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HSG Delmenhorst
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Janßen prangert Handballverbände an

Michael Kerzel 19.09.2019 0 Kommentare

Jürgen Janßen ist der Vorsitzende der HSG Delmenhorst. Er kritisiert den Deutschen Handballverband, da dessen Strukturreform zu Lasten der Basis gehe. Zudem ärgert er sich über den Bremer Handballverband, da dieser auf die Kritik von der HSG am ATSV
Jürgen Janßen ist der Vorsitzende der HSG Delmenhorst. Er kritisiert den Deutschen Handballverband, da dessen Strukturreform zu Lasten der Basis gehe. Zudem ärgert er sich über den Bremer Handballverband, da dieser auf die Kritik von der HSG am ATSV Habenhausen nicht reagiert habe. Der Bremer Handballverein soll Jugendspieler aus Delmenhorst abgeworben haben. (INGO MÖLLERS)

Jürgen Janßen ist ein Freund klarer Worte. Aktuell gefällt dem Chef der HSG Delmenhorst das Verhalten des Deutschen und des Bremer Handballverbandes nicht. Ebenso wenig wie das Vorgehen des ATSV Habenhausen.

Es geht um zwei verschiedene Vorgänge: Zum einen plant der DHB, den deutschen Handball in den kommenden Jahren wieder in die Weltspitze zu führen. „Kernaufgabe des DHB bleibt der Leistungssport mit dem Anspruch, die stärkste Handballnation der Welt zu werden. Hierfür müssen im Zusammenspiel aller Gliederungen und Institutionen die nötigen personellen und finanziellen Ressourcen geschaffen werden“, heißt es in einer Mitteilung des DHB. Eine Folge ist, dass alle Handballer zehn Euro pro Jahr zahlen sollen, damit mehr Geld in das System kommt. Also sollen auch Kinder und Teilzeit-Hobbyspieler Geld zahlen, das letztlich dem Leistungsbereich zugute kommt, sprich: Amateure zahlen für Profis. So sieht es zumindest Janßen. „Da gerade die Basisarbeit immer teurer wird, wenn man vernünftige und zukunftsorientierte Jugendarbeit will, hätten wir uns eher eine Stärkung der Basisarbeit durch die Verbände gewünscht“, sagt er.

Den Verbandsfunktionären wirft er vor, sich nicht für die Basis zu interessieren. „Immer mehr Vereine melden weniger Jugendmannschaften und das auch in Gebieten, wo die Bevölkerungszahlen in die Höhe gehen. Wenn man Geld benötigt, dann sollte man bei den Funktionären anfangen zu sparen und nicht der Basis das Geld entziehen“, meint er. Die HSG bietet Jugendmannschaften in allen Altersklassen bei den Mädchen und Jungen und zudem diverse Teams im Erwachsenenbereich an. Insgesamt 303 aktive Handballer spielen bei der HSG. Bei einem Gesamtbudget von rund 120 000 Euro würde dieses durch die Abgabe um rund 2,5 Prozent belastet. „Die Auswirkungen sind noch andere. Sponsoren bezahlen unsere Jugendarbeiten und nicht den Verband. Was passiert, wenn Sponsoren aus diesen Grund ihr Arrangement nicht mehr machen?“, fragt Janßen.

Doch nicht nur die Reform, die ab dem Jahr 2021 umgesetzt werden soll, ärgert Janßen. Im zweiten Fall geht es um den Verhaltenskodex des Bremer Handballverbandes in Bezug auf Vereinswechsel von Jugendspielern. In diesem heißt es: „Vereine, die an Spielern von anderen Vereinen interessiert sind, sprechen zuerst die Kontaktperson des Vereins an. In allen Fällen sollte der Erstkontakt über die benannten Ansprechpartner stattfinden. In keinem Fall sollen Trainer der Vereine einen Erstkontakt mit den Jugendlichen aufnehmen“. Das aktive Abwerben von Spielern soll so unterbunden werden. Der Kodex gilt für alle Spieler bis zum ersten Jahr der B-Jugend.

Der ATSV Habenhausen hat sich laut Janßen nicht an diesen Kodex gehalten – und der Verband habe auf die Beschwerde der HSG nicht reagiert. „In den letzten Monaten ist der ATSV vermehrt und scheinbar als konzertierte Aktion an unsere Jugendspieler der Altersklassen männliche Jugend E, D und C herangetreten, um sie zum Wechsel zu bewegen. Dies geschah ohne vorherige Einbindung der HSG“, teilt er mit. Die HSG investiere viel Zeit und Geld, um Kinder für den Handball zu begeistern und langfristig an den Verein zu binden. Janßen fordert ein Umdenken. „Da die Selbstverpflichtung offenbar nicht funktioniert, bleibt für uns nur die Forderung nach einer verbindlichen Regelung hinsichtlich einer Ausbildungsvergütung bei einem Vereinswechsel“, berichtet er. Der ATSV sieht die Vorwürfe als unbegründet an. „Wir haben von den Anschuldigungen Kenntnis und haben Stellung genommen. Diese liegt den Verbänden, inklusive Gesprächsangebot auch an Herrn Janßen, vor. Niemand hat sich darauf geregt, keiner hat das Gespräch angenommen. Offenbar sieht der Verband keinen Handlungsbedarf. So wie es Herr Janßen darlegt, ist es nicht. Aber zum Schutz der Beteiligten werden wir öffentlich nichts mehr zu dem Thema sagen“, sagt Thomas von der Heyde, Abteilungsleiter bei den Habenhausern.


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Leserkommentare
panorama am 18.10.2019 19:32
Lesen soll ja bekanntlich bilden.

https://dejure.org/gesetze/JGG/114.html
BreTSF am 18.10.2019 19:29
rheimsoth:
Das Bremer Bündnis für die Verkehrswende engagiert sich schon lange für Veränderungen und nicht nur „die abgebildeten Personen“. Es ...