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Fußball-Kreispokal
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Martin Demir entscheidet Pokalfight

Ralf Kilian 01.05.2019 0 Kommentare

Der Matchwinner: Martin Demir (links) erzielte das vorentscheidende 2:0 für den TuS Heidkrug im Halbfinale des Kreispokals gegen RW Hürriyet.
Der Matchwinner: Martin Demir (links) erzielte das vorentscheidende 2:0 für den TuS Heidkrug im Halbfinale des Kreispokals gegen RW Hürriyet. (INGO MÖLLERS)

Der TuS Heidkrug ist nur noch wenige Schritte vom Double entfernt. In der Fußball-Kreisliga fehlt nicht mehr viel zum Titel und im Kreispokal steht der TuS im Finale – dank eines in der zweiten Halbzeit sehr wackeligen 2:1 (1:0)-Erfolges über Rot-Weiß Hürriyet Delmenhorst, wobei der Favorit in der ersten Halbzeit eine frühe Entscheidung verpasste. Ansonsten bot das Halbfinale alles, was einen Pokalfight ausmacht: Dramatik, viele Zweikämpfe, aber auch gute Spielzüge und viele Torszenen.

Gewürzt wurde die Partie mit zahlreichen Verwarnungen und zwei späten Platzverweisen. Insgesamt zeigte Schiedsrichter Nico Menke siebenmal Gelb, einmal Gelb-Rot und einmal glatt Rot. Davon entfielen nur Gelbe Karten auf den TuS Heidkrug, der Rest ging an Hürriyet, was zunehmend für Diskussionen sorgte. Dabei war es kein unfaires Spiel, die Platzverweise gegen Berat Uyar (88.) und Torwart Dennis Rülling (im Rudel nach dem Abpfiff) waren für Außenstehende nicht zu beurteilen. Für Unruhe bei den Beteiligten sorgte eher Menkes Auftreten. Heidkrugs Trainer Selim Karaca attestierte dem Unparteiischen ein „ungesundes Selbstbewusstsein. Der Schiedsrichter sieht sich höher als die Liga, in der er pfeift“.

Vermutlich wäre es nicht so hitzig geworden, wenn Heidkrug den Sack früher zugemacht hätte. „Mein Fazit: erste Halbzeit top, zweite Halbzeit Flop. Wenn wir zur Pause 5:0 führen, kann der Gegner sich nicht beschweren“, fasste Karaca zusammen. Und Hürriyets Coach Murat Turan ergänzte: „In der ersten Hälfte hatten wir überhaupt keinen Zugriff.“ Aus diesem Grund fiel nach 14 Minuten das 0:1. Heidkrug hatte einen Eckball kurz ausgeführt, Jesper Müller-Nielsen flankte und Luca Reinhold konnte völlig unbedrängt und aus dem Stand einköpfen. Drei Minuten später hätte Hürriyet durch Berat Uyar beinahe ausgeglichen, wenn nicht Heidkrugs Schlussmann Tim Osterloh stark den Winkel verkürzt hätte. Danach betrieb der Kreisliga-Spitzenreiter Chancenwucher: Nils Giza knallte den Ball aus sechs Metern über das Tor (19.), Jonas Yildiz verfehlte das leere Gehäuse (27.). Ibrahim Ekici kratzte zudem einen Schuss von Reinhold von der Linie (36.), Torwart Rülling lenkte Reinholds Lupfer am Tor vorbei (40.) und Giza traf sogar aus vier Metern nicht den verwaisten Kasten (45.+2).

Bei aller Spielkunst der Heidkruger war das schon Unvermögen und hielt Hürriyet im Spiel. „Danach hat meine Halbzeitansprache gewirkt“, sah sich Turan bestätigt. Das Spiel war jetzt nicht nur total offen, die Waage kippte sogar leicht in Hürriyets Richtung. Uyar (48.) und Cenan Coskun (55.) näherten sich gefährlich an, Cihad Bayraktaroglu schoss ein (sehr knappes) Abseitstor (62.). Mit der Versetzung von Coskun ins offensive Mittelfeld ging Turan volles Risiko, doch Osterloh hielt erneut stark bei einem blitzsauberen Konter, den Coskun abschloss (75.). „Wir müssen uns auch nicht wundern, wenn der Ausgleich fällt“, bangte Karaca in seiner Coaching-Zone.

Luca Reinholds Schuss aus spitzem Winkel war in Minute 80 die erste gefährliche Heidkruger Szene im zweiten Durchgang. Hinten musste Osterloh einen Aufsetzer von Uyar aus dem Winkel fischen (85.). Hürriyets Torjäger sah drei Minuten später glatt Rot, Menke ahndete nach Rücksprache mit seinem Assistenten offenbar beleidigende Worte. Zu der Unterzahl kam dann noch das 0:2 vom kurz zuvor eingewechselten Martin Demir, der einen Pfosten-Abpraller nach Freistoß von Müller-Nielsen im Tor unterbrachte (90.+1). Das schien die Entscheidung zu sein, zumal Sven Holthausen noch eine Riesenchance vergab. Enes Külünk machte es mit feinem Linksschuss aus 22 Metern in den rechten Winkel zum 1:2 noch einmal spannend (90.+5), doch kurz darauf pfiff Menke ab. Im Rudel nach dem Abpfiff zog er noch die Ampelkarte gegen Rülling, der sich gar nicht beruhigen konnte. Das warf ein unnötiges Bild auf eine im zweiten Durchgang starke Hürriyeter Leistung. Die Torun-Elf hatte dem Favoriten einen packenden Kampf geliefert.

Im Finale trifft Heidkrug nun auf den TSV Ganderkesee, der nach 0:3-Rückstand noch mit 7:6 nach Elfmeterschießen beim TuS Hasbergen gewonnen hat.


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...