewicht fällt. Sondern gegen den ATSV Habenhausen, der zu den absoluten Topteams der Liga zählt. Und dieser bestrafte die Unzulänglichkeiten der Delmenhorster eben ganz in der Manier einer Spitzenmannschaft: Mit 27:22 (11:10) gewannen die Gäste aus Bremen.

Einen Vorwurf wollte Rademacher seiner Sieben nach Abpfiff aber keinesfalls machen. Schließlich machten die Delmenhorster dem nun Tabellenzweiten der Oberliga das Leben äußerst schwer. Zumindest einen Punkt hätten die Gastgeber dabei durchaus auch an der Delme behalten können, wäre da eben nicht die gerade in Durchgang zwei schwache Chancenverwertung gewesen. „Ich habe mein Team heute nicht viel schlechter gesehen“, sagte Rademacher und ergänzte: „Wenn wir unsere Möglichkeiten nutzen, dann sehe ich uns auf Augenhöhe. Wir erarbeiten uns viel, dann fehlt uns aber die Kaltschnäuzigkeit. Da war Habenhausen einfach cleverer.“

Außerdem hatten die Gäste mit Daniel Sommerfeld einen ganz starken Schlussmann zwischen den Pfosten. Er hatte großen Anteil an der schwachen Chancenverwertung der Delmenhorster. Teils profitierte er zwar von ungenauen Abschlüssen, parierte aber auch den einen oder anderen Wurf überragend. „Daniel war heute unser Vorteil. Er hat 20 Bälle gehalten bei 22 Gegentoren. Er war unser großes Plus“, meinte ATSV-Coach Matthias Ruckh.

Temporeicher Beginn der HSG

Nach der Anfangsphase blickte der Trainer der Bremer derweil etwas sorgenvoll drein. Denn seine Sieben erwischte alles andere als einen guten Start und lag zwischenzeitlich mit drei Treffern im Hintertreffen – 3:6 (11.) aus Sicht des ATSV. Die Delmenhorster drückten gerade in dieser Phase im Angriff auf das Gaspedal und kamen so zu schnellen Toren. Außerdem profitierten sie davon, dass die Habenhauser gedanklich offensichtlich noch nicht auf der Platte waren. Immer wieder schlichen sich Missverständnisse in das Spiel der Gäste ein, die zusätzlich das ein ums andere Mal an HSG-Torhüter Sönke Schröder scheiterten.

„Anfangs war ich wirklich ein wenig in Sorge, aber meine Mannschaft hat mich mal wieder eines Besseren belehrt. Es war letztendlich das erwartet schwere Spiel für uns. Mit der Truppe und den spielerischen Mitteln sehe ich die HSG auf jeden Fall unter den ersten Sechs der Liga“, sagte Ruckh. Tatsächlich fand sich seine Sieben mit fortschreitender Spieldauer besser zurecht. Bei der HSG Delmenhorst häuften sich dagegen die Fehler: Sie versuchte weiterhin, zu schnellen Abschlüssen zu kommen, verwarf nun aber mehr. Die Gäste verkürzten den Rückstand, wenngleich sie aufgrund der starken HSG-Deckung von Fehlwürfen auch nicht gefeit waren.

Beim Stand von 10:8 bot sich den Delmenhorstern deshalb die Chance, wieder auf drei Tore davonzuziehen. In der Abwehr gewannen sie den Ball und leiteten schnell den Tempogegenstoß ein. Lasse Till, der ansonsten ein gutes Spiel machte, warf jedoch völlig freistehend den ATSV-Torhüter an (23.). Drei Minuten später hatten die Gäste die Partie gedreht – 11:10 lautete der Pausenstand. „Wir haben schon in der ersten Halbzeit Chancen weggelassen. Wir müssen nicht mit einem Rückstand in die Kabine gehen“, sagte Rademacher, der mitansehen musste, wie seine Sieben in den finalen zehn Minuten der ersten Hälfte ohne Tor blieb. 

Den Knackpunkt machte der HSG-Coach dann in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs aus. Statt auszugleichen, ließ die HSG gute Gelegenheiten aus: Spielmacher Frederic Oetken knallte einen Siebenmeter an die Latte, Rechtsaußen Philipp Freese warf zweimal ATSV-Torhüter Sommerfeld an. Rademacher ließ in dieser Phase übrigens mit sieben Spielern angreifen, der erhoffte Effekt blieb jedoch aus – Habenhausen nutzte dies für einen Treffer ins leere Tor zum 11:14 (39.). „Davon haben wir uns nicht mehr richtig erholt“, sagte Rademacher und schickte hinterher: „Hier war das einfach nicht zu kompensieren.“ 

Zwar kamen die Delmenhorster in der Folge tatsächlich nochmals auf ein Tor heran, doch der ATSV ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Gäste nutzten ihre Chancen konsequenter aus und konnten sich in der Defensive entweder auf ihren Torhüter Sommerfeld oder die schwache Wurfquote der Delmenhorster verlassen.

Jörg Rademacher: „Ich kann meinem Team aber wirklich nichts vorwerfen. Die Einstellung hat gestimmt und die Deckung war auch wieder da. Aber wir müssen eben an unserer Kaltschnäuzigkeit arbeiten.“ Das ist aber gar nicht so einfach, wie der HSG-Trainer zu Bedenken gab. Denn wenn Spieler nur einmal in der Woche zum Training kämen, sei es nicht möglich, individuell viel zu machen. Dann stehen laut Rademacher taktische Dinge im Vordergrund. 


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Leserkommentare
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...